19.06.2019 - 16:22 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Für zwei tolle Tage ist alles bereitet

Am Wochenende findet das Brunnenfest in Wunsiedel statt. Die Vorbereitungen sind nahezu abgeschlossen.

Mit Spannung erwarten (von links) Martina Kerschbaum und Nour Altabbaa von "Wir sind alle Wunsiedel", Bürgermeister Karl-Willi Beck, Touristikfachkraft Melanie Wehner-Engel, Daniel Wolf vom Ordnungsamt und (kniend) der externe Berater Harry Ipfling das Brunnenfest.
von Autor FPHProfil

Seit einigen Jahren ist das Wunsiedler Brunnenfest immaterielles Kulturerbe; vergangenes Jahr erhielt das wohl wichtigste Wochenende in der Festspielstadt den Heimatpreis Bayern im Markgräflichen Opernhaus in Bayern. Zu verdanken haben die Wunsiedler diese Auszeichnungen ihren Altvorderen, die sich Ende des ausgehenden 20. Jahrhunderts weigerten, die Röhrenbrunnen nach dem Bau der Kanalisation aufzugeben. Und so gibt es immer noch 36 Wasserspender im Stadtgebiet. Diese werden am Wochenende von Samstag bis Sonntag, 22. und 23. Juni, nach alter Tradition zunächst von den Brunnengemeinschaften mit viel Fantasie geschmückt und anschließend von Gästen und Einheimischen gefeiert.

"Alle 36 Brunnen werden heuer geschmückt", betont Bürgermeister Karl-Willi Beck bei einem Pressegespräch im Wunsiedler Rathaus, bei dem der Ablauf, das Programm und auch einige Neuerungen des Heimatfestes vorgestellt werden. Beck freut sich besonders, dass sich für den Regenbogenbrunnen am Hackerplatz und den Brunnen in der Egerstraße, die sonst verwaist geblieben wären, kurzfristig zwei neue Brunnengemeinschaften fanden.

International

Federführend beim Regenbogenbrunnen ist Martina Kerschbaum, Initiatorin des Integrationsprojekts "Wir sind alle Wunsiedel" des AWO-Kreisverbandes. "Der Brunnen wird von internationaler Hand gestaltet", verspricht Kerschbaum. Und deren Kinder hatten aufgrund so vieler Helfer aus aller Herren Länder spontan die Patenschaft für den Brunnen in der Egerstraße übernommen. Im Mittelpunkt der Wasserspender steht aber heuer der Wilmabrunnen. Der feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag und sorgt bei Hitze für eine angenehm kühle Atmosphäre in der kleinen Parkanlage gegenüber des Luisenburg-Gymnasiums. Die Einweihung war am 4. August 1919. Der Stifter des Brunnens war der damalige Besitzer der Farbenwerke, Kommerzienrat Wilhelm Simon. Nicht zuletzt deswegen ziert das Werk aus Granit die diesjährigen Plaketten in Form von Textilaufklebern. Die erhalten Gäste und Einheimische gegen eine Spende von den Sammlern, die an beiden Tagen um einen Obolus für die Brunnengemeinschaften und zum Erhalt des Brunnenfestes bitten. Kleiner positiver Nebeneffekt der Plaketten: Gegen Vorlage in der Tourist-Information und an der Theaterkasse erhalten Besucher einen Rabatt von fünf Euro beim Kauf einer Karte für die Luisenburgfestspiele. Allerdings nur an diesem Wochenende und zu den am Samstag und Sonntag verlängerten Öffnungszeiten.

Flohmarkt

Der Tag beginnt früh. Während die Mitglieder der Brunnengemeinschaften noch letzte Hand an Girlanden und anderen Blumenschmuck legen, dürfen Schnäppchenjäger ab 8 Uhr in der Kemnather Straße beim Flohmarkt des Lions-Clubs Marktredwitz-Fichtelgebirge ihrem Hobby frönen. Ab 10 Uhr lockt eine Sonderausstellung in das Fichtelgebirgsmuseum. Ab 14 Uhr strömen dann bereits Gäste aus nah und fern in die weitläufig abgesperrte Innenstadt. Vereine und Organisationen bieten dann Sitzgelegenheiten an verschiedenen Plätzen, damit die Besucher sich stärken können. Ab 15 Uhr gehen die Portale der Stadtkirche weit auf. Die "Offene Kirche" steht heuer unter dem Motto "Darauf ist Verlass". Seit 15 Jahren gestalten die Mitglieder der evangelischen Kirche, die für dieses Projekt im vergangenen Jahr den Ehrenamtspreis der evangelischen Kirche Bayern in Empfang nehmen durften, den Tag mit und sorgen mit ihren Ideen für einen Ort der Stille. Auch Bürgermeister Beck lobt diese Aktion: "Es ist eine willkommene Pause, um während des Rundgangs zu den Brunnen einmal zur Ruhe zu kommen."

Im Museumshof öffnet um 16 Uhr der Rotary-Club Fichtelgebirge seine Schlemmermeile. Ab 17 Uhr stimmt die Big Band der Festspielstadt die Besucher auf die längste Nacht in Wunsiedel ein. Leiter Georg Obermeier übernimmt ab 18 Uhr die Stadtkapelle. Um 19 Uhr folgt die offizielle Eröffnung mit gemeinsam gesungenen Liedern zu den Klängen der Posaunenchöre Wunsiedel und Schönbrunn, die den Rahmen um die Ansprache von Bürgermeister Beck bilden.

Danach geht die Stadt für eine kurze Zeit in sich. Verschiedene Brunnen werden mit besinnlicher Musik bespielt. "Das ist eine der Voraussetzungen für den Titel immaterielles Kulturerbe und Kernteil des Brunnenfestes", unterstreicht Bürgermeister Beck den eigentlichen Sinn, als die Bürger nach einer langen Trockenheit ihre Dankbarkeit dafür bewiesen, dass die Brunnen wieder liefen. Ab 20 Uhr dürfen dann diverse Live-Bands an Plätzen und in den Häuserzeilen in die Saiten greifen und so die turbulenteste Nacht in der Festspielstadt einläuten. Für die Versorgung der Besucher sorgen die heimische Gastronomie, Vereine und Organisationen.

Standkonzerte

Der Sonntag beginnt auf dem Marktplatz um 10 Uhr mit einem Weißwurstfrühstück, das die Mitglieder der Tanzsportgruppe servieren. In die Reihe "Atempause" stellt Dekan Peter Bauer den Gottesdienst um 10.45 Uhr in der Stadtkirche St. Veit. Stadtrundfahrten, Tanzeinlagen, Stadtführungen und Standkonzerte runden das Programm ab. Um 14 Uhr beginnt ein "Bunter Nachmittag zum Tag der Partnerstädte".

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