Windischeschenbach
13.04.2026 - 12:04 Uhr

Kabarettistin Eva Karl Faltermeier begeistert Publikum in Neuhaus

Die Oberpfälzer Kabarettistin Eva Karl Faltermeier gastierte mit ihrem aktuellen Programm „Ding Dong“ erstmals auf dem Schafferhof in Neuhaus. Darin gab sie den Frauen Hoffnung für die zweite Lebenshälfte.

Eva Karl Faltermeier wuchs in Eichhofen nahe Regensburg auf. Dort habe es früher immer viel Nebel gegeben. Als dieser in den letzten Jahren weniger geworden sei, habe sich gesellschaftlich viel in dem Dorf verändert: „Die Geburtenrate habe sich halbiert und die Scheidungsrate verdoppelt“, erzählte sie dem Publikum am Schafferhof in Neuhaus. Grund dafür sei gewesen, dass sich die Bewohner jetzt auch sehen konnten.

In ihrem Programm „Ding Dong“ ging es um die Zumutungen des Alltagslebens in ihrem Dorf und um die Wechseljahre. Genauer gesagt um die Krisen in der Lebensmitte auf dem Weg zur weiblichen Selbstbestimmung. Für die Frauen im Publikum sollte es eine Art Selbsthilfegruppe und für die Männer eine Fortbildungsveranstaltung sein. Die Kabarettistin erzählte mit ihrem ganz besonderen Humor, ihrem scharfen Witz und ihrer Gabe, Sonderbarkeiten und auch ernste Themen mit einem Augenzwinkern zu präsentieren.

Zum Alltag gehörten die Beleidigungen des grobschlächtigen „Odl“ und dessen Frau „Odlin“, die Verachtung fürs Lastenfahrrad oder die Verehrung für den Eicher-Bulldog. Auch das tagelange Warten in der Schlange für die Anmeldung ihrer Kinder zur viertägigen Fahrt des Landkreises zog sich wie ein roter Faden durchs Programm. Mit ihrem rosa Flirtkorb zog sie im Edeka-Markt den „Leberkäs-Berti“ an Land. „Seitdem sind wir zusammen. Der stört nicht und passt gut zu meinen Möbeln“, befand sie.

Nach gelegentlichen Wutausbrüchen, bedingt durch die Wechseljahre, besänftigte sie sich immer wieder kübelweise mit „Hormoncreme“. Zwischendurch tauchte sie in ihre absurden Ängste ab, bei denen sie im Wald von riesigen Wildsäuen attackiert wird, sich nackt mit deren Blut beschmiert und sich damit rituell in die Freiheit kämpft. Dorthin, wo man sich gegenseitig unterstützt, statt fertigzumachen, wo auch die Welt für Kinder noch lebenswert ist.

Mit viel Selbstironie sagte sie über ihre Oberweite, dass mit Buckel und Hängeschultern hinten mehr los sei als vorn. Zum Schießen fand das Publikum auch ihr „Weinen“, das sie in ihrer Jugend als unauffälliges Synonym für Sex verwendete: „Ich habe oft nächtelang durchgeweint.“ Am Ende gab es Hoffnung für die Lebenskrise: „Sie kriegt an Bart, er an Busen, beide kriegen a Wampen.“ So könnte es zwischen Mann und Frau funktionieren.

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