10.10.2019 - 14:30 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Gestaltungsfibel gibt Rahmen für Sanierung vor

Was wird gefördert? Was nicht? Eine Gestaltungfibel soll Bauherren einen Leitfaden für mögliche Sanierungsmaßnahmen in der Innenstadt an die Hand geben. Architekt Peter Kuchenreuther stellt die Broschüre dem Stadtrat vor.

Ein Musterbeispiel für eine gelungene Sanierung ist das "Binner"-Haus in Neuhaus. Aufnahmen davon finden sich auch in der neuen Gestaltungsfibel.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Das Eigenheim im Grünen mit Doppelgarage und Garten galt lange Jahre als ein erstrebenswertes Ziel für junge Paare. Doch das soll sich ändern. "Wir wollen bei den Leuten die Lust wecken, wieder in die Innenstadt zu ziehen", sagte Architekt Peter Kuchenreuther am Mittwoch in der Stadtratssitzung. Einen Anreiz gibt das Kommunale Förderprogramm. Jeder, der sein Haus im Sinne der städtbaulichen Entwicklung sanieren lässt, kann mit Zuschüssen vom Freistaat und der Stadt rechnen. Kuchenreuther stellte nun die Gestaltungsfibel vor, die sanierungswilligen Hauseigentümern einen groben Rahmen vorgibt. Auf 32 Seiten wird erklärt, wie eine Sanierung im Idealfall aussehen könnte und was jeder einzelne unternehmen muss, um in den Genuss einer Förderung zu kommen. Die Fibel wird in den kommenden Wochen an die Bürger verteilt.

Dass die Broschüre ankommt, versteht sich fast von selbst, denn obwohl es bis jetzt das Nachschlagewerk noch nicht gab, hatten bereits 32 Interessenten um Beratungsgespräche gebeten. "Das hat uns positiv überrascht", sagte der Planer aus Marktredwitz. Diese Nachfrage sei ungewöhnlich hoch. Auch die Regierung der Oberpfalz habe dies wohlwollend registriert. Die kostenlose Beratung kann in Anspruch nehmen, wer innerhalb des Sanierungsgebiets wohnt. Bei diesem Gespräch wird versucht, die Vorstellungen der Bauherren mit denen der Regierung und der Städteplaner in Einklang zu bringen. Ein Beratungsprotokoll ist weitere Grundlage für die Förderung.

Nach einem Grußwort von Bürgermeister Karlheinz Budnik und einer Übersichtskarte gibt es einen kurzen historischen Rückblick, denn viele Einflüsse von einst haben die Stadt von heute geprägt. In der Fibel ist außerdem beschrieben, welche Dachformen in Frage kommen, wie die Fassade und der Sockel gestaltet werden sollen. Ein Kapitel ist den Fenstern gewidmet, die laut Kuchenreuther mindestens eine Mittelteilung haben sollten. "Wir haben zwar keinen Ensembleschutz, aber wir versuchen Überzeugungsarbeit zu leisten", setzt der Architekt auf die Bereitschaft der Bauherren. Weiter geht es mit den Eingangstüren, dem Anstrich und möglichen Werbeanlagen. Auch hier gilt: "Es geht nicht um ein individuelles Haus, sondern um eine Stadt." Ebenso wenig sollte der Eingangsbereich vernachlässigt werden. Kuchenreuth empfiehlt "liebevoll damit umzugehen".

In der Gestaltungsfibel sind viele Bilder von gelungenen Beispielen zu finden. Neben Häusern in Weißenstadt oder in Hohenberg gehört das sanierte "Binner"-Haus in Neuhaus dazu. Dennoch muss niemand Angst haben, zu irgendeiner Entscheidung gedrängt zu werden.Wer eine Förderung möchte, sollte sich an die Gestaltungsrichtlinien halten. "Wir suchen immer zusammen mit dem Bauherrn eine einvernehmliche Lösung", informierte Kuchenreuther. Wenn jemand sein Haus giftgrün streichen möchte, könne er das natürlich machen, doch dafür gebe es keinen Zuschuss.

Das "Binner"-Haus vor der Sanierung.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.