Windischeschenbach
09.04.2025 - 14:08 Uhr
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Gemeinschaftshaus Gleißenthal: Ein Dorf zeigt Engagement

In Eigenregie verwandelt die Dorfgemeinschaft Gleißenthal einen alten Stall in ein Gemeinschaftshaus. Das Ziel: Ein neuer Treffpunkt im Herzen des Ortes. Der Bauausschuss Windischeschenbach war bei einem Ortstermin voll des Lobes.

Die Bauarbeiten am Gemeinschaftshaus in Gleißenthal schreiten voran. Von außen ist zwar noch nicht viel zu sehen, doch im Inneren war die Dorfgemeinschaft bereits sehr aktiv. „Fast alle Arbeiten erledigen wir in Eigenregie“, erklärte Thomas Wilhelm, CSU-Stadtrat und Sprecher der Gleißenthaler Dorfgemeinschaft stolz. „1.900 Stunden sind schon zusammengekommen.“ Die Mitglieder des Bauausschusses Windischeschenbach, die sich am Dienstag über den Fortschritt des Projektes informierten, zeigten sich beeindruckt.

Vor einigen Jahren entstand in Gleißenthal der Wunsch nach geeigneten Räumlichkeiten. Während die Einwohner das Dorfleben im Sommer mit vielen Veranstaltungen zum Erblühen bringen, kommt es im Winter regelmäßig zum Erliegen. Zwangsweise, denn das einzige Wirtshaus in Gleißenthal ist seit 2017 geschlossen. „Im Herbst verkriecht sich jeder wieder in seinen eigenen vier Wänden“, bedauerte Wilhelm.

Bei einer Dorfversammlung im Jahr 2020 entstand schließlich die Idee, den alten Stall von Gabi und Josef Hecht zu einem Treffpunkt umzubauen. Als Thomas Wilhelm die Idee im Stadtrat vorstellte, stieß er auf breite Zustimmung. Auch das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) konnte sich mit den Plänen anfreunden und versprach Zuschüsse. An diesem Punkt kam Architekt Josef Schöberl aus Parkstein ins Spiel, der den Umbau des Stalls zum Treffpunkt plante und auch den dafür notwendigen Dorferneuerungsplan erstellte. Im November 2022 brachte der Stadtrat Windischeschenbach das Projekt offiziell auf den Weg.

Im März 2024 kam endlich die frohe Kunde: Das Amt für ländliche Entwicklung stellt für die Dorferneuerung Gleißenthal insgesamt 350.000 Euro zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Bayerischen Dorfentwicklungsprogramm. Die größte Maßnahme in diesem Paket ist das Gemeinschaftshaus mit geschätzten Gesamtkosten von 250.000 bis 270.000 Euro. Da die Dorfgemeinschaft jedoch vieles in Eigenleistung erledigt, relativiert sich diese Summe.

Bürgermeister Karlheinz Budnik lobte bei der Besichtigung der Baustelle die Einstellung der Gleißenthaler. Viele würden an die Stadt mit dem Anspruch herantreten: „Macht doch mal.“ In Gleißenthal laufe dies anders. „Hier ziehen alle an einem Strang und packen fleißig mit an.“

Der Bauausschuss traf sich zwar im Hof der Familie Hecht, um ins Gebäude zu gelangen. Doch wenn die Arbeiten fertiggestellt sind, gibt es Richtung Innenhof nur noch einen Notausgang. Auch der Privatsphäre geschuldet, wurde auf der Hofseite auf Fenster verzichtet. „Mit dem Innenausbau sind wir schon sehr weit“, freut sich Thomas Wilhelm. Kein Wunder, denn in den Reihen der Gleißenthaler finden sich sämtliche Handwerker und Facharbeiter – vom Schreiner bis zum Landschaftsgärtner. Decken, Wände, Fenster, Türen und die Elektroinstallation sind bereits montiert und eingebaut. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe sorgt für die Grundwärme im Gebäude, zu Veranstaltungen soll aber mit einem Pelletofen geheizt werden.

Hinter den neuen Fenstern versperren die alten Fassadenbretter noch die Aussicht nach draußen. Diese werden letztendlich entfernt und durch eine neue Verschalung ersetzt. „Der Stodlcharakter von außen wird erhalten bleiben“, informierte Wilhelm. Zum Gemeinschaftshaus gehört künftig ein Gastraum mit 35 Sitzplätzen, eine Küche, Toiletten (auch barrierefrei) sowie ein Technikraum. Wenn alles gut läuft, hofft die Dorfgemeinschaft, sich zum Jahresende zu ihrer ersten Weihnachtsfeier im neuen Domizil zu treffen.

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