10.07.2019 - 11:47 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Natur in besonderem Licht

Martin Gebhardt stellt im Geo-Zentrum an der KTB seine Fotografien aus. Es sind Aufnahmen hier aus der Region, die durch ihre Größe, aber vor allem durch ihre besondere Lichtstimmung aufallen.

Der Fotograf Martin Gebhardt vor einem seiner beeindruckenden Werke.
von FSBProfil

„Die erste Tugend eines Bildes ist es, ein Fest für das Auge zu sein“. Dieser Spruch des französischen Malers Eugène Delacroix lässt sich auch auf Fotos übertragen, vor allem, wenn es sich um poetische handelt, wie sie der Architekt und Stadtplaner Martin Gebhardt aufnimmt. Einige seiner großformatigen Werke sind in einer Sonderausstellung im GEO-Zentrum an der KTB zu sehen.

Dessen wissenschaftlicher Leiter, Frank Holzförster, lud Angehörige und Interessierte zu einer Vernissage ein. Er freute sich in seiner Laudatio, dass die Fotos mit ganz persönlichem Blick auf landschaftliche Kleinode der Oberpfalz, einer auch geologisch interessanten Region, in der Umweltstation ausgestellt sind, ehe dieser Raum für eine Dauerausstellung genutzt wird. Er habe die Initiative des Künstlers gerne aufgegriffen und zeigte anhand eines Winterfotos auf, wie sehr ihm bei längerer Betrachtung immer mehr Strukturen, Farben und eine Dreidimensionalität beeindrucken. Dem Fotografen und seiner Ausstellung wünschte er viele Besucher, vielleicht auch Käufer, denn alle Bilder sind handsigniert und können als Unikat erworben werden.

Der 53-jährige gebürtige Nabburger Martin Gebhardt wohnt in Weiden und ist seit 1995 freiberuflich als Architekt und Stadtplaner in ganz Bayern tätig. Seine Fotos entstehen seit 30 Jahren oft beiläufig auf Fahrten im Beruf oder auf Wanderungen durch die Landschaften der Oberpfalz und des westlichen Tschechiens, die in relativ kurzer Zeit erreichbar sind.

Ihm geeignet erscheinende Motive sucht er aber auch gezielt aus. Das technisch Besondere ist, dass er mit einer Smartphone- und einer Sucherkamera arbeitet. Dadurch erfüllt sich für ihn der alte Traum des Fotografen als Flaneur, der die kleine Kamera stets aufnahmebereit bei sich hat. Die Fotos werden mit einem kleinen Programm – einer App − direkt auf dem i-Phone bearbeitet und in die Social-Media-Plattform Instagram und Facebook hochgeladen. Das kann unabhängig von weiterer Technik fast überall erfolgen und erinnert an das alte Polaroid-Sofortbild-Verfahren. Mit geschultem Auge für das passende Motiv und den richtigen Bildausschnitt nutzt er als Frühaufsteher vor allem das weiche Morgenlicht für seine künstlerischen Fotos, die Raum zur Wirkung brauchen.

In ihnen drückt sich ein tief empfundenes Gefühl der Verbundenheit mit diesen Landschaften aus, in denen Personen nur selten vorkommen und wenn, dann eher als Staffage wie in Architekturzeichnungen. Architektonische Elemente sind tatsächlich auch in vielen seiner Aufnahmen zu finden und geben ihnen einen Hauch der Romantischen Malerei, bei der vor allem Caspar-David Friedrichs Gemälde Inspirationsquelle sind, eine Verbildlichung der Sehnsucht nach der heilen Welt in bewegten Zeiten.

Die neun quadratischen (ein mal ein Meter) und drei doppelt so großen Bilder zeigen das Kloster Speinshart bei Sonnenaufgang, im Morgennebel, mit dem Klosterweiher an einem Mai-Morgen und im Lichtschein, die Himmelsleiter bei Tirschenreuth mit Schwänen und sich im Wasser spiegelnd, einen Weiher bei Luhe an einem Frühjahrsmorgen, eine Zwiesprache eines Baumes mit einer Statue bei Barbaraberg, den ersten Raureif und Schnee im Wald bei Hildweinsreuth, einen Sonnenaufgang über der Burg Leuchtenberg, Schloss Königswarth bei Marienbad am Morgen und den Prager Hradschin vom Petřín-Park mit blühenden Obstbäumen gesehen.

Die Ausstellung ist bis zum 4. August täglich von 10 bis18 Uhr im Rahmen einer kostenpflichtigen Besichtigung der Umweltstation zu sehen.

Die Bilder laden förmlich
Sonnenaufgang über Burg Leuchtenberg
Frank Holzförster (Zeweiter von rechts), wissenschaftlicher Leiter des GEO-Zentrums, eröffnet die Fotoausstellung von Martin Gebhardt (ganz rechts).
Der Hausherr Frank Holzförster (links) und der Fotograf Martin Gebhardt
Bilder einer Ausstellung.
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