02.10.2018 - 13:15 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Ortsfeuerwehren üben im Seniorenheim

Die ILS Nordoberpfalz gibt den Notruf weiter: Rauchentwicklung im AWO-Seniorenheim Windischeschenbach mit zwei eingesperrten Personen. Auf die fünf Ortsfeuerwehren wartet jede Menge Arbeit.

Erst vor wenigen Tagen wurde das Saugschlauch kuppeln in einer Leistungsprüfung geprobt. Jetzt durften die Floriansjünger ihr Können in der Praxis unter Beweis stellen.
von SMLProfil

Das Szenario der Übung: Die Hausfriseurin bemerkte starken Rauch im Kellergeschoss. Sie und ihre ältere Kundin konnten das Zimmer nicht mehr verlassen. Durch den Notrufen wurden die Feuerwehren Windischeschenbach, Neuhaus, Bernstein, Dietersdorf und Naabdemmenreuth sowie die Drehleiter der Kameraden aus Neustadt alarmiert. Zeitgleich rückte die Unterstützungsgruppe Rettungsdienst der BRK Bereitschaft Windischeschenbach an.

Die knapp 70 Helfer wussten nicht, das es im Nachhinein noch hieß, zusätzlich den Hausmeister mit seinem Helfer, die sich ebenfalls im Keller befanden, zu finden und zu Retten.

Angelehnt an den Einsatz in Neustadt, bei dem ein kleiner Kabelbrand für jede Menge Rauch und einen Großeinsatz im Altersheim St. Martin war auch bei dieser Übung nur eine kleine Ursache schuld. Ein brennender Abfalleimer mit Styropor kann im Ernstfall für kräftige Rauchentwicklung sorgen.

Überwacher der Übung und federführender Kommandant André Stessmann lobte den Ablauf der Übung: „Wenn man bedenkt, das um 13.54 Uhr das erste Fahrzeug am Einsatzort eintraf und um 14.25 Uhr alle Verletzten gefunden, gerettet sowie das Feuer gelöscht war, ist die Übung sehr sauber abgelaufen.“ Einsatzleiter Matthias Höning und der stellvertretende Kommandant Andreas Forster lobten die professionelle Zusammenarbeit der Wehren. Es sei vorbildlich gearbeitet worden. Keiner habe die Arbeit der anderen behindert. Die größte Herausforderung lag diesmal bei den Ortswehren Bernstein, Dietersdorf und Naabdemmenreuth. Nachdem Windisch-eschenbach und Neuhaus in erster Linie für den Erstangriff und die Personenrettung eingeteilt waren, galt es für Kameraden eine Wasserversorgung herzustellen. Dabei mussten zwei 260 Meter lange Schlauchstrecken erstellt und ein Höhenunterschied von 25 Meter überwunden werden. Schnell wurde klar, das die Wasserentnahmestelle am Polier nicht richtig zugänglich ist. Abschnittsleiter für die Wasserversorgung Thomas Weiß aus Bernstein appellierte an die Stadt, diese Umstände schnellstmöglich zu ändern. „Man möchte nicht wissen, wie es im Ernstfall und vielleicht sogar im Winter sein mag“, fragte sich der Bernsteiner Kommandant.

Thomas Wilhelm, Feuerschutzreferent der Stadt Windischeschenbach und ebenfalls als aktiver Teilnehmer der Übung, versprach eine schnelle und unbürokratische Änderung dieses Zustandes. „Es ist gut, das dieses Dilemma bei einer Übung bemerkt wird. So kann man dein Einsatzplan abändern und optimieren.“

Johannes Windschiegl, der die Übung mit der Unterstützungsgruppe Rettungsdienst vom BRK Windischeschenbach begleitete, merkt in der Nachbesprechung an, das im Ernstfall und bei einer möglichen Evakuierung rund 18 Rettungswägen, 6 Notarztfahrzeuge und diverse Schnelleinsatzgruppen anrücken müssen. „Wo stellt man die knapp 30 Fahrzeuge hin?“, fragte er sich. Es sei auch zu überlegen, Behandlungsplätze einzurichten. „Auch wenn genügend Fahrzeuge vorhanden sind, haben die umliegenden Krankenhäuser nicht die Kapazitäten“, sagte Windschiegl. Stessmann kündigte im Anschluss noch eine Übung im Windischeschenbacher Kinderheim an. Diese soll zusammen mit allen Ortswehren auch noch in diesem Jahr abgehalten werden.

Kein Einsatz ohne Störung:

Obwohl die Bürger durch Berichte in Presse und Rundfunk für die Arbeit der Rettungskräfte eigentlich sensibilisiert sein sollten, gibt es trotzdem uneinsichtige Mitbürger. So wollten zu Beginn zwei Besucher in der Feuerwehrzufahrt parken. Auf den freundlichen Hinweis, das gleich die Feuerwehr käme, wurde mit Murren und Schimpfen nachgegeben. Ein anderer Bürger wollte während des Einsatzes über die ausgerollten Schläuche der Feuerwehren fahren. Zuschauer berichteten, wie er nach seinem Fehlversuch die Einsatzkräfte vehement bedrängte ihren schweren Lkw in einer Engstelle auf die Seite zu fahren, um seine Fahrt fortsetzen zu können. „Auch wenn es nur eine Übung ist, sollte man die Arbeit der Einsatzkräfte respektieren. Sie haben keine Zeit, um sich mit solchen Problemen auseinander zu setzen“ berichtet ein weiterer Beobachter empört.

Dichter Rauch im Treppenhaus des AWO Seniorenheimes. Ein brennender Papierkorb mit Styropor wurde als Einsatzszenario nachgestellt.
Mammutaufgabe: 25 Höhenmeter auf einer Strecke von 260 Metern galt es zu überwinden um eine konstante Wasserversorgung zur Brandbekämpfung herzustellen.
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
Großübung im AWO Seniorenheim
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Großübung im AWO Seniorenheim
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Großübung im AWO Seniorenheim
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