07.02.2020 - 16:23 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Karl Lagerfeld der Narrhalla Windischeschenbach

Nicht jeder kann von sich behaupten, das Kleid für eine Prinzessin zu entwerfen. Markus Gesierich macht das schon seit ein paar Jahren. Immer wieder überzeugt er mit ausgefallenen Kreationen für das Prinzenpaar der Narrhalla.

Der Meister und sein Werk: Markus Gesierich (Mitte) entwirft die Garderobe für das Prinzenpaar. Auch für die Kreation, die Rebecca I. und Manuel I. in der Saison 2020 tragen, gibt es vom Publikum viel Beifall.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Wenn das Prinzenpaar der Narrhalla Windischeschenbach beim Inthronisationsball den Saal betritt, hält das Publikum den Atem an. Das Kleid der Prinzessin und das dazu passende Outfit des Prinzen ist jedes Jahr eine Augenweide. Zu kaufen gibt's die prunkvollen Kleider nicht. Sie werden extra entworfen und maßgeschneidert.

Seit vier Jahren ist Markus Gesierich für die Aussstattung des Prinzenpaares verantwortlich. Im wahren Leben ist der 45-Jährige gelernter Koch und als Küchenchef im AWO-Seniorenheim in Windischeschenbach tätig. "Ideen habe ich eigentlich immer", erzählt der Hobby-Designer. "Ich muss nicht groß darüber nachdenken." Ein Motto hat er dabei nicht im Kopf. Manchmal wirft er alle Pläne wieder über den Haufen, wenn er das Prinzenpaar kennenlernt. "Rebecca hat am Rücken ein Blumentatoo. Es hat irgendwie gepasst, das einzubauen."

Seine Entwürfe zeichnet er zunächst auf, dann bespricht er mit den beiden Schneiderinnen, was machbar ist oder nicht. Die Stoffe bestellt er bereits im August. "Denn zu dieser Zeit ist noch alles lieferbar." Ein Stoffmusterbuch hilft bei der Auswahl. "Man sollte auf einiges achten. Ist der Stoff waschbar? Dehnt er sich?"

Gesierich kann zwar nähen, aber überlässt die Arbeit lieber den Profis, die diesen Beruf gelernt haben. "Eine der beiden Schneiderinnen ist Meisterin und macht auch die Schnitte für die Kleider." Bei den Anproben ist er immer dabei und begutachtet den Fortschritt seines Werks. "Manchmal muss der Aussschnitt tiefer gesetzt oder etwas enger genäht werden", erzählt er. Zu Nadel und Faden greift er letztendlich doch. Gesierich näht die Kopfbedeckungen selbst und fügt die Deko wie Schulterklappen oder Schnüre hinzu.

"Das macht ja auch Spaß", sagt er. Es sei immer wieder spannend, wie sich seine Entwürfte von der ersten Idee bis zum fertigen Kleid entwickeln. Mit der Narrhalla ist Markus Gesierich seit Jahren verwurzelt. Zusammen mit Beate Rodler zeigte er einst als Tanzpaar sein Können, später schlüpfte auch er in die Rolle des Faschingsprinzen. "Ich kann also gut nachvollziehen, wie das ist, wenn man beim Inthronisationsball am Eingang steht und aufgeregt auf den Einmarsch wartet", erinnert er sich an die alten Zeiten.

Der frühere Tänzer und Prinz beantwortet außerdem noch eine Frage, die sich vor allem die Frauen beim Anblick des ausladenden Kleides stellen. Was macht die Prinzessin mit ihrem Kleid, wenn's sie mal auf die Toilette muss? "Ganz einfach", schmunzelt Markus Gesierich. "Da das Kleid aus Corsage und Reifrock besteht, steigt sie aus dem Rock und ist dann ähnlich gekleidet wie ein Gardemädchen. Zum Anziehen steigt sie wieder hinein."

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