Auf der Bühne wird es zum Schluss ziemlich eng. Schon für einen agilen Typen wie Nepo Fitz allein reicht das Podium bei der Futura in Windischeschenbach kaum aus. Wenn sich dann auch noch zwei Zuschauer in Gorillakostümen zum archaischen Affentanz dazugesellen, und Fitz derweil zum Rock-Gitarristen mutiert, ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Man ahnt es schon: Es ist wieder einmal herrlich schräg und skurril, wenn der bayerische Schauspieler, Musiker und Comedian zu Gast ist.
Sein Name ist das Programm. Nennen wir es „Die große Nepo-Fitz-Show“. Drei Kameras halten das Geschehen auf der Bühne fest. Dominiert wird die Kulisse von einem großen Transparent mit dem Konterfei eines martialischen Fitz, das sich auch als Kinoplakat für eine Neuverfilmung von „Rambo“ oder den neuen Jason-Stratham-Actionreißer eignen würde. Ein akribisch ausgearbeitetes Programm darf man nicht erwarten („Das halt ich nicht mehr aus!“), der Abend lebt von der Spontanität und Improvisation.
Genau 60 Minuten ohne Pause sollen es sein, die Zeit läuft digital im Hintergrund auf der Bühne mit. Dass es dann trotzdem gut 70 Minuten werden, ist kein Schaden. Denn die nutzt Nepo Fitz, um zu zeigen, was er kann. „Der rote Faden? Ich bin der rote Faden!“, stellt er fest.
"Ich bin der rote Faden"
Fitz – der Name ist natürlich irgendwie auch Programm: Wer aus der Künstlerfamilie Fitz kommt – Mutter Lisa, Großvater Walter, Großtante Veronika – muss natürlich auch selbst den künstlerischen Weg einschlagen. Was Nepo Fitz in Windischeschenbach präsentiert, lässt sich schwer zusammenfassen. Zum einen ist es natürlich ein fast grenzenloses „Bühnen-Engagement“: Denn er steht im wörtlichen Sinne kaum auf der Bühne, in erster Linie lebt er sich dort aus: redet, schreit, brüllt, hüpft, läuft durch den Mittelgang im Zuschauerraum. „Ich bin schon ziemlich verwirrt, wenn ich auf der Bühne bin“, räumt er lächelnd ein. Er hat viel zu erzählen – von der persönlichen Erfahrung mit Auftritten auf Kreuzfahrtschiffen, von seinem Faible für Listen, um das restliche Leben zu planen („Das PDF hat 48.000 Seiten!“) bis hin zu einer Faschingsveranstaltung im Fränkischen, wo er vor dem Auftritt eigentlich schon an den Girlanden den nicht vorhandenen Humor hätte erkennen müssen.
Immer wieder bezieht Fitz auch das Publikum mit ein, besonders die erste Reihe muss für manchen Spruch herhalten. Es sind oft Alltagsgeschichten, die Fitz erzählt, natürlich entsprechend überzeichnet, aber doch immer mit einem echten, harten Kern. Das alles dann garniert Fitz mit so manchen Gedankensprüngen und in rasender Sprechgeschwindigkeit. So schwadroniert er über die Stimmung im Bierzelt beim Kabarett, hinterfragt die Verschwörungstheorien und deren Entstehen („Die haben definitiv einen anderen Internet-Anschluss als ich!“), sucht die Parallelen von Katholischer Kirche und Mandala-Malen und lässt zwischen den Zeilen auch immer wieder anklingen, wie extrem wenig er von der AfD hält. Darüber hinaus präsentiert sich der Comedian als hervorragender Musiker, der auch das Publikum zum „kollektiven Seufzen“ animiert. Viel Applaus gibt es zum Abschluss für einen gelungenen und kurzweiligen Auftritt.














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