28.04.2019 - 10:44 Uhr
WinklarnOberpfalz

Feinschliff nicht erst zum Schluss

Bei dieser Kunst kann man nicht einfach drauflosmalen, da muss man etwas mitdenken: Für Hinterglasmalerei gibt es in Winklarn aber Spezialisten. Mit ihrer Hilfe ist die Technik fast ein "Kinderspiel".

Die jungen Künstler präsentieren sich mit Maria Baumer (rechts), Annemarie Mösbauer und Evi Schwendner (von links) vor dem Dokumentationszentrum der Winklarner Hinterglasmalerei mit ihren Werken.
von Annemarie MösbauerProfil

Bereits im 18.Jahrhundert war die Hinterglaserei in Winklarn populär. Rott, Ruff, Schwab, Ebner, Wüstner und Wellnhofer waren die bekanntesten Künstlerfamilien. Thomas Aquinus Rott bildete sogar junge Menschen in dieser Technik aus, daher der Name der Grundschule: Thomas-Aquinus-Rott-Grundschule Winklarn-Thanstein. Das Dokumentationszentrum der Winklarner Hinterglasmalerei im Eingangsbereich der Grundschule gibt Antwort auf die Fragen die sich um diese ganz spezielle Technik drehen.

Dem Arbeitskreis Hinterglas ist es ein großes Anliegen, diese alte Handwerkskunst und Technik weiterzugeben, besonders an die Jüngeren, an die Kinder. So bot der Arbeitskreis in den Osterferien einen Kindermalkurs unter der Leitung von Annemarie Mösbauer an. Schnell meldeten sich über 60 interessierte Buben und Mädchen. Aufgrund der großen Zahl wurde gleich an zwei Nachmittagen mit großer Begeisterung gepinselt.

Maria Baumer, die Vorsitzende des Arbeitskreises Hinterglas, begrüßte Kinder zwischen 7 und 10 Jahren zu diesem Malkurs. Annemarie Mösbauer führte die jungen Maler in die Besonderheiten dieser Technik ein. Dazu gehört das etwas ungewohnte Vorgehen beim Malen auf der Rückseite des Glases. Zuerst sind die Feinheiten an der Reihe, dann die größeren Flächen und zum Schluss der Hintergrund. Buchstaben und Zahlen werden in Spiegelschrift aufgetragen.

Nach dem theoretischen Teil ging es an das Eingemachte. Die Kinder durften sich selber einen Riss mit einem Frühlingsmotiv, einem Pferd, einem Hundertwasserhaus oder für die Drittklässler einem Schutzengelbild aussuchen. Diese Vorlagen hatte Annemarie Mösbauer mit dem Ortsnamen Winklarn und der Jahreszahl 2019 vorbereitet. Die ausgesuchten Motive wurden unter die Glasplatten gelegt. Dann konnten die Farben aufgetragen werden. Voller Eifer und sehr konzentriert arbeiteten die Kinder über Stunden. Bei Fragen standen ihnen Maria Baumer, Annemarie Mösbauer und Evi Schwendner mit Rat und Tat zur Seite. Die kurzen Pausen zum Trocknen der Farben nutzten die jungen Maler zur Stärkung mit Saft.

Schnell ging es wieder an die Arbeit, denn das Werk sollte an diesem Nachmittag fertig werden. Gespannt und neugierig beobachteten die Malschüler das Umdrehen der Glasplatten. Ein tiefer Erleichterungsseufzer war jeweils zu hören, als das fertige Bild zu sehen war. Jedes Bild ist ein Unikat mit persönlicher Note. Stolz und äußerst vorsichtig zeigten die kleinen Künstler ihre Werke den Eltern.

Überlegtes Vorgehen ist gefragt, wenn kleine Künstler sich erfolgreich der Hinterglasmalerei widmen.
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