"Es hat sich kein neuer Vorstand gefunden", bedauert Josef Bergler, der den Verein bis zuletzt geleitet hat. "Wir haben alle aus Altersgründen aufgehört." Dem Behinderten- und Versehrtensportverein gehörten zwar noch 48 Mitglieder an. "Aber es hat kaum jemanden mehr gegeben, der aktiv Sport gemacht hat." Der frühere Vorsitzende Josef Bergler, sein ehemaliger Stellvertreter Otto Götz und Schriftführerin Marie-Luise Bergler erinnern sich aber dennoch gerne an die aktiven Zeiten, in denen sich zwischen 50 und 60 Mitglieder sportlich betätigt hatten. "In den 70er Jahren waren es sogar mehr", blickt Götz zurück. Er hat damals eine Jugendgruppe geleitet.
Marie-Luise Bergler findet in den Unterlagen sogar noch ein Protokoll von der Gründungsversammlung am 23. April 1964 im Gasthof "Weißer Hahn". Zu den Gründungsmitglieder gehörten Xaver Neubauer, Fritz Maschke, Kurt Greger, Karl Münchmeier und Erich Baierl. "Von denen lebt inzwischen keiner mehr", sagt Götz. Zunächst existierte der Verein als Abteilung der SpVgg Windischeschenbach, erst 1967 hat er sich selbstständig gemacht und hieß Versehrtensportverein. In den Nachkriegsjahren gründeten sich in vielen Ortschaften Versehrtensportvereine. Der Bedarf war da. "Junge Männer, die im Zweiten Weltkrieg irgendeine Verletzung davon getragen haben, wollten auch Sport machen", erklärt Götz. Deshalb durften zunächst auch nur Männer mit Kriegsleiden beitreten. Auch das wandelte sich im Laufe der Jahre. "1995 haben wir uns in Behinderten- und Versehrtensportverein umbenannt", erinnert sich Bergler. Denn im Laufe der Jahre wurden die Mitglieder, die durch den Krieg beeinträchtigt waren, immer weniger.
In den Anfangsjahren standen vor allem Ballspiele wie Sitzball, Prellball, Volleyball und Faustball im Mittelpunkt. Mitte der 90er Jahre kam Gymnasitk hinzu und 2012 Hallenboccia. Beliebt waren auch Fußballtennis und Wassergymnastik, die der Verein bereits 1966 angeboten hat - damals noch im Windischeschenbacher Lehrschwimmbecken. "Danach nutzten wir das Bad im Elisabethenheim und dann das Bewegungsbad des Krankenhauses in Erbendorf", blickt Bergler zurück. Als aus dem Krankenhaus eine Rehaklinik wird, zieht die Gruppe nochmal um. Im Neustädter Krankenhaus trifft sie sich bis zur Schließung des Bads 2008. "Danach gab's keine Wassergymnastik mehr", bedauert der ehemalige Vorsitzende.
Ebenfalls sehr aktiv war die Kegelgruppe. 1965 wurde im Gasthof "Zur Fichtelnaab" in Oberbaumühle gekegelt, ab 1981 im "Grünen Baum". Die Kegler machten bei Turnieren mit und holten sich sogar den Titel des Oberpfalzmeisters. Während in den Anfangsjahren nur Menschen mit körperlichen Beeinträchtigung dem Verein beitreten durften, lockerte sich diese Reglung später. "Der Verband hat das gutgeheißen, um die Integration zu fördern", informiert Götz.
Doch nicht nur sportlich war der Behinderten- und Versehrtensportverein sehr aktiv. Unvergessen sind die vielen Urlaubsfahrten und Ausflügen. Der Verein reiste an den Bodensee, nach Ungarn, Kroatien, Berlin oder an die Mosel. "Wir waren auch einmal in Mödlareuth und sind im Sommer Rad gefahren", erinnert sich Marie-Luise Bergler. Für das ehemalige Vorstandsteam ist der Verein nun Vergangenheit, was bleibt sind schöne Erinnerungen und mehrere Ordner voll mit Zeitungsartikeln.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.