29.10.2019 - 11:13 Uhr
Witzlasreuth bei KulmainOberpfalz

Kläranlage und Bahn-Elektrifizierung

Es waren zwei wichtige Themen, die den Witzlasreuther Bürgerinnen und Bürgern auf den Nägeln brannten. Zum einen die Sanierung der Kläranlage und Kanalisation und zum andern die verschiedenen Varianten der Elektrifizierung der Bahntrasse.

CSU-Ortsvorsitzender Günter Kopp (rechts) berichtete ausführlich über das Gemeindegeschehen in Witzlasreuth, während Fraktionsvorsitzender Albert Sollfrank (3. von rechts) über den aktuellen Stand in Sachen Bahntrasse informierte.
von Kurt ScharfProfil

Zu Beginn berichtete Bürgermeister Günter Kopp über die Trinkwasserversorgung. Nachdem die Förderung der Quelle zwischenzeitlich auf 1,1 bis 1,2 Liter pro Sekunde zurückgegangen war - unter normalen Umständen schüttet sie 4 Liter - reichte das Wasser gerade noch für die Versorgung von Witzlasreuth, Oberwappenöst und Aign. Eine Förderung nach Kulmain sei nicht mehr möglich gewesen, so dass über Oberbruck die Wasserversorgung sichergestellt wurde.

Durch die zwei aufeinanderfolgenden trockenen Sommer sei die Ergiebigkeit in diesen Trockenphasen rapide zurückgegangen. Um eventuellen Umwelteinwirkungen entgegenzuwirken, wurde im Hochbehälter eine Ultrafiltrations- und eine UV-Anlage installiert, um Verschmutzungen und Bakterien herausfiltern. Zudem wurde für Witzlasreuth und Oberwappenöst eine Verlängerung des Wasserrechtsverfahren beantragt und damit bis Ende 2020 die Wassergewinnung erwirkt.

Auf der Grundlage eines hydrogeologischen Gutachtens wird ein beauftragtes Ingenieurbüro die relevanten Untersuchungen vornehmen: die Quellbeschaffenheit mit Schüttverhalten, das Wasserschutzgebiet mit Einzugsbereich sowie die Möglichkeit einer Ersatzversorgung im Notfall, erklärte Kopp.

Kopp informierte weiter über den aktuellen Stand der Kläranlage. Das Sanierungskonzept sieht demnach neben der Maschinen- und Elektrotechnik, den Baumeister- und Ausbesserungsarbeiten am Vorklärbecken, eine neue Einzäunung und Geräteschuppen, in dem die Gebläse für Belüftung untergebracht sind, vor. Trotz einer Investition in Höhe von etwa 705 000 Euro sei dies die wirtschaftlichste Lösung in Anbetracht aller möglichen, durchdachten Varianten für die Gemeinde.

Werte nicht zu erfüllen

Auch die Kanalisation bedürfe einer Sanierung, da über die defekten Rohrleitungen 80 Prozent Fremdwasser eindringen und dies dazu führe, dass die Anlage nicht mehr die erforderlichen Werte erfülle. Zudem fallen Investitionskosten für die Kanalbefahrung an. Der Schlossweg befinde sich in einem schlechten Zustand und werde verbessert, allerdings unter der Einbeziehung der Auswertungsergebnisse, um eventuelle Verlegungen im Wasser- und Kanalbereich bei Bedarf zu berücksichtigen, erwiderte Kopp auf die Frage eines Anliegers hinsichtlich der Straßen-Verbesserung.

Über die Planungen der Elektrifizierung der Bahntrasse von Immenreuth nach Marktredwitz informierte Fraktionsvorsitzender Albert Sollfrank. Tatsache sei, dass eine Elektrifizierung des bestehenden Armannsbergtunnels so nicht möglich ist. Er stellte neben den Ausbau der bisherigen Variante mit einem eventuell weiteren Tunnel weitere drei Varianten vor. Während die Trassen 1 und 2, die insbesondere das Wasserschutzgebiet der Wasserversorgung Witzlasreuth-Oberwappenöst durchkreuzten und anscheinend von der Bahn nicht weiter zur Debatte stehen, hat die Gemeinde große Bedenken gegenüber der dritten Variante mit einem neuen Tunnel durch den Schwarzberg. Hier würde Witzlasreuth nördlich in offener Trassenführung umfahren.

Für den jetzigen Tunnel gebe es die Möglichkeit einer Aufweitung, den Neubau eines zweiten Tunnels eventuell auch mit zwei Gleisen herzustellen. Auf jeden Fall müsse man bedenken, so Sollfrank weiter, dass auf der zukünftigen Trasse die Abwicklung von Gütertransporten massiv zunehmen würde, die dann öfter, schneller und vor allem in der Nacht das Gebiet durchfahren.

Auswirkungen für Umwelt

Das abfließende Tunnelwasser wird derzeit über den Engbach Richtung Zinst und dann in den Schirnitzbach in Kulmain geleitet. Welche Auswirkungen sich dabei für die Gewässer bei einer Reduzierung oder Erhöhung der Wassermenge ergeben, bedürfe einer gründlichen Untersuchung, forderte der Fraktionsvorsitzende. In einem Scoping-Verfahren legt die DB Netz AG einen Untersuchungsrahmen die für das künftige Planfeststellungsverfahren zu erarbeitenden Umweltverträglichkeitsprüfung fest, um die Auswirkungen für die Umwelt zu erkunden.

Ein weiterer großer Nachteil ergebe sich für die Gemeinde laut Zweitem Bürgermeister Sollfrank aus dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Aufgrund der zu geringen Durchfahrtshöhe der Brücken müsse die Bahn die betroffenen Bauwerke erneuern. Weil die Bauwerke sehr alt sind, wäre der Vorteilsausgleich sehr hoch. Die Kommune müsste ihn dann voll begleichen ohne staatlichen Fördergelder.

Bürgermeister Kopp dankte dem Heimatverein Witzlasreuth für das ehrenamtliche Engagement insbesondere für die Unterhaltung des Kinderspielplatzes in Kooperation mit der Gemeinde. Mit der Neubeschaffung der beiden Schaukeln sowie den Instandsetzungsarbeiten der Spielanlage mit Spielturm ist der Platz für die Kleinen eine attraktive Anlaufstation.

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