04.04.2019 - 11:12 Uhr
Wirbenz bei SpeichersdorfOberpfalz

Gott macht am Ende alles gut

"Fastensonntag Laetare - was könnte besser diese Freude zum Ausdruck bringen als eine musikalische Andacht!" Pfarrer Dirk Grafe sollte zum Chorkonzert der evangelischen Kirchengemeinden der Kulmregion in Wirbenz nicht zu viel versprechen.

Zum Abschluss des Konzertes versammeln sich die Chöre der Kulmregion zum gemeinsam gesungenen „Großer Gott, wir loben dich“.
von Autor HAIProfil

Die Freude über das frisch renovierte Gotteshaus war der Ansatzpunkt, wenige Monate nach der offiziellen Wiedereinweihung (wir berichteten) und im liturgischen Bezug zum Sonntag Laetare auch der Freude der Christen an der Musik und über das ökumenische Miteinander in den Chören zur Ehre Gottes Ausdruck zu verleihen. Zwei Stunden lang war die Vielfalt des Chorgesangs spürbar. Kein Auftritt glich dem anderen, weder in der Zusammensetzung der Ensembles, noch in ihrem dargebotenen Liedgut.

Viele Talente und Gaben wirkten zusammen, um den Nachmittag zu einer Gemeinschaftsleistung par excellence werden zu lassen, wie Gertraud Burkhardt am Ende in ihren Dankesworten nicht müde wurde zu betonen. Angefangen vom 27-köpfigen gemischten Chor New Voices aus Eschenbach/Grafenwöhr unter Leitung von Walter Thurn über den 22-köpfigen gemischten Projektkirchenchor Neustadt am Kulm und das vierköpfige Vokalensemble X-Tett unter Leitung von Manuela Brand bis zum zwölfköpfigen Projekt-Chor Speichersdorf unter Leitung von Dominik Fick. Als Gastchor mit dabei war der 14-köpfige Männergesangverein 1854 Wirbenz unter Leitung von Iris Meier. Den Schlussbaustein bildete der evangelische Kirchenchor Wirbenz unter Leitung der Konzertinitiatorin Gertraud Burkhardt.

Die Genres reichten von traditionellen Kirchenliedern über und moderne Glaubenslieder wie Spirituals und Gospels bis hin zu Schlagermelodien mit christlichem Bezug. Da war Siegfried Fietz' "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" ebenso zu hören wie Traugott Fünfgelds "All Night, All Day" und "Every Time I Feel The Spirit" sowie Frank Farians Bonney-M-Hit "Die Legende von Babylon". Mit ihrem "Sanctus" von Johann Peter Neumann in einer Bearbeitung von Wilfried Fischer und "Du meine Seele singe" von Paul Gerhardt in einem Satz von Konrad Kirschereit hatten Stephanie Kaufmann, Christine Pühl, Carolin Deinlein und Manuela Brand als vierstimmiges Vokalquartett ein kleines Alleinstellungsmerkmal.

Ausschließlich zur Ehre Gottes ließ der Wirbenzer Kirchenchor mit "Du bist ewig" (Text: Clemens Bittlinger, Satz: Ulrike Bomhard), "Ich glaube an den Vater" (Text: Matthias Pytlik, Satz: Volker Gloßner) und aus dem Psalm 103 "Lobe den Herrn, meine Seele" in einem Satz von Gerhard Ziegler eine kraftvolle Trilogie froh machender Glaubenslieder erklingen.

Für eine meditative Überraschung sorgte gleichsam als Brücke in der Mitte des Programms Pfarrer Hartmut Klausfelder. Für seine besinnlichen Gedanken hatte er Verszeilen, Gedanken und Ideen aus dem berühmten und beliebten Choral von Paul Gerhardt "Ich singe dir mit Herz und Mund" (Evangelisches Gesangbuch 324) zugrundegelegt und im Versmaß des Chorals in 13 Strophen seine eigenen Gedanken mit verpackt. Sie hätten uneingeschränkt zur Originalmelodie gesungen werden können.

Augenzwinkernd an den geistigen und geistlichen Diebstahl, wie Klausfelder eigens betonte, anknüpfend beschrieb er einerseits die Unzulänglichkeit des Menschen und andererseits die Kraft des Glaubens sowie die unermessliche Güte Gottes. "So gerne klagen, jammern wir und tun uns furchtbar leid. So viele Menschen sind voll Gier, versprühen Gift und Neid", war da zu hören. Ebenso: "Fühlst du dich oftmals nicht perfekt, wie eine graue Maus. Er macht dich stark, zollt dir Respekt, gleicht deine Schwächen aus. Wohlauf, mein Herze, sing und spring, und habe guten Mut! Denn jedes noch so schlimme Ding, macht Gott am Ende gut." Den Zuhörern gab der Neustädter Seelsorger schließlich mit auf dem Weg, gemeinsam zu singen und zu gehen, damit es jeder spüre: Wer Gott vertraue, der werde immer fest stehen. Sie alle stimmten dann auch nicht nur ein in vier Strophen aus dem ursprünglichen Choral.

Zum krönenden Abschluss ließen alle Sänger im Altarraum in einem gigantischen Gemeinschaftschor das "Großer Gott, wir loben dich" durch das weite Rund des Kirchenschiffs erklingen. Stehender Applaus belohnte schließlich für einen Ohrenschmaus, der als Zugabe in den Kanongesang des Refrains "Lobe den Herren" mündete und alles Wichtige zum Ausdruck brachte, was den Nachmittag ausmachte.

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