19.07.2020 - 13:57 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Sand, Graphit und Profit im Schatten des KTB-Bohrturms in Windischenschenbach

Eine neue Ausstellung beleuchtet das Thema Bodenschätze im Geo-Zentrum an der KTB unter technischen, kulturellen und politischen Aspekten. Und unter regionalen.

Wissenschaftlicher Leiter Frank Holzförster (Dritter von links) führt an einem Diorama alle Stufen der Sandgewinnung und -verarbeitung vor.
von Redaktion ONETZProfil

Jeder Mensch in Deutschland verbraucht täglich 44 Kilo Rohstoffe, die Bestandteile in Häusern, Fahrzeugen, Elektrogeräten, Glas, Mikrochips, Kosmetikartikeln oder Lebensmitteln sind. So heißt es auf einem Großplakat am Eingang zur neuen Dauerausstellung „Bodenschätze – die wert-volle Erde“, die am Freitag im Geo-Zentrum an der KTB offiziell eröffnet wurde.

Landtagsabgeordneter Stephan Oetzinger begrüßte als Vorsitzender des Förder- und Trägervereins etwa 40 Gäste, darunter die Stiftungsvorsitzende Christina von Seckendorff, Bürgermeister Karlheinz Budnik, den Tirschenreuther Landrat Roland Grillmeier, Manfred Hoffmann und Matthias Reimann von der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Bergbau- und Mineralgewinnungsbetriebe (ABBM), den wissenschaftlichen Leiter Frank Holzförster sowie Vertreter von Verbänden und Schulen.

Ein Dank galt den finanziellen Unterstützern: dem bayerischen Umweltministerium, das ein dazu laufendes Projekt mit 300000 Euro fördert. Weiteres Geld kommt von ABBM und dem Bayerischer Industrieverband Steine und Erden.

Manfred Hoffmann betonte, dass es nicht selbstverständlich sei, Zugang zu Rohstoffen haben. Die durch den Bergbau entstehenden Wunden in der Landschaft könnten durch Umwidmung in Freizeitareale oder durch ökologische Initiativen für Artenvielfalt geheilt werden.

Frank Holzförster sieht die Ausstellung unter einem bildungspolitischen Aspekt Schlagwort und als Basis für ein neues Lernmodul „Rohstoffe“ am Geo-Zentrum, das in den nächsten zwei Jahren geschaffen werden soll. Als Hauptzielgruppe nannte er Schüler. Deshalb habe man auf verständliche Texte Wert gelegt. So wurde auf die Darstellung von Rohstoffen, die schon in Museen der Region gezeigt werden, ebenso bewusst verzichtet, wie auf Öl und Gas angesichts des Ausstiegs aus der fossilen Energiewirtschaft.

Wegen der Bedeutung der Oberpfalz als „Ruhrgebiet des Mittelalters“ berücksichtigte man den historischen Bereich. Holzförster bedankte sich bei den zahlreichen Unterstützern sowie Ausstellungsgestalter Winfried Helm aus Passau.

Die Bodenschätze-Schau gliedert sich in die drei Bereiche „Sand – Der unterschätzte Schatz“, „Graphit – Schwarzes Gold“ und „Seltene Erden – Treiber der modernen Welt“. Schautafeln, zwei Monitore mit Videofilmen und eine Vielzahl von Exponaten informieren über Vorkommen, Aufbereitung, Bedeutung und Verwendung der Rohstoffe. In einem Diorama, einem dreidimensionalen Schaubild, wird der Weg der Sandgewinnung vom Abbau bis hin zur Renaturierung dargestellt. In vier Schauröhren lagern verschiedene Sand- und Kiesarten bis 32 Millimeter Größe. Ein Kameramikroskop mit hoher Auflösung zeigt auf dem Bildschirm sieben Proben von Fluss-, Strand- und Dünensand.

Von der Decke hängen 17 Würfel der Seltenen Erden im Periodensystem. Ein dunkler Graphit-Bergwerksstollen vermittelt ein Untertage-Gefühl. Der Besucher verlässt den Saal mit einem Blick auf das Großplakat „Ausblick“: Gesellschaft und Politik bestimmen, wie verantwortlich mit den Schätzen der Erde in Zukunft umgegangen wird. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr als Teil der Umweltstation zu sehen.

Mehr aus dem Geo-Zentrum an der KTB

Sand- und Kiesröhren (links) und Exponate in Glasvitrinen zum Thema Graphi“.
Blick in den Ausstellungsraum mit dem Graphitbergwerksstollen (rechts) und den Würfeln der Seltenen Erden.
Diorama zu Kiesabbau und die Renaturierung.
Schaukasten zum Thema „Graphit“ und „Graphen“.
Im Bergwerksstollen.
Kameramikroskop mit Monitor.
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