18.10.2020 - 11:55 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Thomas Schreckenberger bittet in Windischeschenbach: Lass es Hirn regnen

Thomas Schreckenberger begeistert mit seinem Programm "Hirn für alle" mit Witz, Ironie, bitterbösem Humor und hervorragenden Parodien bei der "Futura".

"Hirn für alle" wünscht sich der Stuttgarter Kabarettist Thomas Schreckenberger. Mit viel Witz, Ironie und ausgezeichneten Parodien unterhält er das Publikum auf der Kleinkunstbühne der Futura prächtig.
von Hans PremProfil

„Herr, lass es Hirn für alle regnen“. Der fromme Wunsch des Kabarettisten Thomas Schreckenberger bleibt wohl der Vater des Gedankens. Genügend Hirn hatten wohl alle, die am Samstagabend in die Mehrzweckhalle gekommen waren und sich so auch in Zeiten der Corona-Pandemie wieder einmal richtig auslachen konnten.

Mit viel Witz, Ironie, teils bitterbösem Humor und hervorragenden Parodien nimmt der Baden-Württemberger das Publikum mit auf eine Reise durch Politik und Gesellschaft. Er zeigt auf, wo und bei wem es mit dem Hirn noch gewaltig hapert. „Jeder hat eines, aber ich bin mir nicht sicher, ob er es auch benutzt.“

Die Mehrzweckhalle ist sehr gut besetzt. Die Organisatoren der "Futura" achten auf Maske und Abstand. Das Publikum ebenfalls. Viele Besucher behalten selbst auf ihren Plätzen die Masken auf. Was in der Halle fehlt, ist natürlich die kuschelige Wohnzimmeratmosphäre, die die Kleinkunstbühne an ihrem alten Spielort einen Stock höher seit vielen Jahren ausgezeichnet hat. Trotzdem haben die Freunde des Kabaretts ihre helle Freude am Geschehen auf der Bühne.

Schreckenberger nimmt von Donald Trump („Corona ist die einzige Chance, dass er sein Amt verliert“) bis Andreas Scheuer, von der Smartphone-Generation bis zu unseren Bildungseinrichtungen mit Helikopter- und Druckeltern und natürlich Mutti Angie unter die Lupe und gehörig auf die Schippe. Aus der Vielzahl der Beispiele aus dem aktuellen politischen Diskurs und Beobachtungen unserer Gesellschaft zieht er die Erkenntnis, dass wir Menschen uns immer mehr dem Verhalten der Seescheide nähern. Das Tier treibt im Meer und ernährt sich von Plankton. Irgendwann wird die Seescheide dort sesshaft, wo es ihr gefällt, sie lässt sich nieder und bewegt sich nicht mehr. Da das Tier dann sein Gehirn nicht mehr braucht, frisst es es auf.

Immer wieder baut Schreckenberger geschickt Typen wie Angela Merkel, Winfried Kretschmann, Horst Seehofer, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer in seine Themen mit ein. Er parodiert alle perfekt. Am Ende gibt es großen Applaus für den Stuttgarter und eine Zugabe mit Klaus Kinski, der in den Geist unserer Bundeskanzlerin schlüpft.

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