19.12.2018 - 08:00 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Zoiglkultur mit Magnetwirkung

Tradition, Qualität und Geselligkeit: So schmeckt die Oberpfalz

Der Oberpfälzer trifft sich "beim Zoigl". Mit dessen Charme wirbt eine ganze Region, wie hier bei einem Fotoshooting für den Tourismus-Verband Ostbayern.

Beim Zoigl kommen d‘ Leute z‘sam.“ Das weiß in der nördlichen Oberpfalz jeder, dem ein wenig an Geselligkeit gelegen ist. Und das ist auch denen nicht unbekannt, die zwar von hier stammen, aber nur noch zu Besuch nach Hause kommen, weil sie irgendwo in Deutschland wohnen und arbeiten oder gar weltweit unterwegs sind. Dabei hat sich gerade beim Zoigl viel getan in den vergangenen Jahren. Er ist moderner geworden, ohne seine Identität verloren zu haben. Er ist herzlich geblieben, er ist süffig und mit der Zeit gegangen, ohne den Geschmack verwässert zu haben.

Eigentlich dreht es sich ja nur ganz vordergründig ums Bier, auch wenn dessen Qualität ständiges Thema am Tisch ist. Das ist auch ein wunderbarer Gesprächseinstieg für Gäste, egal ob sie sich kennen oder das erste Mal im Leben zusammensitzen. Natron braucht man heute nicht mehr, um das Gebräu trinkbar zu manchen. Der Zoigl ist auch kaum mehr für Verdauungsbeschwerden verantwortlich, wie man es ihm früher einmal nachsagte.

Doch der Geschmack verändert sich von Schankwochenende zu Schankwochenende, von Zoiglwirtschaft zu Zoiglwirtschaft. Weil der Wirt mal wieder eine andere Hopfensorte ausprobiert, weil er die Hefe von einer anderen Brauerei bezogen hat, weil am Kühlschiff aufgrund der veränderten Außentemperatur über Nacht etwas mehr oder etwas weniger Flüssigkeit verdampft ist, Würze und Hefe bei leicht veränderten Temperaturbedingungen zusammengekommen sind und  überhaupt, weil der Zoigl ein Naturprodukt ist. Darüber lässt sich ebenso trefflich stundenlang philosophieren wie über den richtigen Kohlensäuregehalt des Biers im Krug.

Im Sommer im Hof, im Winter in der Stube sitzen Einheimische, Touristen, Freunde und Heimgekehrte zusammen, treffen unerwartet Bekannte, sprechen mit Menschen, die sie noch nie zuvor gesehen haben. Da kann es passieren, dass Harry Scholz von seinem Leben in Neuseeland erzählt, wo der Windischeschenbacher mittlerweile ein Hotel betreibt. Oder Heiner Frieser, der in der ganzen Welt unterwegs ist und im Fränkischen wohnt, mit „Heinerbeck“ Ludwig Lindner über Erlebnisse in fernen Städten und Wäldern redet. Lindner selbst weiß nach Jahren auf Kreuzfahrtschiffen die Heimat zu schätzen. „Wenn man überall war und viel gesehen hat, kann man ruhig in der Oberpfalz leben.“ Als Konditor fuhr er mehrmals um den Globus, kennt die meisten Häfen in allen Kontinenten, war in Bora Bora, Rio und auf Tahiti. „Ich fühle mich in der Oberpfalz so richtig sauwohl, weil es ein schöner Landstrich ist, wo man alles machen kann. Man muss nur etwas machen“, lautet seine Liebeserklärung an Windischeschenbach und Umgebung.

„Genuss, Geschichte, Landschaft, Menschen und Bier“ benennt Ferdinand Schraml das in der Zoiglkultur vereinte Gefühl, das Weggezogenen die Heimat zurückbringt. Wenn der ehrenamtliche Fremdenführer ausländischen Besuchern Brau- und Wirtshäuser zeigt, sprechen die von einem lebendigen Museum. Und trotz aller Veränderungen weckt das auch bei denen, die nur zu Besuch wieder hier sind, die Erinnerung an ihre Jahre in der Region. Manchmal entfaltet der Zoigl sogar eine magische, und eine magnetische Wirkung...

Auf dem Zoigl sitzen bleiben? Sehr unwahrscheinlich.

Für den Zoigl nur beste Zutaten.

Eins geht noch.

Zum Wohl!

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.