03.12.2019 - 15:20 Uhr
Wildenreuth bei ErbendorfOberpfalz

Lichterglanz, Schmink-Fee und Kürbiscremesuppe

Das Wintermärchen von Schloss Wildenreuth feiert runden Geburtstag. Zum zehnjährigen Jubiläum hat die Familie von Podewils, die das Weihnachtsmärchen auf ihrem Anwesen ausrichtet, einige Besonderheiten für die Gäste parat.

Katharina Freiin von Podewils, Alexandra Freiin von Podewils und Eva Freifrau von Podewils (von links) organisieren das Wildenreuther Weihnachtsmärchen. Einige Buden und Weihnachtspyramiden sind schon aufgebaut.
von Susanne Forster Kontakt Profil

Als besonderes Highlight etwa zählt die Feuershow im Schlosspark, die zum Jubiläum nicht nur an zwei, sondern an allen vier Öffnungstagen stattfindet. Im Stall in der lebenden Krippe gibt es echte Tiere zu sehen. Und die Besucher können sich auf Kamel-Nachwuchs freuen. Auch die herumwandelnden Märchenfiguren, hinter deren Maskerade sich eine siebenköpfige Künstlergruppe aus Niederbayern verbirgt, werden die Zuschauer verzaubern.

Das Repertoire der Märchen ändere sich jedes Jahr, sagt Alexandra Freiin von Podewils. Die Kinder, sagt sie, merken es, dass das Programm - in diesem Jahr unter anderem mit Rapunzel, die ihr Haar herunter lässt, oder dem Wolf und die sieben Geißlein - wechselt. Bei einer Schmink-Fee können sich die Kleinen mit einer bunten Maskerade ausstatten lassen und sich etwa als Engel, Froschkönig, Einhorn oder Nikolaus schminken lassen. Oder dem Zauberer Thierry im Märchenschloss-Keller einen Besuch abstatten.

Fackelzug und Orakel

Einen Ausflug in eine zauberhafte Welt verspricht auch der märchenhafte Fackelzug. Er beginnt im Schlosshof an der Weihnachtspyramide und führt durch den Schlosspark. Dort wartet die Hexe "Pimpernella Pumpelsack" auf die Zuschauer, denn sie richtet ein Waldtheater und ein Weihnachtsorakel aus. "Das ganze Schloss wird beleuchtet. Die Lichterketten und Strahler werden jedes Jahr erweitert", sagt Alexandra von Podewils. Und um das Anbringen der Leuchtmittel kümmern sich die drei Frauen selbst. "Wir machen alles in Eigenregie. Es gibt ein festes Team aus vier Personen, darunter meine Töchter Alexandra und Katharina mit ihrem Partner und ich. Drei Hilfskräfte unterstützen uns. Es ist alles privat und wird ohne die Hilfe von Vereinen organisiert", sagt Eva Freifrau von Podewils.

Großkonreuther Blasmusik

Genau so wie die Auswahl der Aussteller. Rund 60 Stück gibt es, davon sind rund die Hälfte Stammanbieter. Die andere Hälfte sucht die Familie persönlich aus. Bereits zu Jahresbeginn gehen sie dafür auf die Suche. "Wir haben auch viele Bewerber", verrät Alexandra von Podewils, und betont: "Es wird auf einen Mix unterschiedlicher Anbieter geachtet. Es sind auch Kunsthandwerker aus der Region dabei." Die Buden werden aus Holz selbst von der Familie und einigen Helfern aufgebaut. Dass die Hütten komplett aus Holz sind, sei eine Besonderheit. "Da legen wir großen Wert drauf", so Alexandra von Podewils. Und die Dekoration der Buden - das erledigen die Aussteller selbst - ist abgestimmt auf das Ambiente des Anwesens, sagt sie.

"Meine Töchter Alexandra und Katharina kümmern sich auch um die Dekoration des Geländes und die Vorbereitung der Wege", informiert Eva von Podewils. "Jedes Jahr werden neue Sachen gebaut. Heuer gibt es zum ersten Mal eine begehbare Weihnachtspyramide, in der die untere Ebene komplett zugänglich ist", verrät Alexandra von Podewils. Ab Ende September herrscht "volles Programm", denn ab da geht die Vorbereitung für das Wintermärchen so richtig los. Die Töchter, beide sind beruflich selbstständig, sind drei Monate im Jahr in die Organisation des "besonderen, mit Liebe geschmückten familiären Weihnachtsmarktes" involviert und teilweise von früh bis spätnachts beschäftigt, so Eva von Podewils. Für musikalische Unterhaltung sorgt unter anderem die Großkonreuther Blasmusik. Sie ist heuer zum ersten Mal beim Wintermärchen dabei.

Alexandra Freiin von Podewils zeigt das Versteck des Weihnachtsmanns in einem Kellerraum des Schlosses. Die aufgestapelten Geschenke werden von der Familie selbst mit Geschenkpapier und bunten Bändern umhüllt.

"Wir legen Wert auf Qualität und Regionalität der Produkte", so Katharina Freiin von Podewils. Vieles sei aus der Gegend, wie etwa die Weihnachtsbäumchen, die auf dem Gelände stehen, das Holz für die Bauten und das Essen. Das Fleisch für die Wildschweinsemmeln - die seien der Renner und für einige sogar ein Grund, das Weihnachtsmärchen zu besuchen - stammt aus dem Jagdrevier der Familie von Podewils. Dazu gibt es hausgemachte Remoulade, die Organisatorin Alexandra von Podewils zubereitet.

Vegane Suppen

Und auch die Kartoffeln, die in Folie zubereitet und mit Quark angeboten werden, kommen aus Wildenreuth. Neben Kartoffelspiralen, Glühwein aus Erbendorf oder von der Familie selbst angemischtem Apfelglühwein und Apfelpunsch gibt es hausgemachte Kürbiscremesuppe, die Eva von Podewils herstellt. Auch Bratwürste nach ihrem Rezept, Flammkuchen, vegane Suppen, Crêpes, Plätzchen aus Reuth bei Erbendorf, Pralinen aus Windischeschenbach oder Schokofrüchte laden zum Schlemmen ein.

Geöffnet an vier Tagen

Am Samstag, 7. Dezember, und Samstag, 14. Dezember, hat das Weihnachtsmärchen von 14 bis 21 Uhr, am Sonntag, 8. Dezember, und am Sonntag, 15. Dezember, von 12 bis 20 Uhr geöffnet. An den vier Tagen zahlen Erwachsene jeweils 5 Euro, Kinder 2 Euro Eintritt, ermäßigt 4 Euro. Im Eintrittspreis sind alle Shows und Führungen inklusive.

Es stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung, die Einweisung übernimmt die Freiwillige Feuerwehr Wildenreuth. Und die Besucher, so Katharina von Podewils, kommen nicht nur aus der Region. Sie habe in den vergangenen Jahren auch schon Autokennzeichen aus Niederbayern, Nürnberg, Würzburg und Chemnitz entdeckt, erinnert sie sich.

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