Von der Western-Musik zum Western-Musical: Der Wilde Westen bildete im Mai den Mittelpunkt in der Kulturscheune Wirbenz. Zu Monatsbeginn lockten die Klänge von Deutschlands bekanntester Country-Band „Truck Stop“ Hunderte von Zuhörern in den kleinen oberfränkischen Ort. Am vergangenen Freitag war es das Country-Musical „Sterne über Cactus Creek“. Damit wird das kulturelle Angebot in der Gemeinde Speichersdorf weiter ergänzt. Eine Fortsetzung ist schon angekündigt.
Das von der Landesbühne Oberfranken aufgeführte Musical „Sterne über Cactus Creek“ ist auch mit Blick auf die Oberpfälzer Realitäten keineswegs weltfremd und könnte in weiten Teilen dem politischen Leben einer Gemeinde entsprungen sein. Zumindest Bürgermeister Christian Prosch wünschte sich an diesem Abend, Anregungen aus dem Musical für seine Arbeit als Gemeindeoberhaupt mit ins Rathaus nehmen zu können, wie sich zum Beispiel Speichersdorf finanziell besser aufstellen könnte. Das sagte er vor dem Hintergrund, dass viele Kommunen ihren finanziellen Gürtel immer enger schnallen müssen und Geld an vielen Ecken und Enden fehlt.
Es muss Geld in den Ort
Dieses Problem überschattet auch die Lage in Cactus Creek, einem kleinen, verlassenen, verstaubten, von Kakteen umringten Städtchen in Arizona, das nur noch vom Goldrausch vergangener Tage träumt. Es wurde zu einem Pünktchen auf der Landkarte. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine kleine Bar, in der die Saloonbesitzerin Jolene beklagt: „Es gibt keine gescheiten Männer mehr.“ Ihr einziger Kunde ist der Ortsvorsteher und Sheriff Mayor Buckley - ein mehr als fragwürdiger Gast.
Zusammen mit Whisky und unterstützt von der Tochter Billie Jean – die, so heißt es, „mehr Feuer im Herzen trägt als der Grill einer oberfränkischen Kerwa“ –, wird nach dem Auftauchen des Straßenmusikanten Jessy Ray die Idee von einem Country-Musik-Festival geboren, mit dem Ziel, wieder Gäste in den verlassenen Ort zu locken und damit dafür zu sorgen, dass Geld in die Kassen fließt.
Noch mehr Staub als schon vorhanden wirbelte dabei die Anmeldung der glamourösen Diva Ruby Rubio für das von stimmungsvollen Balladen begleitete Festival auf. Nur dummerweise störten auch zwei Banditen das Großereignis. Mit ihnen verschwand nämlich die Hälfte des ausgelobten Geldes für die Gewinner.
Kuh als Preis ist ein Affront
Kurz entschlossen wurde der Siegerin des Festivals, Ruby Rubio, die prächtige Longhorn-Kuh Belinda als Preis überreicht. Beleidigt lehnte sie ab, sodass sie dem Straßenmusikanten Jessy Ray zugeschlagen wurde, dessen Zuneigung zur Tochter der Saloonbesitzerin Jolene offensichtlich war. Auf ihrer Ranch fand nun auch der Straßenmusikant eine feste Heimat.
Für alle Freunde der Kulturscheune gibt es bereits die nächsten drei Termine. Am bevorstehenden Donnerstag, 4. Juni, wird die Kulturscheune mit „Menzl zünd’t auf“ zur Brassscheune. Gleich am nächsten Tag, am Freitag, 5. Juni, sind die Brettl-Spitzen zu Gast. Mit Tomi und Basti heißt es deftig, komisch und hinterfotzig. Als dritte im Bunde gastieren in kleiner Besetzung die Egerländer am Freitag, 17. Juli, in der Kulturscheune.















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