20.10.2019 - 13:20 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Virtuose Multitasking-Kabarettisten

Die Feiern der Feuerwehr zum 150-jährigen Bestehen finden am Samstag einen fulminanten Abschluss. Der kommt in einem fast dreistündigen Mix aus Kabarett, Comedy und hintersinnigem Humor mit musikalischen und optischen Höhepunkten daher.

„Da Huawa“, „da Meier“ und „da I“ erweisen sich Meister an vielen Instrumenten.
von Redaktion ONETZProfil

„Da Huawa, da Meier und I“ füllen mit ihrem neuen Bühnenprogramm „agrat“ die Mehrzweckhalle nahezu komplett. Gleich zu Beginn entspann sich zwischen dem Huawa (Christian Maier) und dem Meier (Matthias Meier) ein kleiner Disput über mundartliche Feinheiten ergab, den der „I“ (Sepp Haslinger) mit dem Akkordeon untermalte: Schua oder Schou, Kruag oder Grouch? Schließlich endete es versöhnlich, denn die Niederbayern und die Oberpfälzer sind ja wesensverwandt: „I dua einfach zua“, sagte da Huawa, „und iech dou zou“ stimmte da Meier bei. Die Besucher unterstützten den „Dialektlehrgang“ mit örtlichen Mundartausdrücken und so erfuhren die Künstler, dass die Einheimischen ihre Heimatstadt „Eschawo“ und die Sonstigen sie „Tschitscherlbooch“ nennen.

Jeder im Trio ist ein Unikum für sich und zusammen sind sie einfach eine „Schau“, mit ihrem Auftritt, dem Musizieren und dem dreistimmigen Gesang. Die Texte sind mal frech und lustig, mal gesellschaftskritisch, satirisch oder ironisch, wollen Denkanstöße geben.

„Da Meier“ begeisterte immer wieder mit seinen Grimassen, den ulkigen Gesten, dem virtuosen Multitasking-Können am Schlagzeug oder mit der Trompete und der Blockflöte und den kurz eingestreuten witzigen Bemerkungen. Da wird schon mal „då Ouånhöllårå“, der Ohrwurm, zur „gwampertn Ameisn“ und eine „Worst-Case-“ zur „Wurst-Käs-Diät“. Die Lacher auf seiner Seite hatte er, wenn er sich als Wolpertinger, als putzende Bäuerin oder in „Mei Nachbar ies a Grüna“ als ums Überleben kämpfende „Biene Meier“ verkleidete.

Ihm stand „da Huawa“ in nichts nach. Er zauberte die tollsten Klänge auf seinen Gitarren hervor, ob Volksmusik, Blues, Country, Mambo, Tango, Beat oder Reggae, erinnerte sich nostalgisch an die Jugendzeit, als man mit Cowboystiefeln imponierte, und brachte besinnliche Aspekte ein. „Hör nimma zua, wenn oana sagt, er müassad Mauern baun“, forderte er singend auf. In „Die Cowboys vom Straßenrand“ erzählte er vom großen Abenteuer als 14-Jähriger beim Zelten in acht Kilometern Entfernung und vom ersten Rausch. In „Hädds wos Gschaids glernt“ fragte er, warum heute „agrat“ alle studieren müssen und ob ein guter Handwerker wirklich im Büro sitzen muss.

Seit 2018 ist der Sepp der „Neue“ als „I“, der sich eher dezent, doch nicht weniger kommunikativ im Hintergrund hielt, als musikalischer Tausendsassa auf verschiedenen Instrumenten und mit der Tenorstimme imponierte und schon mal als Esteban, Juan, Fidel und Dolores eine ganze kubanische Band repräsentierte.

Den roten Faden der Vorstellung und den Titelsong bildete das bayerische Wort „agrat“, das die Zuschauer natürlich kennen: „Eitz kummt agrat der daher! Agrat a Franke ies Ministerpräsident woårn.“ Die liebste Schwiegermutter vom Huawa, die er als „Upgrade“ bei der Hochzeit bekommen hat, serviert ihm jeden Sonntag agrat Rosenkohl, den er „ums Verrecken ned“ mag, so dass er an Scheidung oder Auswandern denkt. Und weil er seine Heimat liebt, hat er agrat deswegen nicht die AfD gewählt.

Das Publikum wurde immer wieder in die Darbietungen einbezogen, so mit dem Zwischenjodler „A Hoibe, du Resi, für mi“ bei „Bayernland“, das ganz ohne Heimattümelei auskam. Es durfte in der Pause in eine Box Liedwünsche einwerfen und Glücksfee Nicole zog lauter Ohrwürmer: das „digitalisierte“ Volkslied „Da Fensta-stock Hias“, den gefühlvollen Song „Blauer See“, den „Energie-Mix“ mit zu findenden Reimwörtern oder „Lebn und lebn lassen“. Der Stehap-plaus am Ende bewies, dass sich jeder mit der Gruppe identifizieren konnte, schon mal Ähnliches erlebt hat.

„Da Huawa“, „da Meier“ und „da I“ erweisen sich Meister an vielen Instrumenten.
Fachsimpeln über den Dialekt: „Da Huawa“ und „da Meier“ (sitzend von links) und dahinter „da I“.
Erinnerungen an die Jugendzeit mit „Cowboy-Feeling“
„Da Huawa“, „da Meier“ und „da I“ erweisen sich Meister an vielen Instrumenten.
„Da Huawa“, „da Meier“ und „da I“ erweisen sich Meister an vielen Instrumenten.
„Da Huawa“, „da Meier“ und „da I“ erweisen sich Meister an vielen Instrumenten.
„Da Meier“ als Bäuerin
„Da Meier“ als Wolpertinger …,
Erinnerungen an die Jugendzeit mit „Cowboy-Feeling“
Und „Da Meier“ als „Biene Meier“
„Da Meier“ als Bäuerin
Und „Da Meier“ als „Biene Meier“
Und „Da Meier“ als „Biene Meier“

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