Wölkersdorf bei Kirchenthumbach
28.02.2020 - 13:58 Uhr

Umliegende Orte nicht vergessen

Nicht ein, sondern viele Redner; nicht ein Thema, sondern viele Anliegen: Zum politischen Aschermittwoch versammelt sich die Sassenreuther Wählerliste in Wölkersdorf. Zur Sprache kommen Breitbandausbau ebenso wie Wasserversorgung.

Michael Frohnhöfer berichtet über den Breitbandausbau in der Marktgemeinde. Bild: exb
Michael Frohnhöfer berichtet über den Breitbandausbau in der Marktgemeinde.

Gemeinderat und Listenkandidat Georg Adelhardt begrüßte Mitkandidaten und Zuhörer in der Gastwirtschaft Schmid. Eingangs seines Vortrages informierte er, dass sich die Wählergemeinschaft mittlerweile zum sechsten Mal bei einer Kommunalwahl um Mandate im Marktgemeinderat Kirchenthumbach bewerbe. Bei der Bürgermeisterwahl unterstütze man speziell keinen der beiden Bewerber.

Wie allgemein üblich, stellten sich dann die Gemeinderatskandidaten vor und erläuterten die Gründe für ihre Bewerbung. Georg Adelhardt will sich besonders für den Wegebau einsetzen. Bezüglich der Wasserversorgung regte er an, die Studie abzuarbeiten, bevor man die Wasserschutzgebiete ausweite, was ja Einschränkungen für die Landwirte nach sich ziehen würde.

Die jüngeren Bewerber möchten unter anderem Bindeglied zwischen der jüngeren und der älteren Generation sein. Genannt wurde als Ziel auch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Zudem wurde betont, dass die umliegenden Orte nicht vergessen werden sollten. Im Vierstädtedreieck müsse die Gemeinde auch „ein Wörtchen mitreden“.

„Unterstützt die Liste neun“, lautete der allgemeine Tenor: Der Gemeinderat solle nicht nur aus Kirchenthumbachern bestehen. „Ich finde die Wählergemeinschaft super“, war eine weitere Wortmeldung.

Zusätzlich zur persönlichen Vorstellung referierten einige Kandidaten über bestimmte Themen. Listenführerin Silvia Schecklmann nannte für die Dorferneuerung den Ausbau der Dorfmitte, Sitzmöglichkeiten um den alten Brunnen und eine Vorrichtung für das Aufstellen des Maibaumes. Der in gemeinsamer Arbeit gebaute Mehrgenerationenspielplatz erhalte noch einen Sichtschutz. Man sei dabei, diesen aus selbst gestalteten Fichtenbrettern zu erstellen, teilte sie mit. Auch wurde betont, dass der Spielplatz auch für Besucher gedacht sei, nicht nur für die Einheimischen.

In Vertretung von Janine Hoffmann stellte Schecklmann auch den angestrebten Wanderweg vor, der beginnend beim Feuerwehrhaus, in den Wald weiterlaufend an den Betonfundamenten des alten Funkturmes vorbei zum Aussichtsturm auf dem Kalvarienberg führen solle. Dazu existierten Pläne in Zusammenhang mit dem Geopark Bayern-Böhmen, die aber „in den Schubladen verschwunden“ seien.

Für Stefan Vogl ist das Kernwegenetz von besonderem Interesse. In Bayern gebe es circa 300 000 Kilometer solcher Wege, mehrheitlich geschottert, teilweise asphaltiert. Das Problem sei, dass die alten Wege von den breiten und schweren landwirtschaftlichen Maschinen zu sehr in Anspruch genommen würden, erläuterte Vogl. Heute müsse man eine Mindestbreite von 3,50 Meter und eine Achslast von mehr als 11 Tonnen berücksichtigen.

Dritter Bürgermeister und Listenkandidat Werner Trenz informierte über den mittlerweile vor mehr als 20 Jahren begonnenen Flächennutzungsplan in der Marktgemeinde. Dieser sei ein Leitplan für eine Gemeinde und beinhalte den Bestand an Flächen, Gebäuden, Wegen und Bodendenkmälern sowie die Einwohnerzahlen und unter anderem auch ein Altlasten-Kataster. Ein derartiger Plan sei kein starres System und werde permanent weitergeführt, machte Trenz deutlich. Sogar schützenswerte Bäume seien darin aufgeführt.

Michael Frohnhöfer informierte über die beiden Stufen des Breitbandausbaues, dessen Gesamtkosten sich auf 2,5 Millionen Euro beliefen. Der Anteil der Gemeinde daran seien 600 000 Euro. Die weitere Ausbaustufe III „stehe in den Sternen“, erklärte Frohnhöfer. „Aber jetzt haben wir ein gescheites Internet“, so sein Resümee.

Zum Ausbau der Staatstraße 2120 von Kirchenthumbach nach Heinersreuth sprach Alois Lehner. Im Sassenreuther Bereich, ebenso wie auf der Teilstrecke zwischen Heinersreuth und Engelmannsreuth seien die Planungen weit fortgeschritten, bei Grundstücksangelegenheiten seien keine Probleme aufgetreten. Bei den Teilbereichen mit den Umgehungen in Kirchenthumbach und Heinersreuth gebe es noch Probleme, sagte Lehner. Es sei zu wünschen, dass die machbaren Teilstrecken früher in Angriff genommen werden könnten.

Georg Adelhardt berichtete von der Sanierung der Gemeindeverbindungsstraßen von Tagmanns nach Neuzirkendorf und von Göttersdorf nach Dammelsdorf. Diese Maßnahmen seien gute Beispiele für kostensparende Sanierungen, da der vorhandene Unterbau der Strecken intakt gewesen sei und man sich so auf einen Asphaltüberzug beschränken konnte. Zudem seien keine Kosten für Sachverständige und Architekten notwendig gewesen.

Als problematisch sieht Adelhardt jedoch den Zustand der Straßen in den verschiedensten Ortschaften und die dort notwendigen Sanierungen an. Dafür gebe es auch noch keine Lösung.

Am Ende des Politischen Aschermittwochs wurde noch an den Tippzettel für die Bürgermeisterwahl erinnert. Der Einsatz beträgt zwei Euro, die Hälfte davon wird zur Ausspielung gebracht und geht an die drei besten Tipper, der zweite Euro an die Wählergemeinschaft.

Teil des geplanten Sichtschutzes beim Sassenreuther Mehrgenerationenspielplatz Bild: exb
Teil des geplanten Sichtschutzes beim Sassenreuther Mehrgenerationenspielplatz
 
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