24.08.2021 - 11:31 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Bahnkonferenz macht Druck bei Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale

Mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution endet eine Bahnkonferenz der Anlieger der Franken-Sachsen-Magistrale. Beim Treffen in Wunsiedel drängen sie auf eine rasche vollständige Elektrifizierung der Strecke.

Mehr Güter auf die Schiene: Eine vollständige Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale würde die Autobahnen in der Region entlasten, da weniger Güter per Lastwagen transportiert werden müssten.
von Externer BeitragProfil

Die Teilnehmer der Bahnkonferenz am Montag im Landratsamt Wunsiedel appellieren an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Entwurfs- und Genehmigungsplanung zur vollständigen Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale noch im Sommer 2021 zu beauftragen.

Die Bahnkonferenz der Anlieger der Franken-Sachsen-Magistrale stand unter dem Motto „Es ist höchste Zeit, den Blick zu weiten“. Die Städte und Landkreise entlang der Bahnstrecke Nürnberg–Marktredwitz–Sachsen und Böhmen haben zusammen mit ihren Bundestagsabgeordneten darauf aufmerksam gemacht, dass eine lange Unterbrechung der Planungen zur restlichen Elektrifizierung dieser Magistrale auf bayerischem Gebiet drohe. Der Appell richtet sich an das Bundesverkehrsministerium, dem für die Zukunft der Bahnanbindung der Dreiländerregionen eine Schlüsselfunktion zukomme, heißt es in einer vom Landratsamt Wunsiedel versandten Pressemitteilung.

Seit vergangenem Winter stünden die Ergebnisse der Vorplanungen durch die DB Netz fest. Demzufolge stelle eine Elektrifizierung der Bestandsstrecke die beste Lösung dar. Überlegungen zu Tunnelneubauten im Fichtelgebirge und in der Fränkischen Schweiz seien damit vom Tisch. Planungsoptimierungen führten zudem zu erheblichen Kosteneinsparungen. Das Bundesverkehrsministerium müsse jedoch die Wirtschaftlichkeit dieses Ausbauvorhabens feststellen, bevor es den Auftrag zur Weiterplanung an die DB Netz vergibt. Diese Prüfung ziehe sich laut Pressemitteilung hin.

Verkehrsaufkommen steigt

Das sächsisch-bayerische Städtenetz habe in einem Gutachten feststellen können, dass der Nutzen der Elektrifizierung weit höher zu bewerten sei, als dies der Bundesgutachter bisher tue. Dazu müssten die mittel- und osteuropäischen Entwicklungen der letzten Jahre betrachtet werden. „Diese führen zu einem noch größeren Anstieg des Verkehrs auf der Ost-West-Achse, der auf die Schiene verlagert werden kann und muss“, wird der Marktredwitzer Oberbürgermeister Oliver Weigel zitiert.

Besondere Potenziale für den Schienentransport ergäben sich in den Branchen Automotive und Chemie. „Das würde unsere Mittelgebirgsautobahnen entlasten. Es ist geradezu grotesk, wenn die in Zwickau oder Mlada Boleslav hergestellten Elektroautos auf Diesel-Lkw zu den Kunden im Süden Deutschlands und Europas transportiert werden. Diese gehören auf die elektrifizierte Schiene“, fordert der Wunsiedler Landrat Peter Berek.

Auch der Containerverkehr auf der Schiene von und nach Asien weise enorme Steigerungsraten auf. Mit der Elektrifizierung der Strecke von Hof und Schirnding nach Nürnberg könnten die Containerzüge auf direktem Weg nach Süddeutschland geführt werden und nicht wie bisher über Hamburg oder Duisburg. Dies würde der hiesigen Wirtschaft große Zeit- und Kostenvorteile verschaffen und den Güterverkehr großflächig verteilen.

Klima- und geopolitische Ziele

"Die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale schließt die größte Elektrifizierungslücke in Mitteleuropa an der zentralen Nahtstelle von Ost und West. Damit wird nicht nur die Anbindungsqualität der Anliegerregionen sprunghaft erhöht. Mit dem Ausbau des 125 Kilometer langen Bündelungsabschnitts von vier europäischen Bahnkorridoren können wichtige verkehrs-, klima-, industrie-, deutschland-, europa- und geopolitische Ziele erreicht werden", heißt es in der einstimmig verabschiedeten Resolution der Anliegerregionen der Franken-Sachsen-Magistrale.

Die Fertigstellung der Franken-Sachsen-Magistrale schaffe zudem großräumige Umleitungsmöglichkeiten bei Störungen im Schienennetz. Sie sei ein „alternativloses Schlüsselprojekt“ für Bayern, Sachsen und weit darüber hinaus.

Hier ein weiterer Bericht zum Thema Elektrifizierung der Bahn

Tirschenreuth

 

 

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