Premiere der PIArt-Galerie am Bezirksklinikum Wöllershof: Mit der neuen PIArt-Galerie im Umfeld der Wöllershofer Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) ging ein lang gehegter Wunsch des Ärztlichen Direktors des medbo Bezirksklinikums Wöllershof (BKW), Prof. (OTH) Dr. Markus Wittmann, in Erfüllung. Wie es in einer Mitteilung heißt, eröffnet PIArt Wöllershof mit Werken von Emil Schicker und seiner Familie.
Geprägt von Kriegserfahrungen und verbunden mit einschneidenden familiären Verlusten habe er versucht, dem Leben möglichst positiv zu begegnen. Seine Motive fand er in der Natur und bei den Menschen seiner Umgebung sowie in der Landwirtschaft und in religiösen Themen. Nach dem Umzug wegen einer beginnenden Demenz ins Seniorenheim malte Schicker nach einer kurzen Schaffenspause weiter, sein Malstil habe sich "vom bisherigen realistischen Stil zu einem eher kindlichen Ausdruck hin" verändert, wie Johannes Müller von der medbo schreibt. Mit über 90 Jahren ist Schicker 2018 gestorben. Seine Tochter Karin Achatz, seine Enkelin Eva Achatz und seine Ur-Enkelin Sophie Grüner stellen ebenfalls in Wöllershof aus.
„Bei uns sollen Künstlerinnen und Künstler Werke präsentieren können, die einen Bezug zu seelischen Krisen haben – egal ob Betroffene, Angehörige oder Menschen, die professionell mit dem Thema befasst sind“, wird Wittmann in der Mitteilung zur Eröffnung zitiert. Das Werk Emil Schickers vereine eine Schaffensphase vor und mit einer dementiellen Erkrankung, und das sei immens spannend.
„Diese Ausstellung, die Werke aller dieser begabten Familienmitglieder vereint, ist ein Postulat der Hoffnung – ein Zeichen dafür, dass zwischen Schwarz und Weiß alle Farben liegen und die kreative Aufarbeitung von Leid und Trauma die schönsten Blüten hervorbringen kann“, sagte Ursula Wohlfeld vom Bezirk Oberpfalz, die die Ausstellung kuratiert, laut Mitteilung.
Gerdi Specht und Harald Scholz lasen aus ihrem Buch „Noch nicht erzählte Geschichten aus Lohhäuser und Mähring“: Die Autoren präsentierten den persönlichen und künstlerischen Lebensweg Emil Schickers. Die Galerie befindet sich in HAUS 14 am medbo Bezirksklinikum Wöllershof. Die Ausstellung läuft noch bis 13. November und kann während der allgemeinen Besuchszeiten der Klinik kostenlos besichtigt werden.
Die Galerie PIArt wird unterstützt von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Nordoberpfalz (PSAG) und der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz (Seko). Zweite PSAG-Vorständin Sonja Dobmeier betonte die Bedeutung von Kunst in der Bemühung, psychische Erkrankungen aus dem gesellschaftlichen Schatten zu holen. Für Brigitte Lindner und Jürgen Huhn von der Seko ist Kunst nicht zuletzt ein persönliches Anliegen: „Eine Möglichkeit zum Ausdruck, wo Sprache nicht mehr ausreicht.“














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