24.11.2019 - 13:57 Uhr
Winbuch bei SchmidmühlenOberpfalz

Gipfeltreffen der Fliegenfischer in Winbuch

Es ist mittlerweile ein echtes Muss für jeden Fliegenfischer, nicht nur im Landkreis, sondern aus der Oberpfalz und darüber hinaus - das Treffen der Fliegenfischer in Winbuch.

Das Fliegenfischen gilt unter den Anglern als die "Königsdisziplin" schlechthin, das nicht nur ausgefeilte Fangtechniken, sondern auch besondere Köder, nämlich "Kunstfliegen" benötigt. Heuer kamen die Teilnehmer sogar aus Österreich und der Schweiz.

Bei der Zusammenkunft stand nicht nur der Erfahrungsaustausch und das Kennenlernen im Vordergrund, sondern auch das Anfertigen von künstlichen "Fliegen". Organisiert hat dieses Treffen Hans Eiber, ein Fachmann auf diesem Gebiet, unterstützt von Hagen Leuthmetzer. An vielen Gewässern, hier zählt beispielsweise die Lauterach dazu, darf man nur "mit der Fliege" (und nur ausschließlich mit Kunstfliege oder Nymphe) nach Forelle, Äsche oder einem Saibling fischen. Wer hier erfolgreich sein will, muss das Fliegenfischen bestens beherrschen.

Im klaren Wasser tummeln sich Bachforellen, Saiblinge und Äschen. Diese Fische ernähren sich von verschiedenen Insekten und ihren Larven, zum Beispiel Eintags- und Köcherfliegen, aber auch ins Wasser gefallenen Landinsekten wie Ameisen, Käfern oder Raupen. Größere Bachforellen fressen auch die hier vorkommenden Mühlkoppen, Stichlinge und Elritzen. Insbesondere die Eintagsfliegen, aber auch die Käfer werden zum Fischen künstlich imitiert. Die große Kunst ist es, die Köder so zu fertigen, dass man die durchaus vorsichtigen Fische täuschen kann. Die Kunstfliegen kann man entweder kaufen oder selbst herstellen. Letzteres konnte man bei diesem Treffen im Dorfgemeinschaftshaus Winbuch selber ausprobieren oder verfeinern. Beim Fliegenfischen verwendet man entweder Trocken- oder Nassfliegen. Trockenfliegenfischen wird als das klassische Fliegenfischen angesehen. Hierbei werden künstliche "Fliegen" verwendet, welche auf der Wasseroberfläche treiben. Dies wird durch Fetten der Fliege oder die Verwendung schwimmenden Materials (Rehhaar, Federn) erreicht. Trockenfliegen imitieren meist lebende Insekten mit Flügeln, die gerade aus der Larve geschlüpft sind, nach. Nassfliegenfischen gilt als die geschichtlich älteste Form des Fliegenfischens. Nassfliegen sind künstliche Fliegen, die nicht schwimmen und somit unter der Wasseroberfläche zum Schlupf aufsteigende Nymphen oder dahintreibende, tote Insekten darstellen sollen. Fliegenangeln kann man grundsätzlich in jedem Gewässer.

Hintergrund:

Fliegenfischen hat lange Tradition

Das Fliegenfischen ist seit Generationen in Schmidmühlen zu Hause. Und seit vielen Generationen gehören die Treffs dieser Spezies von Anglern dazu. Erinnert sei in diesem Zusammenhang die Stammtische im ehemaligen Gasthaus Rubenbauer. Die Lauterach gilt als Urbild eines Oberpfälzer Jurabaches. Der Bach entspringt in Lauterhofen und fließt auf seinem Weg zur Mündung in die Vils in Schmidmühlen noch durch die Gemeinden Kastl und Hohenburg. Die Lauterach gehört, wie auch die Wiesent oder die Pegnitz in der Fränkischen Schweiz, zu den ertragreichen, sommerkühlen Salmonidengewässern. Aufgrund von Grundquellen entlang ihres gesamten Verlaufs bleibt die Wassertemperatur auch im Sommer in der Regel immer deutlich unter 20 Grad Celsius, im Winter schwankt sie um 8 Grad. Die Lauterach selbst ist ein noch weitgehend naturbelassener Bach und als attraktives Salmonidengewässer bei Anglern weithin bekannt.

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