Die Faszination des Fensterbaches

Er stapft durch sumpfiges Gelände, immer seine Kameras dabei. Über Monate hinweg ist der Fotograf Hans Heimler am 30 Kilometer langen Fensterbach unterwegs, um Begegnungen mit der Natur zu suchen.

Der Fensterbach hat seine Quelle nahe dem Dorf Weiher in der Gemeinde Hirschau. Nach knapp 30 Kilometern mündet er bei Irrenlohe (Kreis Schwandorf) in die Naab, Nach Ansicht des Wasserwirtschaftsamts Weiden ist der Zustand des Gewässers unbefriedigend.
von Autor HOUProfil

Hans Heimler war lange Zeit Fußballtrainer. Manchen Heißpornen sagte er in seiner ruhigen Art: "Geduld Junge, deine Chance kommt noch." Er selbst hat sich das als Hobbyfotograf zur Maxime gemacht. Nur so konnte der pensionierte Lehrer zum Jubiläum der 900-Jahr-Feier seines Heimatdorfs Wolfring eine Fleißarbeit abliefern, die zahlreiche Zuschauer im Jugendheim in ihren Bann zog.

Der Titel seines Vortrags lautete "Faszination Fensterbach". Doch was kann schon faszinierend sein an einem Bächlein, das zwar einer Gemeinde seinen Namen gegeben hat, aber meist wenig beachtet durch die Landschaft rinnt und nur bei Hochwasser explodiert? Der Fotograf ging sein Thema frontal und mit einem Blick für die Kleinigkeiten an: Libellen und Schmetterlinge, die aus dem Gras kriechende Schlange und eine Vielfalt summender Insekten auf vielerlei Blüten. Meterhohes Schilf, grüne Wiesen und eine aus dem Boden sprudelnde Quelle nahe der Ortschaft Weiher. Bunte Pracht wie aus dem Bilderbuch.

Hans Heimler orientierte sich an einer Wanderung von Johann Baptist Laßleben aus Kallmünz, der 1922 den Fensterbach erkundete. Dessen im Amberger Staatsarchiv niedergelegte Fotos blendete er ein und vermittelte Laßlebens Eindruck, dass man nur mit wachem Auge durch die Landschaft schreiten müsse, um Außergewöhnliches in einem als sehr trivial vermuteten Ambiente erleben zu können.

Da ist der Biber, der seine Dämme baut. Der Reiher fliegt majestätisch über angrenzende Teiche, und die Weihe zieht ihre Kreise. Oft musste Heimler sein Tourenrad schultern, um auf der Pirsch voranzukommen. Doch dann setzten sich seltene Gesellen vor seine Objektive: der Schachbrettfalter und der Eisvogel, die Goldammer und der gefiederte Neuntöter. Raritäten, die der Fotograf mitunter erst bei intensiven Internet-Recherchen identifizieren konnte. Dann war er stolz, dass ihm solch seltene Tiere ins Blickfeld gerieten.

Um den Fensterbach ist es aus wasserwirtschaftlicher Sicht nicht sonderlich gut bestellt. Doch die Natur beidseits der Ufer kümmert das wenig. Sie hat noch immer, wie Hans Heimler unter Beweis stellte, ihre Freiräume und kann sich entfalten. Für die Menschen allerdings nur dann sichtbar, wenn einer kommt, der behutsam Schritt für Schritt vorgeht, um seine Bilder zu machen. Dann zieht er sich leise zurück.

Ein spannender Abend, der in langem Applaus sein Echo fand. Begleitet von Hans Heimlers Rat, man möge sorgsam mit der Natur umgehen.

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