Dem Musikkabarettisten und Comedian Bewie Bauer aus München sieht man seine mittlerweile über 50 Lenze nicht an. Im Gegenteil: Er ginge locker als 30er durch. Er rockt auf der Bühne der Schafferhof-Tenne mit seinen „Herzerlgitarren“ und der „Glitter Gitte“ wie ein Junger. Auf der Zielgeraden zu seinem runden Geburtstag kam er ins Grübeln. So stellte er sein aktuelles Programm auf die Beine, in dem die Grenzen zwischen Stand-Up-Comedy, Parodie und Musikkabarett ineinander fließen. In dem rasanten Crossover-Konzept ging es Schlag auf Schlag: Rocksongs wechselten sich mit skurrilen Figuren aus seinem bayerischen Alltag ab. Dazu gesellten sich noch pointierte Beobachtungen und Erlebnisse aus seinem Erwachsenwerden.
Nachdem er in der Rolle als „Schellen-Schorsch“ das Publikum auf die „Musik-Dings-Show“ einstimmte und mehrere Stufen des Applauses bis hin zur Ekstase übte, bekannte Bauer, ein echtes Kind der 80er zu sein. Einer Zeit, in der es noch richtige Bands und handgemachte Rockmusik gab.
Geboren 1975 in Oberbayern, wuchs er mit fünf Brüdern in nicht immer rosigen Zeiten auf. Vergessen kann er dabei nicht die kratzigen Strumpfhosen, die sich wie Schmirgelpapier anfühlten. Mittlerweile vom Leben und nicht von Tattoos gezeichnet, erinnerte er sich an den Kauf seiner ersten Gitarre: „Montag ein Date, Mittwoch eine Abfuhr und Freitag eine neue E-Gitarre aus Frust darüber“, klärte er auf. Schon früh begann er an G.A.S., dem Gitarren-Ausrüstungsanschaffungs-Syndrom zu leiden, was ihm eine stattliche Gitarrensammlung bescherte. Seine Instrumente standen auch im Mittelpunkt seiner überwiegend rockigen Lieder. Bei „Wer am lautesten plärrt, werd g’hert“ sangen die Zuhörer den Refrain lautstark mit.
Bauer glänzte auch als Meister der Parodie. Urkomisch rappte er als ehemaliger Schulkamerad und Verschwörungstheoretiker „Specki“, karikierte vortrefflich den schwurbelnden CSU-Dorfbürgermeister Hans Rampfinger oder glänzte in seiner Paraderolle als ehemaliger Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Nachdenklich stimmte er am Ende, als er auf das für ihn wichtige Thema Organspende zu sprechen kam. Er selbst spendete seinem Bruder Franz vor Jahren eine Niere. „Egal ob man spenden will oder nicht: Wichtig ist, Klarheit für die Hinterbliebenen zu schaffen“, stellte er fest.














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