04.12.2018 - 16:30 Uhr
Wirbenz bei SpeichersdorfOberpfalz

Ort der Begegnung für "Lutherisches und Katholisches"

Regionalbischof Hans-Martin Weiss ruft bei Wiederweihe der St.-Johannis-Kirche zum Miteinander der Konfessionen auf. Der Region um Wirbenz misst er dabei eine besondere Bedeutung zu.

Regionalbischof Hans-Martin Weiss (rechts, mit Pfarrer Dirk Grafe) betont in seiner Predigt das Verbindende zwischen den Konfessionen.

"Es ist ein Juwel, das ihr habt", sagte Bischof Hans-Martin Weiss in seiner Predigt zur Wiederweihe der St.-Johannis-Kirche. Er wünsche ihr gesegnete und fröhliche Jahre und dass sie ein heller, lebendiger Ort bleiben möge und auch künftig für die frohe Botschaft genutzt und gepflegt werde, "und immer volle Kirchenbänke erleben darf, mit Menschen die innehalten, beten und singen wollen."

Die Wiedereinweihung zum ersten Adventsonntag sei ein Gottesgeschenk und gebe Anlass, fröhlich, freudig und freundlich zu sein. Sie sei Gelegenheit, Gott zu danken, dass er in die Welt gekommen und gegenwärtig sei und wieder kommen werde. Sie sei Gelegenheit, den Reichtum des Evangeliums zu leben und zu erleben und daraus Früchte zu beziehen.

Da Wirbenz an der Grenze von Oberfranken und Oberpfalz und damit gleichsam an der Demarkationslinie des altbayerisch Katholischen und des fränkisch Evangelischen liege, nutzte der Bischof aber auch die Gelegenheit, das Verbindende zu betonen und eine Lanze für das Miteinander der Konfessionen zu brechen. Dies entfaltete umso stärkere Wirkung, als der evangelische Würdenträger für sein geistliches Wort an die Gemeinde auf der Kanzel Platz genommen hatte. Außer beim Fußball dürfe die Demarkationslinie zwischen Steinwald über Fichtelgebirge bis zur fränkischen Alb nur eine geistliche und kulturelle Begegnungslinie sein. Sie sei prädestiniert dafür, dass sich Altbayern und Franken, evangelische und katholische Gläubige treffen sowie umarmen und dass sich unterschiedliche Lebensarten austauschten, meinte Weiss.

Die Region Wirbenz, Kemnath, Immenreuth sei beispielhaft für die Welt. Es sei eine wunderschöne Aufgabe, Lutherisches und altbayerisch Katholisches begegnen zu lassen. "Zuversicht ist angesagt, sich mit Katholischen zusammenzutun, Kleinliches an Differenzen aufzugeben und Großes und Gemeinsames zu entdecken", rief der Bischof in das weite Rund der Kirche.

Die Seelsorger beider Seiten seien gefragt und gefordert, immer wieder auf das Neue weiterzugeben, was von Jesus erzählt werde und was sie von ihm gehört haben. Es werde immer Pfarrer und gläubige Menschen geben, die den Umgang mit der erfrischenden frohen Botschaft pflegten. "Tragen wir das Evangelium hinaus, erhalten und pflegen wir es", schloss Weiss seine Predigt.

Neben dem Kinderchor und dem Männergesangverein gestaltet der Kirchenchor unter Leitung von Gertraud Burkhardt (Bild) die Abendmahlsfeier musikalisch.
Regionalbischof Hans-Martin Weiss betont in seiner Predigt das Verbindende zwischen den Konfessionen.
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