Von Michaela Lowak
Der Stadt Windischeschenbach ist es gelungen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich Schulden abzubauen. 2017 wies die Bilanz 8,8 Millionen Euro aus, aktuell liegt diese Zahl bei 3,6 Millionen Euro. Doch dies wird nicht so bleiben. Ende des Jahres 2026 könnte der Schuldenstand auf rund 8,6 Millionen Euro steigen. Diese Nachricht nahmen die Mitglieder des Stadtrats in Windischeschenbach am Mittwoch in der Sitzung eher gelassen entgegen. „Der Grund für diese Entwicklung ist kein Geheimnis“, sagte Bürgermeister Karlheinz Budnik. „Der Haushalt 2026 steht ganz im Zeichen des Neubaus unserer Grund- und Mittelschule.“
Ob es dann tatsächlich zu dieser hohen Summe kommt, hängt davon ab, ob dieser Rahmenkredit ausgeschöpft werden muss oder nicht. Wenn alle prognostizierten Einnahmen so kommen wie erhofft, könnte auf einen Kredit verzichtet werden. „Wir wissen nicht genau, wann die Förderungen eintreffen und ob wir etwas zwischenfinanzieren müssen“, erklärte Budnik. Insgesamt kann die Stadt mit 10,2 Millionen Euro an Zuschüssen rechnen.
12,5 Millionen für Investitionen
Der einkalkulierte Kreditrahmen wirkt sich natürlich auch auf das Gesamtvolumen des Haushalts 2026 aus. Mit 28,5 Millionen Euro ist dies ein neuer Rekord. Was sich auf dem Papier als rote Zahlen darstellt, ist in der Realität ein ganzes Paket an Investitionen, das sich auf 12,5 Millionen Euro beläuft. Neben dem Schulhausneubau ist Geld für den Breitbandausbau, den Radweg Richtung Scherreuth, verschiedene Straßenbaumaßnahmen, den Pumptrack, die Druckerhöhung Gerbersdorf, verschiedene Anschaffungen für den Bauhof, die Dorferneuerung Gleißenthal, die Brunnensanierung und Erneuerungen im Freibad vorgesehen. Außerdem ist eine neue Heizzentrale notwendig, die als zusätzliches kleines Gebäude auf dem Schulareal entstehen wird. Bisher wurden Schule, Kindergarten, Einfachturnhalle und Kindergarten mit der 20 Jahre alten Hackschnitzelanlage, die im 50er-Jahre-Gebäude der Schule untergebracht ist, geheizt.
Budnik sprach in der Sitzung das Thema Schulden ganz offen an. „Ja, der Schulneubau wird in den kommenden Jahren eine Kreditaufnahme erforderlich machen“, gab er zu. Doch die entscheidende Frage sei: „Warum nehmen wir diese Kredite auf? Wir investieren in eine Schule, in Bildung und in die Zukunft unserer Kinder.“
Stadtkämmerer Thomas Krapf informierte das Gremium über die wichtigsten Eckdaten. Im Verwaltungshaushalt stehen 15.110.200 Euro zu Buche, im Vermögenshaushalt 13.385.100 Euro. Bedeutende Einnahmen der Stadt sind die Grundsteuer A und B (630.000 Euro), die Gewerbesteuer mit 2,7 Millionen Euro, der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (3,2 Millionen Euro) und die Schlüsselzuweisungen mit 1,7 Millionen Euro.
Gewerbesteuer rückläufig
Krapf verwies auf die Gewerbesteuer, die zwar immer noch gut sei, aber das Niveau vom Vorjahr (4,2 Millionen Euro) nicht mehr erreiche. Aus den allgemeinen Rücklagen können 149.000 Euro entnommen werden, und die Mindestzuführung zum Vermögenshaushalt wird mit 763.000 Euro erreicht. „Ein Indiz dafür, dass der Haushalt auf gesunden Beinen steht“, sagte er.
Markus Weidner (CSU) und Werner Sauer (SPD) sprachen sich unisono für den Haushaltsplan 2026 aus. „Damit gestalten wir weiterhin unsere Stadt“, sagte Weidner. „Projekte, die verschoben oder aufgehoben wurden, lassen sich später nur schwer realisieren“, spielte Sauer auf den Investitionsplan an.
Markus Herrmann (Freie Wähler) kritisierte, dass sich alles dem Schulhausneubau unterordne. Er wollte deshalb vom Kämmerer wissen, ob sich die Stadt auch noch andere Dinge leisten könne, wie etwa einen maroden Kanal zu sanieren. Thomas Krapf hatte darauf eine klare Antwort: „Wir dürfen Kredite nicht verteufeln“, sagte er. In jeder guten Firma würden sich Eigen- und Fremdkapital die Waage halten. Die Stadt Windischeschenbach könne den Schulhausneubau gut bewältigen und trotzdem auch noch leistungsfähig bleiben.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.