16.10.2019 - 10:52 Uhr
WinklarnOberpfalz

Als Winklarn mit den Soldaten verbunden war

Ab 1975 verbindet eine lebendige Patenschaft den Markt Winklarn und die zweite Batterie des Panzerartilleriebataillons 115. Über 40 Jahre später treffen sich ehemalige Soldaten und Vereinsvertreter und pflegen die Erinnerung.

Ein Besuch im einstigen Areal der Pfalzgraf-Johann-Kaserne, auf dem nun die Firma Buchbinder angesiedelt ist, durfte nicht fehlen. Am Gedenkstein vor dem Gelände hieß Bürgermeister Martin Birner (Mitte, links) die Ehemaligen willkommen.
von Ludwig DirscherlProfil
Batteriechef Günter Wyrwoll beim Eintrag ins Golden Buch mit Bürgermeisterin Sonja Meier.

Der Einladung zu einem Treffen waren 50 ehemalige Soldaten der zweiten Batterie des Panzerartilleriebataillons 115 und zahlreiche Vereinsvertreter gefolgt. Besucht wurde die Marktgemeinde Winklarn, mit der über 30 Jahre eine Patenschaft bestand. Für das erste Treffen seit Auflösung von Einheit und Patenschaft im Dezember 2006 hatten Altbürgermeister Hans Sailer, der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Muschenried-Haag Walter Paschen, Ehrenvorsitzender Josef Wutz und Andreas Mösbauer, Ehrenschützenmeister der "Kreuzbergschützen" Muschenried, verantwortlich gezeichnet.

Ins Gasthaus Röhrich nach Haag waren auch die ehemaligen Batteriechefs Günter Wyrwoll (1975 bis '78), Jörg Franke (1989 bis '91), Albert Köder (1991 bis '93) und Helmut Weidacher (1998 bis 2002) gekommen. Außerdem "Spieß" Stephan Krippl, die ehemaligen Zugführer Karl-Heinz Süß, Ludwig Dirscherl, Hans Hammer und Martin Eichner. Nach dem Abendessen erinnerte Ludwig Dirscherl mit mehreren Fotos und Zeitungsberichten an die Geschichte der Patenschaft. 47 Jahre dauerte die Bataillonsgeschichte des Feld- und später Panzerartilleriebataillons 115. Beim Standortball 1975 hatte der damalige Winklarner Bürgermeister Hans Thammer die ersten Kontakte zu Bataillonskommandeur Anton Steer geknüpft. Zustimmung des Marktrates wurde die Patenschaft am 2. Mai 1975 zwischen Hauptmann Cords und Bürgermeister Thammer mit einer Urkunde besiegelt.

Kurze Zeit darauf übernahm Hauptmann Günter Wyrwoll das Kommando über die Batterie. Zum Treffen war er mit seiner Frau bis aus Bonn angereist. Er erzählte viele Begebenheit aus den Geburtsstunden der gut gelebten Patenschaft. Gegenseitige Vergleichsschießen in Muschenried und auf der Standortschießanlage fanden mehrmals statt. Gelöbnisse, Chefwechsel, Batterie-Übungen, Ehrenwachen am Volkstrauertag und die gegenseitige Teilnahme am Heimatfest und am "Tag der offenen Tür" in der Pfalzgraf-Johann-Kaserne waren nur ein Teil der zahlreichen Veranstaltungen.

Am zweiten Tag des Treffens hieß Bürgermeister Martin Birner die Gäste in Neunburger am ehemaligen Kasernentor ihrer alten Wirkungsstätte willkommen und stellte die Stadt vor. Am 23. Dezember 2008 hat die Firma Buchbinder das gesamte Areal der einstigen Kaserne erworben. Bei einem kleinen Rundgang durch das Gelände konnten sich die Teilnehmer ein Bild über das große Potential des ländlichen Wirtschaftsstandortes machen. Das Unternehmen zählt zu den größten Gebrauchtwagenhändlern Europas. Im Betrieb in Neunburg sind Mitarbeitern in den verschiedensten Berufen und Gewerben tätig. Im Mobilitätspark befinden sich etwa 4500 bis 5500 Pkw und Lkw.

Nach dem Mittagessen im Berggasthof König wurde die Sternwarte in Dieterskirchen besichtigt, bevor es zum Kaffeetrinken nach Winklarn ging. Dort erwartet Bürgermeisterin Sonja Meier die Gäste und ließ sie ins Goldene Buch des Marktes eintragen. Wie Meier feststellte, könne im nächsten Jahr das 45-jährige Bestehen der Patenschaft gefeiert werden. Die Blaskapelle Kunschier, die viele Veranstaltungen der Bundeswehr musikalisch umrahmt hat, spielten den Gästen zum Abschluss noch einige Stücke. „Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass wir uns gesehen haben", so SKV-Vorsitzender Walter Paschen zum Abschied.

Hintergrund:

Mit der Auflösung des in Neunburg vorm Wald stationierten Panzerartilleriebataillons 115 im Dezember 2006 endeten auch die Patenschaften der Einheit zu umliegenden Gemeinden. Ziel dieses Treffens war es, Kontakt zu den ehemaligen Kameraden aufzunehmen und Erinnerungen aufzufrischen. (dl)

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