Entwurfsplanung für den Hochwasserschutz in Wölsendorf vorgestellt

Wölsendorf bei Schwarzach
21.11.2022 - 09:20 Uhr

Hundertprozentigen Hochwasserschutz gibt es nicht. Ausgehend von den bisherigen Erfahrungswerten sind Verbesserungen im Bereich des Hochwasserschutzes in Wölsendorf aber sinnvoll und machbar.

Wie die enormen Hochwasserschäden im Ahrtal im vergangenen Jahr gezeigt haben, können bei klimatischen Ausnahmesituationen ruhig fließende Gewässer sehr schnell zu reißenden Strömen anwachsen und enorme Schäden anrichten. Um dies zu verhindern, investiert der Freistaat Bayern konsequent in den Hochwasserschutz. Auch die Naab mit ihrem großen Einzugsgebiet hat Überflutungspotential, das Wölsendorf gefährlich werden könnte. Allerdings ist das Geländeprofil mit den Ablaufmöglichkeiten des Wassern nicht mit dem Ahrtal vergleichbar. Wie Bürgermeister Grabinger bereits in der Gemeinderatssitzung vom Oktober mitgeteilt hatte, „sollen die Bürgerinnen und Bürger in die für den Hochwasserschutz Wölsendorf laufenden Planungen eingebunden werden“. Deshalb war vor der Vorstellung und Beschlussfassung im Gemeinderat Schwarzach eine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen, die im Dorfstadel in Wölsendorf unter großem Zuhörerinteresse stattfand.

Henning Pinar von der Ingenieurgesellschaft Kubens stellte den Anwesenden den Stand der derzeitigen Entwurfsplanung detailliert vor und erläuterte das weiter beabsichtigte Vorgehen. „Die Naab strömt bei einem hundertjährigen Hochwasser durch die vier vorhandenen Durchlässe der Autobahn A93, die an Wölsendorf vorbeiführt“, so der Planungsfachmann. Deshalb sollen die vier Durchlässe mit Rückstauklappen und zur weiteren Sicherheit zusätzlich mit Handschiebern versehen werden, um zu verhindern, dass Teile von Wölsendorf durch das Hochwasser der Naab überflutet werden. Wie Pinar weiter ausführte, fließt der Vetterlbach von Osten kommend durch Wölsendorf. Da dieser Bach bei einem Naabhochwasser aufgrund des verschlossenen Durchlasses nicht mehr ablaufen kann, soll der Vetterlbach „über eine Überlaufschwelle und eine Rohrleitung in den Altarm der Naab, einem Schönungsteich, abgeleitet werden“. Die geplante Vergrößerung des Durchlasses am Kreuzungsbereich Wölsenberger Straße und Birkenweg soll das Risiko einer Überschwemmung im östlichen Teil Wölsendorfs erheblich verringern. Sollte das Volumen des Schönungsteichs bei einer außergewöhnlichen Wetterkonstellation nicht mehr ausreichen, kann das Wasser über einen Notablauf sicher nach Süden abgeleitet werden. Da nach den Ausführungen des Fachmanns im vorhandenen Regenüberlaufbecken am Schönungsteich auch Rückstauverschlüsse eingebaut werden, bleibt das Überlaufbecken im Falle eines Hochwassers funktionsfähig und die Binnenentwässerung ist weiterhin gewährleistet.

Wie Projektleiter Bastian Praller vom Wasserwirtschaftsamt Weiden ausführte, kommt bei der Baumaßnahme „auf die Kommune ein Baukostenanteil von 35 Prozent zu“. Nach derzeitigem Sachstand belaufen sich die Gesamtkosten auf 1,2 Millionen Euro, womit eine knappe halbe Million an der Gemeinde Schwarzach hängen bleiben würde. Der Betrag kann aber durch Unterhaltungsleistungen durch die Gemeinde auf rund 275000 Euro reduziert werden. Sollte der Schwarzacher Gemeinderat den Planungen zustimmen, „wird die Entwurfsplanung Anfang 2023 abgeschlossen und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet“, so der Projektleiter weiter. Gerhard Brunner vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Schwarzenfeld stellte fest, dass es sich bei der beabsichtigten Baumaßnahem um „ein Angebot des Freistaates Bayern handelt. Die Gemeinden müssen das Angebot aber nicht annehmen“. Eine rege Diskussion schloss sich an die Vorstellung der Entwurfsplanung an.

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.