Intensive Probenarbeit in jedem Stück des Bezirksposaunenchors zu hören

Wirbenz bei Speichersdorf
20.01.2023 - 15:56 Uhr

Alljährlich fahren Bläserinnen und Bläser aus allen Posaunenchören im Dekanat Weiden zur Burg Wernfels bei Spalt ins Nürnberger Land. Auch diesmal gehörte ein Abschlusskonzert dazu. Doch heuer in Wirbenz war nicht alles so wie sonst.

Die Bläser und Bläserinnen des Evangelischen Bezirksposaunenchores hatten eine knappe Woche intensiven Übens miteinander auf Burg Wernfels verbracht. Neue Stücke wurden einstudiert und musikalische Kniffe erklärt. Der Ansatz, der für alle Musikanten mit Blechblasinstrumenten so wichtig ist, wurde in dieser Zeit ebenfalls verbessert, ebenso bei den Jungbläsern.

Als Abschluss dieser Freizeit gab ein Großteil der 76 Musiker wieder ein großes Konzert. Zahlreiche Zuhörer waren der Einladung in die evangelische Kirche in Wirbenz mit den rötlichen Mauerbändern gefolgt. Sie kamen aus einem Umkreis von 50 Kilometern. Auch die künftige Wirbenzer Pfarrerin und "Hausherrin", Friederike Steiner, war angereist und wurde mit Applaus begrüßt.

Gleich zu Beginn überraschten die Bläser und Bläserinnen das Publikum mit einer festlich erhebenden Fanfare, die im rückwärtigen Raum hinter den Gästen gespielt wurde. Die breite Empore unterstützte das besondere Klangerlebnis. Mit "Johannistag" folgte ein sehr schönes, anschwellendes Musikstück von Jacob de Haan, das den erwachenden Tag erleben ließ. "Italian Ground" von Orlando Gibbons, das an die Musik der Renaissance erinnerte, wirkte durch die herrlichen Bässe.

Jungbläser und Duo

Der Bezirksposaunenchor trat in einzelnen Gruppen auf, so dass auch die Jungbläser ihren Beitrag leisten konnten. Sie stellten sich mit den Liedern "Spaß mit As" von Monika Hofmann und dem bekannten "Kumba Ya, My Lord" vor und erhielten zu Recht viel Applaus. Doch nicht nur die fortgeschrittenen und erfahrenen Musiker und Musikerinnen glänzten, auch der Chor mit seinem Gesang. Das gefühlvolle "Meine Zeit" ging sofort tief unter die Haut. Auch "Feiern und loben", ein Lied, das von den tiefen Stimmen getragen wurde, fesselte die Zuhörer.

Das Programm ergänzten die Stimmen von "Calum Scott", einem Duo, das englischsprachige Songs darbot und mit seinem Stil einen starken Kontrast zu den Bläsern bildete. Alexandra Adam überzeugte mit ihrer tragenden Stimme und wurde gesanglich und an der Elektroorgel von Gerhard Kraus begleitet. Mit "Verleih uns Frieden gnädiglich" hatten die Veranstalter ein Lied von Martin Luther ins Programm genommen. Dies stellte einen Friedenswunsch für die Welt dar. Als Zeichen dafür war die Kirche mit bunten Tuchseilen geschmückt, die ein Friedensnetz andeuten sollten.

Fünf Dirigentinnen

Einer der musikalischen Höhepunkte stellte die Ballade von Traugott Fünfgeld dar. Mit einer wunderbaren Dynamik gaben die Trompeten die musikalische Führung an die Tenorhörner mit deren warmem Klang ab. Das Publikum belohnte jeden Beitrag sofort mit wohlwollendem Applaus. Erst nach mehreren Zugaben wurden die Musiker und die fünf Dirigentinnen von den Zuhörern entlassen. Sie dankten für den langanhaltenden Applaus mit dem "Bläsergruß".

Im Anschluss an das Konzert wurde die langjährige musikalische Leiterin des Bezirksposaunenchores, Ulrike Kummer, verabschiedet. Sichtlich bewegt bedankte sie sich bei den Bläserinnen und Bläsern für die stets gute Zusammenarbeit, die Unterstützung und das Vertrauen. "Es ist jetzt Zeit, den Taktstock weiterzugeben und den Nachwuchs wirken zu lassen!", betonte Ulrike Kummer. Bezirksobmann Richard Riedel ehrte die scheidende Dirigentin mit einem Überblick über ihre fast 30 Jahre ehrenamtliche Posaunenchorarbeit. Die Mitglieder des Posaunenchores betonten durch ihre Sprecherin Andrea Rupprecht, Stellvertretende Bezirkschorleiterin, aber auch die kameradschaftliche Seite von Ulrike Kummer: „Du warst immer bei jeder Gaudi dabei!“

Mit einem musikalischen Ständchen, das bei der Freizeit heimlich einstudiert worden war, verabschieden sich die Bläserinnen und Bläser von ihrer langjährigen Leiterin und dankten ihr für all die vielen Stunden, die sie dem Ensemble geschenkt hatte, mit einem großen Blumenstrauß und einem Präsent. Die Akteure ließen den Abend mit einer geselligen Zeit im Gemeindehaus ausklingen.

 
 

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