03.04.2019 - 13:06 Uhr
WinklarnOberpfalz

Digitaler Fluch und Segen

Digitale Welten: Sie schenken einem völlig neue Perspektiven, sind zugleich aber auch brandgefährlich. Medienpädagoge Dominik Hanakam klärt in einem Vortrag auf.

Medienpädagoge Dominik Hanakam hielt einen Vortrag zum Thema "Digitale Welten - Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche".
von Annemarie MösbauerProfil

Exzessives Computerspielen ist seit Juni 2018 von der Weltgesundheitsorganisation als Sucht anerkannt. Die Info stammt von Dominik Hanakam,Medienpädagoge und Leiter eines Spielelabors bei der München Hochschule für angewandte Wissenschaften. Er referierte im Pfarrsaal zum Thema „Digitale Welten – Chancen und Risiken für Kinder und Jugendliche“. Eingeladen waren vorrangig Eltern von Schülern der Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule, aber auch alle anderen Interessierten.

Was in den virtuellen Welten geschieht, könne nicht grundsätzlich verteufelt oder hochgejubelt werden, erklärte der Redner. Die Nutzung ist in den vergangenen Jahren bei den Jugendlichen enorm gestiegen. In ihrer Freizeit nutzen 89 Prozent am PC und am Smartphone 93 Prozent täglich die Angebote. Der Umsatz der Spielefirmen boomt und beträgt momentan 137 Milliarden jährlich. Dabei kommen laut Hanakam durchaus Sozialkompetenzen zum Tragen: aktive Beteiligung, strategische Entscheidungen, kommunikative Fähigkeiten, logisches Denken und Schulung von Aufmerksamkeit und Konzentration. Die digitalen Welten können aber auch zur Sucht werden. Erkennbar ist das, wenn jemandem die Kontrolle entgleitet, ein Spiel immer mehr an Priorität im Leben gewinnt, und auch noch nach negativen Auswirkungen gezockt wird. Spieler lassen oft viel reales Geld in den virtuellen Welten.

Als neuester Trend erweisen sich die "Virtuellen Realitäten".Für Kinder und Jugendliche seien diese nicht unbedingt geeignet, da viele Spiele reich an Gewalt und mit pornografischen Inhalten versehen sind. Dagegen gäbe es als Positiv-Beispiel das "Senioren-Bowling" an der Spielekonsole - eine echte Alternative für ältere Menschen oder Demenzkranke zum reellen Bowling. Social Media wie You Tube, Facebook, Twitter oder Whatsapp verzeichnen laut Hanakam im Jahr einen Umsatz von 190 Milliarden im Jahr. Jugendliche schauen pro Tag 221 Minuten auf ihr Handy, viel mehr als in den Fernseher Die fünf größten Youtuber haben viel mehr Klicks als etwa die Tatorteinschaltquote. Zum Schluss seiner Ausführungen ging der Referent noch auf "Cybermobbing" ein. Anonymes Mobbing sei weit verbreitet. Bilder, die man sieht, werden im Unterbewusstsein gespeichert und können nicht mehr gelöscht werden. "Davor sollen und müssen unsere Kinder und Jugendlichen geschützt werden", erklärte Hanakam.

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