24.08.2018 - 10:26 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Viel zu wenig Betten

Was passieren kann, wenn ein größerer Beherbergungsbetrieb wegfällt, bekommt zurzeit die Zoigl-Hauptstadt zu spüren. Die Folge sind weniger Urlauber und weniger Übernachtungen.

Der 83 Meter hohen Bohrturm beim Geo-Zentrum an der KTB.
von Martin Staffe Kontakt Profil

(ms) Während der Tourismus in Bayern und auch in der Oberpfalz boomt, muss Windischeschenbach im ersten Halbjahr 2018 schmerzliche Einbußen hinnehmen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik ist die Zahl der Übernachtungen von 13 251 auf 11 899 zurückgegangen. Das sind 10,2 Prozent weniger. Und auch die Gäste sind weniger geworden: Sie sanken von 7346 auf nur noch 6393. Das Minus beträgt 13 Prozent.

Marques Dias von der Tourismusabteilung im Rathaus führt die negative Entwicklung in erster Linie auf die Schließung des "Oberpfälzer Hofs" im vergangenen Jahr zurück. Das Hotel hatte immerhin 58 Betten. Und auch das Aus des Jugendtagungshauses Stützelvilla Ende 2016 mit 69 Betten macht sich noch bemerkbar.

Im Kreis auf Platz zwei

Trotz der Minuszahlen liegt die Stadt am Tor zum Waldnaabtal mit ihrer Bilanz immer noch im Landkreis Neustadt mit an der Spitze. Nur der Markt Tännesberg bringt es mit 15 687 auf mehr Übernachtungen. Windischeschenbach profitiert von zahlreichen Attraktionen, die ein absolutes Alleinstellungsmerkmal sind.

Zugpferd Nummer eins im Landkreis ist das Geo-Zentrum an der KTB mit dem höchsten Landbohrturm der Welt. Die 83 Meter hohe Anlage kann täglich bei einer Führung bestiegen werden. Interessant sind auch das Geo-Labor, das Geo-Kino im Tagungssaal sowie der interessante Geo-Shop mit Caféteria. Im ersten Halbjahr 2018 kamen 11 200 Besucher, das sind 500 mehr als 2017.

Zoigl und Windischeschenbach gehören untrennbar zusammen. Das untergärige Kultbier steht für 600 Jahre gewachsene Brautradition. Zoiglbier-Liebhaber kommen zwischenzeitlich nicht nur aus ganz Deutschland, um die unvergleichliche Atmosphäre zu erleben. Wenn am Wochenende an der einen oder anderen der 14 Zoiglstuben am Hausgiebel der sechszackige Stern heraushängt, dann sind Übernachtungsmöglichkeiten stets Mangelware, weiß Marquez Dias. Es sei schwierig, ein Bett zu bekommen. Man müsse frühzeitig buchen.

Stadtführungen gefragt

Gut an kommen laut der Touristikerin die Stadtführungen mit Georg Mann. 25 Mal im Jahr führt er Gäste ins Kommunbrauhaus, 20 Rundgänge stehen unter der Überschrift "Zoigl, Bier und Waldnaabtal". Sehr gut nachgefragt werde auch der E-Bike-Verleih. Die Stadt habe sich heuer zwei Elektroräder angeschafft. Sollten mehr benötigt werden, kümmere sich das Tourismusbüro darum.

Weitere Aushängeschilder sind die Burg Neuhaus mit dem markanten Butterfassturm und Waldnaabtal-Museum, das wildromantische Waldnaabtal und der Prädikatswanderweg Goldsteig. Auch das komplett erneuerte Diözesan-Exerzitienhaus Johannisthal erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Geo-Zentrum an der KTB mit dem 83 Meter hohen Bohrturm.

Touristenmagnet Nummer eins im Landkreis Neustadt ist das Geo-Zentrum an der KTB mit dem 83 Meter hohen Bohrturm.

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