03.06.2019 - 15:42 Uhr
WinklarnOberpfalz

"Keller Steff" im Festzelt: Narrisch bis zum Kaibeziang

Der "Keller Steff" steht auf der Bühne, und das ganze Bierzelt tobt. Die Schneeberger Feuerwehr landet zu ihrem Festabschluss einen Volltreffer. Nicht nur das Publikum ist begeistert - auch der Gast aus dem Chiemgau ist es.

Das machte Spaß! Begeistert ging das Publikum mit, als der „Keller Steff“ auf der Bühne alle Register seines Könnens zog.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Zum angekündigten Konzertbeginn ist das Bierzelt am Sonntagabend noch halb leer. Skeptische Gesichter sind zu beobachten. Draußen genießen viele Besucher an den Biertischen die warme Abendsonne, während drinnen die Band "Freistaat" aus der nördlichen Oberpfalz die Bühne entert und einen guten Job macht. Sie soll die Festgäste bei Laune halten und nimmt dazu Anleihen bei der Münchener Freiheit, Andreas Gabalier, Hans Söllner und anderen Musikgrößen vor allem aus dem deutschsprachigen Raum. Ziel erreicht. In dem Augenblick, in dem die "Keller-Steff-Bigband" dann zu vorgerückter Stunde die Bühne in Beschlag nimmt, kommen alle rein: Das Zelt ist voll.

"Keller Steff" und Co. legen sich ab der ersten Minute mächtig ins Zeug. Er lässt nicht viel Zeit zum Reden oder Sinnieren, zusammen mit seinen sechs Mitstreitern haut er in rasantem Tempo eine Nummer nach der anderen raus. Seine Musik passt in keine Schublade. Eine Portion Spider Murphy Gang, dazu eine Prise AC/DC, garniert mit LaBrassBanda und dazu noch eine Stimme, die Konstantin Wecker sehr nahe kommt: Keller und Konsorten servieren eine Mixtur, die sonst keiner aus dem Hut zu zaubern vermag. Seine Mitspieler stellen zwar keine Bigband im klassischen Sinne dar, doch der Bläsersatz sorgt auf alle Fälle dafür, dass der Sound schon recht mächtig daher kommt.

Seine Anhänger kennen die Songs auswendig und wissen, was sie erwartet. Mit ihnen startet der "Bulldogfahrer" den tuckernden Eintakter, er wirbt für die "Milli von da Kua", und er weiß, dass es "Fünf vor zwölfe" ist und der Leberkas kalt wird. In diesem Song vom neuen Album zeigt sich, dass der "Keller Steff" mit den Jahren auch tiefgründiger geworden ist. Nicht nur um ländliche Heimat und Idylle und eigenes Ego geht es da, auch politische Töne kommen rüber. Egal wie: Dem Publikum gefällt es sichtlich. Den Leuten vergeht deshalb die Zeit viel zu schnell. Mit "Narrisch" geht das Programm erstmal am Höhepunkt zu Ende: Der Hauptdarsteller auf der Bühne singt nicht nur davon, dass ihn sein Vater eben mal für "narrisch" gehalten hat - er zersaust mit wilden Handbewegungen auch seine Haare, um rein äußerlich ebenso zu wirken. Diese Szene ist bei ihm schon beinahe kult geworden.

"Keine Sorge, wir haben schon noch ein paar Zugaben dabei", gibt er sogleich bekannt, dass es noch ein Stückchen weitergeht. Muss ja auch sein, denn sein Lied schlechthin fehlt noch: Das "Kaibeziang" ist jetzt an der Reihe und bringt vor allem die hartgesottenen Fans im Bühnenvorraum zum Toben. Nach einem kleinen Intermezzo aus "Sierra Madre" und einem Kompliment an die so sehr geliebte Schokolade ist es dann aber doch vorbei. Der Applaus scheint nicht enden zu wollen.

Der "Keller Steff" und seine Bigband haben dem Feuerwehrfest in Schneeberg einen Ausklang beschert, wie er kaum fröhlicher hätte sein können. Der Protagonist hat aber selber auch ein Kompliment parat: Es beeindruckt ihn schwer, dass die Organisatoren den Mut hatten, für Sonntagabend - nach bereits vier absolvierten Festtagen - noch ihn und seine "Kapelle" zu engagieren. "Das trauen sich Andere nicht einmal am Freitag", sagt er. Der großartige Erfolg gab ihnen Recht.

„Narrisch“ – schon beinahe kult ist dieser Song, bei dem der „Keller Steff“ seine Mähne verzwirbelt. In Schneeberg kam er dabei so in Ekstase, dass er hinterher sein Gitarren-Pick nicht mehr in der Haarpracht fand.
Der "Keller Steff" in seinem Element - so kennen und mögen ihn seine Fans.
Die "Keller-Steff-Bigband" rockt das Schneeberger Festzelt.
Die „Bigband“ ist noch ziemlich neu bei „Keller Steff“. Sie gibt alles, um im Scheinwerferlicht den Konzert-Sound der Gruppe unverwechselbar zu machen.
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