02.03.2020 - 12:53 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Mineralienbörse an der KTB: Schätze von nah und fern

Funkelnde Steine, herauspräparierte Fossilien, Sammler aus Leidenschaft: Zum 21. Mal hat das Geo-Zentrum zur Mineralien- und Fossilienbörse an die KTB nach Windischeschenbach eingeladen.Viele ausgestellte Schätze kommen aus Bayern.

von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Als erstes kommen die Raritätenjäger. Als das Geo-Zentrum und die Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie Weiden am Sonntag um zehn Uhr offiziell die 21. Mineralien- und Fossilienbörse an der Kontinentalen Tiefbohrung KTB in Windischeschenbach eröffnen, drängen sich schon die ersten Sammler zwischen den Ständen der Aussteller. Rund 500 Besucher kommen jährlich, sagt Frank Holzförster. Das werde auch beim diesjährigen Saisonauftakt so sein. Gut gelaunt steht der Leiter der KTB am Haupteingang und begrüßt die Gäste. Auch Stephan Oetzinger, Landtagsabgeordneter und neuer Vorsitzender des Träger- und Fördervereins des Geo-Zentrums, wird erwartet.

Eine Börse für Sammler und Familien

Im Gegensatz zu den großen Messen in München und Nürnberg sei die Börse am KTB vor allem ein Ort für Sammler, die sich nach neuen Fundstücken umsehen und sich miteinander über ihre Leidenschaft austauschen. Zudem kommen jedes Jahr viele Familien und bewundern die edlen Steine und Versteinerungen, die es hier zu sehen gibt. Als Holzförster vor zwölf Jahren die Leitung der KTB übernahm, seien die meisten Mineralien-Interessierten um die 60 Jahre alt gewesen. Seit ein paar Jahren stellten auch Jüngere aus. "Das Interesse überträgt sich von Generation auf Generation."

Holzförster deutet Richtung Treppe am Ende des Saales, die nach oben zur Ausstellung führt. In zwei Räumen im ersten Stock tummeln sich Gäste zwischen den Ständen. Stimmengewirr, Lachen, Staunen. "Den habe ich vor ein paar Jahren in einem Steinbruch in Spanien gefunden", sagt Mineraliensammler Roland Fuchs, der seit 21 Jahren bei der Börse in Windischeschenbach ausstellt. Er deutet auf einen violetten Flußspat.

Rauchquarze, Feldspäte, Apatite, seltene Wismut-Mineralien: "Wenn ich einen Stein ansehe, weiß ich genau, wann, wo und mit wem ich ihn gefunden habe", sagt Fuchs. Mineralien lassen sich überall auf der Welt finden - in Steinbrüchen, Bergwerken, auf Feldern oder Baustellen. Auch Bayern hat zahlreiche steinreiche Gegenden, wie etwa im Fichtelgebirge, zwischen Schönficht und Tirschenreuth, in Erbendorf und in Windischeschenbach, zählt Fuchs auf.

Die Leidenschaft des Sammelns

Nicht jeder Sammler ist gleich: Manche suchen systematisch nach bestimmten Mineralien. Andere achten vor allem auf Ästhetik und Farbe, wieder andere bevorzugen bestimmte Fundorte. Was sie eint, ist die Leidenschaft für das Sammeln an sich, sagt Fuchs. Er selbst fahre etwa regelmäßig nach Portugal, wo er mit Frau und Freunden nach besonderen und seltenen Steinen sucht. Besonders einzigartig sei die Atmosphäre unter Tage in ehemaligen Bergwerken. "Da ist es stockfinster und man sieht die eigene Hand vor Augen nicht." Ausgestattet mit Stirnlampen, Helm, Bergstiefeln und Werkzeug steigen sie hinab und klopfen und suchen.

Ob man etwas findet, sei Glückssache und eine Frage der Erfahrung. Fuchs hält inne und blickt sich um: "Wenn ich einen besonders guten Fundort kenne, verrate ich den natürlich nicht jedem." Unter Freunden sei das etwas anderes, sagt der Mineraliensammler und zwinkert. Da teile man gerne.

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