23.01.2019 - 14:27 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Sieben lebensrettende Minuten

Die Helfer vor Ort überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsdienste. In Windischeschenbach im Schnitt sieben Minuten, die Leben retten können. Allerdings braucht die Truppe unbedingt Verstärkung.

Das BRK zählt auf langjährige Mitglieder. Von links: Johannes Windschiegl, Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer, stellvertretende Kreisgeschäftsführerin Edeltraud Sperber, Isabell Schieder, zweiter Bürgermeister Erich Sperber, Ediz Kozanli, Bereitschaftsleiter Rüdiger Ubrig, Sophia Schieder und Bürgermeister Karlheinz Budnik
von Externer BeitragProfil

Darum warb die BRK-Truppe in der Jahreshauptversammlung. Die Helfer vor Ort (HvO) schulterten im vergangenen Jahr zu 359 Einsätzen, 31 weniger als im Jahr zuvor. Die Ausrückequote lag bei 71 Prozent. Durchschnittlich waren die Ehrenamtlichen sieben Minuten vor dem Rettungsdienst bei den Menschen in Not und legten dabei 1580 Kilometer zurück. Etwa 38 Minuten dauerte ein Einsatz im Mittel, es wurden 252 Patienten versorgt.

Der April und Juni waren die einsatzstärksten Monate. Auffällig war auch die Einsatzaufkommen in den Abendstunden sowie an Wochenenden. Meist handelte es sich um Freizeit-, Verkehrs- und Haushaltsunfälle, aber auch internistische und chirurgische Notfälle, zu denen die Helfer gerufen wurden. Bereitschaftsleiter Rüdiger Ubrig dankte den HvO-Einsatzkräften, besonders Johannes Windschiegl, der sich vor einiger Zeit eigentlich der benachbarten Bereitschaft Neustadt angeschlossen hat, jedoch weiterhin bei Einsätzen in und um Windischeschenbach zur Verfügung stehe. Ubrig machte jedoch deutlich, dass mehr Einsatzkräfte notwendig seien, um das Ziel einer 100-Prozent-Ausrückequote wieder realisieren zu können. Interessierte seien jederzeit willkommen.

Eine weitere Aufgabe neben der HvO-Tätigkeit ist die Bereitstellung einer Schnell-Einsatz-Gruppe "Betreuungsdienst" im Landkreis Neustadt. Diese verzeichnete im vergangenen Jahr neun Einsätze. Diese Gruppe kümmerte sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte zum Beispiel bei der Suche nach vermissten Personen oder bei größeren Brandeinsätzen. Größter Einsatz war der Brand im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Martin in Neustadt. Des Weiteren wurde die Gruppe zu acht Sanitätsabsicherungen bei größeren Veranstaltungen angefordert und leistete dabei für 25 Personen erste Hilfe. Ferner fanden im vergangenen Jahr vier Blutspendetermine statt. Auch dafür erbrachten die Mitglieder um Ramona Meixner und Ilona Zimmermann viele ehrenamtliche Dienststunden.

Jede Menge Freizeit investierten die Sanitäter in die Aus- und Weiterbildung sowie in die gutbesuchten Gruppenstunden der Bereitschaftsjugend. Insgesamt haben alle 2018 mehr als 11.200 ehrenamtliche Stunden erbracht. Ubrig verkündete stolz: „Das lang ersehnte neue Fahrzeug ist bestellt, wird gerade ausgebaut und kann hoffentlich bald in Dienst gestellt werden.“

BRK-Kreisgeschäftsführer Sandro Galitzdörfer war stolz auf die örtliche Truppe: „Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unserer täglichen Arbeit. Ohne Ehrenamt wären Großeinsätze wie beispielsweise im vergangenen Jahr der Brand im Pflegeheim in Neustadt nicht zu schultern. Bleibt so engagiert und macht weiter so“, lautete seine Bitte.

Gemeinsam mit Stellvertreterin Edeltraud Sperber und Bereitschaftsleiter Ubrig ehrte Galitzdörfer langjährige aktive Mitglieder: Isabell Schieder, Sophia Schieder, Wernher Hahn, Alexander Otto und Domenik Zonnefeld für je 5 Jahre, Ilona Haderer, Ediz Kozanli und Silvio Rupp für je 20 Jahre sowie Berta Zeitler für 40 Jahre.

Markus Zimmermann von der Kreisfachdienstleitung HvO machte deutlich, dass das Personalproblem im HvO-Dienst kein örtliches Problem sei. Alle HvO-Standorte im Kreisverband Weiden-Neustadt benötigten Nachwuchs oder auch Wiedereinsteiger Interessierte könnten sich jederzeit vor Ort oder in der Kreisgeschäftsstelle in Weiden melden. Gerne stehe man für Informationen zur Verfügung.

Bürgermeister Karlheinz Budnik den Helfern für das unermüdliche Engagement. „Es war mir eine Freude, auf Geschenke zu meinem runden Geburtstag zu verzichten und dafür um Spenden für euer neues Einsatzfahrzeug zu bitten. Dies kommt der ganzen Bevölkerung zugute“, sagte der Rathauschef.

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