„Am 07.05.[1955] traf sich“ – so hieß es damals in der Randspalte der Zeitung – „im Lehnersaal die sportinteressierte Jugend und auch ältere Personen, um einen Sportverein zu gründen“. Es war die Geburtsstunde des SV Wildenreuth. Zunächst noch als Junior an den Partnerverein TSV Krummennaab angehängt, später dann auf ganz eigenen Beinen. Dieses 70-jährige Jubiläum ist nun am vergangenen Wochenende am Sportheim gefeiert worden.
Besonders interessant war vor allem für langjährige Mitglieder die beim Fest ausgelegte Vereinschronik; vielfach wurde diskutiert, versucht, Gesichter auf den Mannschaftsfotos der zurückliegenden Jahre zuzuordnen. Auch die fein säuberlich geführten Mitschriften der Gründungssitzungen waren noch vorhanden. Als Ehrengast war neben Ehrenvorsitzendem Leonhard Knodt und Bürgermeister Reger insbesondere Gründungsmitglied Georg Melzner geladen.
Zwei Festtage
Die zwei Tage standen dabei, wie nicht anders zu erwarten, ganz im Zeichen des Fußballs. Der erst 2019 nach sechsjähriger Pause wiederaufgenommene Spielbetrieb hatte dem Verein wieder Leben eingehaucht und viele Wildenreuther am Sportheim und Vereinsleben zusammengebracht. Wichtig sei aber auch, betont Vorstand Stöckl, für die nächsten Jahre den Breitensport stärker miteinzubinden. So gibt es eine aktive Walker, Radfahrer, eine HIIT- sowie Yoga-Traningsgruppe und, sofern es das Wetter zulässt, Ski-Langläufer auf der eigenen Loipe. Sowohl Mitglieder als auch Vorstandschaft seien hier gefragt, diese Bereiche wieder mehr im Vereinsleben zu aktivieren.
Alte Herren
Neben den Feierlichkeiten wurde am Samstagnachmittag in den sportlichen Teil mit einem Spiel der Jugend gegen die DJK Neukirchen St. Christoph gestartet. Zum Abend hin war das Duell der Alten Herren, Reuth gegen Wildenreuth, der Publikumsmagnet. Hier hatten Ehemalige die Chance, noch einmal ihre Kabinettsstückchen aus vergangenen Tagen auf den Rasen zu zaubern. Lag die Heimmannschaft zur Halbzeit noch 0:3 gegen die Herren aus Reuth zurück, so wendete sich das Blatt zur zweiten Hälfte – wohl auch, weil sich für Wildenreuth knapp 20 Männer eingefunden hatten, die doch noch einmal gegen das Leder kicken wollten; die Wechselmöglichkeiten wurden entsprechend genutzt. Die Heimelf kam noch einmal auf Schlagdistanz heran, musste sich aber letztendlich gegen die Auswahl des TSV Reuth 3:4 geschlagen geben.
SVW überraschender Turniersieger
Am Sonntag hatte die frisch in die Kreisklasse aufgestiegene Mannschaft des SVW zum Turnier der Erstvertretungen aus Erbendorf, Neustadt und Windischeschenbach geladen. Die Heimmannschaft konnte im ersten Spiel die SpVgg Windischeschenbach mit 2:1 schlagen. In der anderen Partie setzte sich der TSV Erbendorf mit 2:0 gegen die DJK Neustadt/WN durch. Im Spiel um Platz 3. sicherte sich sodann die Vertretung aus Windischeschenbach mit einem knappen 5:4-Sieg im Elfmeterschießen gegen die Neustädter einen Platz auf dem Treppchen. Überraschend knapp ging es ebenso im Finalspiel zwischen dem SV Wildenreuth und dem TSV Erbendorf zu. Der TSV ging mit einem Treffer durch Hösl in Führung und beherrschte eigentlich auch das Spielgeschehen in der zweiten Halbzeit. Die Heimmannschaft ließ sich aber nicht einschüchtern und konnte durch Häupler zum 1:1 ausgleichen. Im folgenden Elfmeterschießen konnte sich dann der SV Wildenreuth durch vergebene Elfmeter der Erbendorfer Schützen durchsetzen und den Turniersieg erringen.
Insgesamt seien die Spiele alle recht ausgeglichen gewesen, oft hätten nur Kleinigkeiten den Unterschied gemacht, resümierte Trainer Bayer (SVW) den Turnierverlauf. „Dass wir das Turnier für uns entscheiden würden war nicht unbedingt zu erwarten, da wir ja langjährige Kreisklassenteams und mit der ersten Mannschaft des TSV Erbendorf sogar den Vizemeister der Kreisliga zu Gast hatten.“, so Bayer. Umso mehr freue natürlich das Abschneiden, nun gelte es, darauf aufzubauen und die weitere Vorbereitung zu nutzen, um gut für die erste Kreisklassensaison gewappnet zu sein.
"Erfolgreiches Fest"
Auch Vorstand Markus Stöckl zeigte sich mit dem Festverlauf sehr zufrieden. Insgesamt seien rund 500 Liter Bier ausgeschenkt worden und auch das Essensangebot sei gut angekommen. Besonders die Wildschweinsemmeln der Familie Erthner waren gefragt. Auch das Mittagsangebot des Gasthaus Bayer für Sonntag sei sehr gut angenommen worden, ebenso das Langos am Abend. Stöckl dankte auch den zahlreichen Kuchenspenden aus dem Ort. Einziger Kritikpunkt: Man habe bemerkt die Infrastruktur sei nicht für so viele Besucher ausgelegt, auch mit neuem Grill- und Verkaufshäuschen. Dem erfolgreichen – sportlichen als auch geselligen – Festverlauf tat dies aber keinen Abbruch.





![Ein Vertreter des BFV gratulierte bei den Festlichkeiten noch zur Meisterschaft in der A-Klasse West (Amberg/Weiden), zusätzlich gab es eine Meisterschale für die Mannschaft aus den eigenen Reihen. (v.l.n.r: Christoph Herrmann, Gruppenspielleiter Herren; Elias Meyer; Patrick Protschky (beide Spieler); Matthias Mehlhase (Spieler und Spartenleiter Fußball); Thomas Bayer (Trainer Erste); Markus Stöckl (1. Vorstand); Thomas Heining (2. Vorstand)) Bild: Luca Melzner [lum] (lucimelzner@gmx.de)](https://www.onetz.de/f/ic/ts-xl/articlemedia/2025/07/13/14bf8274-ab28-4cf2-ae35-ae51980fd762.jpg)















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