19.08.2019 - 14:39 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Energieträger der Zukunft

Wunsiedel setzt auf "grünen Wasserstoff". Geplant ist ein Elektrolyse-System mit bis zu zehn Megawatt Leistung für Stadt und Landkreis.

Die Absichtserklärung zur Kooperation beim Elektrolyse-System ist unterschrieben. Im Bild von links Ingo Rießner (Rießner-Gase GmbH), Marco Krasser (Geschäftsführer SWW Wunsiedel), Bürgermeister Karl-Willi Beck, Bernd Koch (Leiter Siemens Dezentrale Energiesysteme Deutschland), Eric Michael Klein (Siemens Corporate Technologies).
von Externer BeitragProfil

Die Stadt Wunsiedel, der Energieversorger SWW Wunsiedel GmbH, der oberfränkische Gasanbieter Rießner-Gase GmbH und die Siemens AG unterzeichneten eine Absichtserklärung, im Rahmen einer Kooperation ein Elektrolyse-System zur Erzeugung von Wasser- und Sauerstoff für verschiedene Anwendungen im Bereich Industrie und Mobilität zu entwickeln sowie in Wunsiedel zu installieren und zu betreiben. Die Anlage auf Basis des Siemens-Typs Sylizer soll eine Leistung von bis zu zehn Megawatt aufweisen und vorwiegend Strom aus regenerativen Quellen wie Photovoltaik und Wind nutzen.

"Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft", sagte SWW-Chef Marco Krasser bei der offiziellen Unterzeichnung der Absichtserklärung im Wunsiedler "Haus der Energiezukunft". "Mit der Elektrolyse haben wir nun eine Langzeit-Speichertechnologie zur Verfügung, die Überschüsse aus unseren regenerativen Stromerzeugungsanlagen in speicherbaren Wasserstoff umwandelt." Bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Quellen spricht die Fachwelt von so genanntem "grünen Wasserstoff". Die SWW Wunsiedel GmbH betreibt mehrere Photovoltaikanlagen sowie Windräder mit einer Gesamtleistung von mehr als 20 Megawatt.

"Wir ergänzen mit unserer Elektrolyse-Anlage den bestehenden elektrischen Kurzzeitspeicher Siestorage mit einer dauerhaften Energiespeicherlösung, die in der Kombination beider Systeme letztlich auch netzstabilisierende Dienste wie Primärregelleistung bereitstellen kann", informierte Andreas Schmuderer, Projektleiter des Technologiepartners Siemens. Siemens ist ein Pionier der Elektrolyse-Technologie. "Mit dem Sylizer haben wir darüber hinaus ein System, das bereits erfolgreich in anderen Projekten eingesetzt wurde", ergänzte Dr. Bernd Koch (Leiter CoC Dezentrale Energiesysteme Deutschland).

Ein weiterer wichtiger Partner für den Einsatz von Wasserstofftechnik ist die oberfränkische Firma Rießner-Gase, die zu einem der regional führenden Anbieter von technischen und medizinischen Gasen, Lebensmittel-, Prüf- und Sondergasen zählt. "Als familiengeführtes mittelständisches Unternehmen legen wir großen Wert auf die nachhaltige Ausrichtung unserer Investitionen. Die Produktion von Wasserstoff mit grünem Strom anstatt aus fossilen Energieträgern passt hervorragend in unser Nachhaltigkeitskonzept. In das Projekt werden wir unsere Erfahrung in der Konzeption und Umsetzung von Wasserstoffanlagen und in der Vermarktung von Wasserstoff mit einbringen", erklärte Dr. Thilo Rießner, Geschäftsführer der Rießner-Gase GmbH.

"Wir gehen mit diesem Schritt den Wunsiedler Weg zusammen mit unseren Partnern konsequent weiter", sagte Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck. "Bei unserem ersten ,Wasserstoff-Stammtisch' im Mai dieses Jahres haben wir mit Unternehmen, Kollegen der Kommunalpolitik und Institutionen aus der Region die Perspektiven der Wasserstofferzeugung und -verwertung besprochen. Die positive Resonanz war ein wichtiges Signal für uns, diesen Ansatz für die Gemeinden im Fichtelgebirge konkret weiterzuverfolgen." Ziel des Wunsiedler Wegs im Bereich Energie ist es, eine Strategie für eine effiziente und ressourcenschonende lokale Energiepolitik umzusetzen. Dazu gehört neben der vollständigen Deckung des Energiebedarfs für Strom, Wärme und Mobilität aus Biomasse, Solar- und Windenergie auch die intelligente Kopplung dieser Sektoren. Seit 2016 ist "Siemens Dezentrale Energiesysteme" Technologiepartner von Stadt und Stadtwerken.

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