07.08.2019 - 14:58 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Neue Pläne für KTB-Bohrturm: 83 Meter hohe Treppe

Frank Holzförster zitiert Martin Luther King: "I had a dream." Der Leiter des Geo-Zentrums an der KTB träumt nicht allein. Ein Politiker teilt die Vision, dass mittelfristig eine Treppe bis zur Spitze des 83 Meter hohen Bohrturms führt.

Bislang ist der KTB-Turm nur bis zur Bohrplattform in etwa 17 Meter Höhe begehbar. Der Leiter des Geo-Zentrums Frank Holzförster (links) und CSU-Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger wollen ihn bis in ein paar Jahren bis zur Spitze zugänglich machen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Plus-minus fünf Jahre" könnte es dauern, dass der Riese, der längst Wahrzeichencharakter für die Region hat, bis ganz oben hin begehbar ist, schätzt Stephan Oetzinger. Dabei soll aber nicht ein reiner Aussichtspunkt wie die hölzerne Kugel am Steinberger See entstehen, sondern ein Bildungsort. Schließlich ist das Geo-Zentrum auch Umweltstation und außerschulischer Lernort, da wird ein didaktisch-pädagogischer Ansatz erwartet.

Geologen sprechen davon "Landschaft in Wert zu setzen", erklärt Holzförster. Das könnte auf dem Turm geschehen, dessen fantastischer Rundumblick auch einen Einblick in die Erdgeschichte geben könnte. Nach Norden hin liegen dem Besteiger Steinwald, Fichtelgebirge, Egergraben und Erzgebirge zu Füßen, im Süden der Naabeinschnitt bei Luhe, im Westen der Rauhe Kulm und Parkstein.

Schautafeln, Monitore und interaktive Bildschirme oder Ähnliches könnten erläutern, warum dieses Panorama aus geologischer und erdgeschichtlicher Sicht so spannend ist. Das alles könnte mit "150000 Euro plus x" zu stemmen sein, schätzt Oetzinger vorsichtig. Der Abgeordnete ist seit Kurzem auch Vorsitzender des Fördervereins am Geo-Zentrum.

Bei allem, was Zugang oder Treppe heißt, fällt automatisch das Wort Barrierefreiheit. Die wird kaum zu verwirklichen sein, deuten Holzförster und Oetzinger an. "Es war mal ein gläserner Aufzug im Gespräch. Aber das ist kaum finanzierbar und passt nicht zum Turm. Zudem sind die Wartungskosten unbezahlbar."

Eine Treppe ist da schon einfacher, allerdings wird das Geo-Zentrum auch dabei auf Drittmittel, sprich Spenden und Sponsoren angewiesen sein.

Zu all dem braucht es aber einen Beschluss des Stiftungskuratoriums. Das kommt im Dezember zur nächsten Sitzung zusammen. Kuratoriumsvorsitzende Christina von Seckendorff steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber, zunächst stehen aber andere Aufgaben an. "In Wert setzen" heißt, den über 30 Jahre alten Turm von unten nach oben auf Vordermann zu bringen. Das Getriebehebewerk ist arg in die Jahre gekommen, die Bohrplattform mit Steuerstand schreien ebenfalls nach Überholung. Bei all diesen Arbeiten steht auch zu befürchten, dass hier Korrosionsschäden auftauchen und dort verwitterte Bolzen Für all dies reicht das Geo-Zentrum demnächst einen Projektantrag beim Umweltministerium in München ein.

Zuletzt waren die Besucherzahlen leicht rückläufig. "Jedes Museum muss sich verändern, damit die Leute wiederkommen. Wir müssen zusätzliche Strahlkraft für das Geo-Zentrum entwickeln," sagt Oetzinger. Das schließt auch den Umgriff von Bohrturm, Ausstellung und Verwaltungsgebäude mit ein. Dort wuchert zurzeit unterhalb der Photovoltaikanlage wildes Buschwerk vor sich hin. Das soll ausgeschnitten und im Sinne der Umweltstation kultiviert werden. Einige Blühflächen sowie wertvolle Gehölze wie Rosen oder Kirschbäume bleiben stehen, der Rest soll eine Streuobstwiese werden. Im Idealfall schon im nächsten Frühjahr. "Das ist unsere originäre Aufgabe, das hat viel mit dem Boden zu tun", betont Holzförster. Als Umweltstation werde man regelmäßig zertifiziert. das Ministerium schaue dabei genau hin, was auf dem Gelände laufe, auch im Sinne der Bildung.

Ist dann irgendwann auch der Turm einmal bis ganz nach oben begehbar, werden einige wohl trotzdem nur die Aussicht genießen und den Bildungsauftrag verdrängen, ist den Treppen-Träumern bewusst. Halb so schlimm, findet Frank Holzförster: "Ein bisschen was bleibt immer hängen."

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