06.02.2020 - 13:44 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Auch im Winter auf der Sonnenseite

Sonnenstrahlen
von Externer BeitragProfil

Auf der Sonnenseite des Lebens … doch wie wichtig die Sonne wirklich für den Körper ist, ist vor allem im Winter spürbar, wenn die Tage dunkler und kälter werden. Die Folge: Müdigkeit, kaum Antrieb und nicht selten Winterdepressionen von zu wenig Tageslicht und daraus resultierendem Vitamin-D-Mangel.

Doch wie viel Sonne braucht der Mensch, um gesund und ausgeglichen zu sein? Und welche Alternativen gibt es in den grauen, tristen Wintermonaten? Experten sind überzeugt, dass Vitamin D, das wir aus dem Sonnenlicht schöpfen und das der Körper in den Zellen speichert, eine ungemein große Rolle dabei spielt, ob wir uns ausgeglichen und zufrieden fühlen.

Damit der Organismus genug von dem Nährstoff bekommt, braucht er Sonne. Darüber deckt er rund 90 Prozent seines Bedarfs ab. Durch die UVB-Strahlen wird in der Haut ein chemischer Prozess in Gang gesetzt, wodurch das Vitamin gebildet wird. Stundenlanges Sonnenbaden ist aber unnötig. 15 Minuten täglich in der Sonne sein, genügt. Grundsätzlich kein Problem – im Sommer. Doch im Herbst und Winter lässt sich die Sonne teilweise tagelang nicht blicken, der Vitamin-D-Vorrat sinkt. Die Folge: Müdigkeit, Trägheit, schlechte Laune, depressive Anwandlungen – auch unter dem Namen Lichtmangel-Depression bekannt. Erleichterung bringen Vollspektrum-Lampen, auch Tageslichtlampen genannt. Diese Geräte liefern Licht, das der Natur nachempfunden ist. Sie sind großflächig und oft organisch geformt. Die Helligkeit der Lampe beträgt 2500 Lux und entspricht einem sonnigen, strahlenden Frühlingsmorgen. Ein spezieller UV-Filter sorgt dafür, dass nur das gesunde Spektrum des Tageslichts abgegeben wird. Durch die Bestrahlung wird das natürliche Gleichgewicht von Seratonin und Melatonin, das Hormon, das dem Körper hilft, morgens wach zu werden, wieder hergestellt. Letzteres wird jedoch nur ausgeschüttet, wenn Licht vorhanden ist.

Die Anwendung der wärmenden Lampen ist leicht. Der Lichthungrige sitzt etwa einen halben Meter vor der Leuchte – und das ein bis zwei Stunden täglich. Die Augen sind geöffnet, so dass auch diese Partie des Gesichts dem Licht ausgesetzt ist. Stillsitzen ist unnötig. Während der Therapie können die Anwender ihrer Arbeit nachgehen, ein Buch lesen oder Essen.

Entscheidend ist der Helligkeitseindruck und die gleichmäßige Verteilung des Lichts über die gesamte Leuchtfläche. Die Lichttherapie ist nicht nur für den Hausgebrauch entwickelt worden. Sie ist auch ein anerkanntes Behandlungsverfahren in der Psychiatrie, in Krankenhäusern und in Arztpraxen. Im Elektrohandel sind die Geräte für rund 200 Euro erhältlich und haben in der Regel eine Lebensdauer von 5000 bis 13 000 Betriebsstunden, also bis zu 15 Jahren.

Über Nebenwirkungen müssen sich die Anwender kaum Gedanken machen, denn diese treten bei der Lichttherapie nur selten auf. Meist handelt es sich um leichte Beschwerden wie Kopfschmerzen, trockene Augen und gereizte Schleimhäute sowie Hautrötungen, die vor allem zu Beginn der Therapie auftreten können. Doch kein Grund zur Sorge, sagen Experten. Mit kleinen Veränderungen beim Gebrauch der tageslichtspendenden Lampe bekommt man diese leicht in den Griff: kürzere Sitzungen, ein erweiterter Abstand zu dem Gerät und ein Luftbefeuchter helfen. Erfahrungsberichte zeigen, dass sich die ersten Erfolge bei einer regelmäßigen Lichttherapie schon nach wenigen Tagen zeigen. Die volle Wirkung erzielt die Lichttherapie nach etwa zwei Wochen. Das Ergebnis: Ein Großteil der Anwender fühlt sich deutlich leichter, ausgeglichener und voll Energie – den ganzen grauen Winter hindurch.

Info:

Das geht im Organismus vor, wenn er zu wenig natürliches Licht bekommt

Das natürliche Licht steuert die innere Uhr der Menschen. Das bedeutet, Wach- und Schlaf-Rhythmus richten sich nach den hellen Stunden des Tages. Empfängt der Körper zu wenig Naturlicht, erzeugen Drüsen im Gehirn bereits tagsüber das Ruhehormon Melatonin, das kontinuierlich ins Blut abgegeben wird. Daher tritt das Gefühl von Müdigkeit in den Wintermonaten deutlich öfter auf als im Sommer oder Frühling. Elektrisches Kunstlicht kann den Mangel an Naturlicht nicht ausgleichen.

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