12.12.2018 - 15:23 Uhr
Wirbenz bei SpeichersdorfOberpfalz

Auf Gästeliste vergessen: Pfarrer lädt sich einfach ein

Der Tag der Wiedereinweihung der St-Johannis-Kirche mit Abendmahlsfeier ist auch der Tag der Besonderheiten die als Anekdoten in die Geschichte der Kirchengemeinde eingehen werden. Für eine sorgt der ehemalige Pfarrer Ewald Pusch.

Selbst ist der Pfarrer: Weil er einfach vergessen worden ist, kommt Ewald Pusch einfach ohne Einladung nach Wirbenz und verfolgt von der Empore aus die Wiedereinweihung seiner ehemaligen Kirche.
von Autor HAIProfil

Der frühere Wirbenzer evangelische Pfarrer Ewald Pusch (1975 bis 1984) tummelte sich während der Abendmahlsfeier auf der Empore und mischte sich auch beim Stehempfang unter die Gäste. Allerdings: Eine Einladung hatte er nicht. Er war auf der Liste der Ehrengäste schlichtweg vergessen worden.

"Dann habe ich mich halt selbst eingeladen." Es sei ihm wichtig gewesen, dabei zu sein, sagte der 78-Jährige, der nun in Eckersdorf wohnt. Pfarrer Dirk Grafe begrüßte seinen Amtsvorgänger dann auch am Ende und entschuldigte im gleichen Atemzug Pfarrer Deye. Dieser konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.

Mehrere Premieren gab es dagegen bei der musikalischen Gestaltung durch den evangelischen Posaunenchor. Erstmals in seiner knapp 20-jährigen Geschichte leiteten drei Dirigenten - Susanne Kropf, Ursula Schuster und Christine Schröter - im Wechsel das Ensemble, wobei es Schuster und Schröter das erste Mal war. Ein Debüt feierte auch die achtjährige Tochter der Chefdirigentin, Xenia Kropf. Sie lernt seit einem Jahre Trompete.

Als "Kraftakt" und "abenteuerliches Unterfangen" werden Pfarrer Grafe die Sitzbänke in Erinnerung bleiben. 60 bis zu 5 Meter lange kompakte Sitzgelegenheiten im Kirchenschiff und auf der Empore mussten für die Innensanierung per Hand aus dem Gotteshaus getragen und zum zweieinhalb Kilometer entfernten Ortsteil Teufelhammer zum Einlagern transportiert und schließlich für den Einbau wieder zurück gebracht werden.

Eingebrochener linker Arm, dem sie sich beim Blitzeis zwei Tage vor der Wiedereinweihung zugezogen hatte, hielt Mesnerin Anita Schott nicht davon ab, bei der Abendmahlsfeier mitzuwirken. Wie in den 15 Jahren zuvor, seit denen Grafe in der evangelischen Kirchengemeinde Wirbenz-Immenreuth-Kemnath wirkt, stand sie in der Sakristei. Wegen all dem war die Grafe mit am meisten gestellte Frage: "Was macht Ihr Blutdruck!" Er räumte ein: "Ja, der spielte nicht nur einmal verrückt! Doch: Wann hat man so ein Projekt und so eine Feier schon?"

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