06.07.2018 - 16:24 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Wunsch nach Anruftaxis

Über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs diskutieren Vertreter von Landratsamt, Stadt und Busbetreiber mit Bürgern. Doch deren Interesse ist gering.

Über die Einführung eines großräumigen Personennahverkehrs diskutieren Thomas Huber, Anja Baniewicz (beide DB Regio Bus), Karlheinz Schubert, Andrea Höning (beide Landratsamt Neustadt/WN), Bürgermeister Karlheinz Budnik, Hausmeister Ferdinand Mauerer – und ein Besucher.
von Walter BeyerleinProfil

(bey) "Mitreden beim Busfahren" - so hatte das Landratsamt die jetzt angelaufenen ÖPNV-Bürgerforen überschrieben und wohl gehofft, dass die Bürger die Chance annehmen, Meinungen einzubringen. Doch das Gegenteil war beim Auftakt in Windischeschenbach der Fall. Nur ein Bürger war als Diskussionspartner gekommen sowie Ferdinand Mauerer, der als Hausmeister von St. Emmeran sowieso vor Ort war. Thomas Huber, Leiter Innovative Verkehrskonzepte DB Regio Bus, Region Bayern, dessen Mitarbeiterin Anja Baniewicz, Karlheinz Schubert und Andrea Höning vom Landratsamt sowie Bürgermeister Karlheinz Budnik standen als Ansprechpartner bereit. Budnik sah das geringe Interesse dem Wetter und nicht dem Thema geschuldet.

Derzeit verkehren im Landkreis 31 öffentliche Buslinien, davon zwei als Stadtbusse in Neustadt, informierte Huber über das derzeitige Angebot. Unter den 4272 Antwortbögen, die bei der ÖPNV-Umfrage des Landkreises zurückgesandt wurden, beteiligte sich die Alterklasse zwischen 51 und 65 Jahren am stärksten.

Die Gesprächsrunde befasste sich zunächst mit der Bevölkerungsentwicklung. Bürgermeister Budnik hob hervor, dass die Zahl der Todesfälle in seiner Stadt in diesem Jahr die der Geburten übersteigen werde. Der Rückgang der Bevölkerung in der Stadt sei vor allem in den Orten szu spüren, die as nördlicher Zipfel des Landkreises Neustadt an den Landkreis Tirschenreuth angrenze. Dort gebe es ohnehin einen massiven Bevölkerungsrückgang.

Die Zahl der Kraftfahrzeuge liege im Stadtgebiet Windischeschenbach erheblich über dem Durchschnitt. Das Windischeschenbacher Stadtoberhaupt sieht dies auch darin begründet, dass viele Arbeitsplätze mit öffentlichen Verkehrsmittel nicht oder nur schwer erreichbar seien. Deshalb würden auch überdurchschnittlich viele Führerscheine für Jugendliche unter 18 Jahren erteilt.

Unabhängig davon sei es nach Meinung des Rathauschefs einfach eine Gewohnheit, mit dem Auto zu fahren, weil so viele Ziele schnell und einfach erreichbar seien. Dies betreffe auch den Besuch von Arztpraxen.

Mit Blick auf den Tourismus hat Budnik klare Vorstellungen: Wünschenswert sei eine Buslinie nach Falkenberg, um Radfahrern und Wanderern die Möglichkeit zu geben von dort aus wieder problemlos nach Windischeschenbach zurückzukehren.

Höning vom Landratsamt hob die Notwendigkeit hervor, gerade für ältere Menschen die Mobilität zu verbessern. "Wer alleine zu Hause lebt, keine Angehörigen mehr hat, ist auf den ÖPNV angewiesen." Deshalb kam die Gesprächsrunde auch auf die Einführung von Ruftaxis. Auch für diese Art der Personenbeförderung müsse eine Linie mit Haltestellen festgelegt werden, um eine Konkurrenz für die üblichen Taxis zu vermeiden. Huber berichtete, dass der Wunsch nach Sammeltaxis oft in den Freifeldern der Fragebogen genannt worden sei.





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