28.01.2020 - 14:16 Uhr
WunsiedelOberpfalz

Gehölzverjüngung das Ziel der Arbeiten

In den nächsten Wochen laufen wieder notwendige Landschaftspflegemaßnahmen im Naturpark Fichtelgebirge

Auch im Schwarzstorchbiotop Arzberg stehen Landschaftspflegemaßnahmen an.
von Externer BeitragProfil

Wer derzeit viel im Wald unterwegs ist, hat es vielleicht schon bemerkt. Im Winterhalbjahr werden im Landkreis Wunsiedel eine Reihe von notwendigen Gehölzpflegearbeiten durchgeführt. Betroffen davon sind auswachsende Hecken oder Feldgehölze, aber auch in Hohlwegen, Steinbrüchen und Feuchtgebieten wird jetzt gearbeitet, informiert das Landratsamt Wunsiedel in einer Pressemitteilung.

"Der Naturpark Fichtelgebirge hat 2019/20 im gesamten Landkreis mehrere Projekte der Gehölzverjüngung bei der Regierung von Oberfranken und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg beantragt." Diese werden sowohl über das Bayerische Landschaftspflege- und Naturparkprogramm als auch über die Kulap-Heckenerneuerung und die Europäische Union bezuschusst.

Im Vorfeld hat Landschaftsplanerin Gudrun Frohmader-Heubeck dazu Fach-Konzepte erstellt, die Genehmigung bei den Eigentümern und Fachbehörden eingeholt sowie Fördermittel beantragt. Derzeit werden bis zum Beginn der Brutvogelzeit in der hiesigen Mittelgebirgsregion einige Heckenpflegen durchgeführt. Fachkundige Landwirte des Maschinenrings Wunsiedel, Eigentümer oder Anlieger verjüngen Gehölze, wie von Gudrun Frohmader-Heubeck vorgegeben und stapeln das Astwerk an passenden Stellen. Die Arbeiten erfolgen entweder in zeitlich-räumlichen Abschnitten oder, wenn es weitere Hecken und Feldgehölze im nahen Umfeld gibt, in einem Zug. Alle Maßnahmen des Naturparks Fichtelgebirge sind mit den Naturschutzbehörden abgestimmt, so das Landratsamt.

"Die organisierte Pflege dient dazu, unsere typische Kulturlandschaft zu wahren. Wenn in Gehölzstreifen die Pionierbäume (Birken, Weiden, Zitterpappeln, Fichtenanflug) zu groß und die Sträucher zu breit werden, wird die Bewirtschaftung der benachbarten Flächen schwierig." Wesentlich für den Naturpark Fichtelgebirge ist auch die Instandhaltung geschützter Offenland-Biotope: Moorheiden, Flachmoorbrachen, Torfstiche, Sandgruben, Biotopgewässer und Gehölzsäume an magerem Grünland benötigen den regelmäßigen Schnitt oder Tierverbiss, um blütenreich, besonnt und verbunden zu bleiben, heißt es in der Pressemitteilung. "Ohne Weidenutzung oder organisierte Pflege entsteht langfristig Wald, kein erstes Ziel in unserer strukturreichen Kulturlandschaft im Fichtelgebirge mit seiner guten Biotopausstattung."

„Markante Flurbäume, Altholz, Obstgehölz oder dornige Beerensträucher werden für die Heckenvögel besonders betrachtet und Totholz, dort wo möglich, in den Gehölzstreifen belassen. Zitterpappel, Weiden, Birke, konkurrierende Eichen, Ahornbäume und überalterte Haseln werden im unteren Bereich abgesägt“, erklärt Gudrun Frohmader-Heubeck. „Man nennt das auf den Stock setzen, eine uralte Methode, wie Landwirte und Flureigner immer schon Nutzholz aus Hecken und Feldgehölzen in den Wintermonaten gewonnen haben. Heckenpflegearbeiten sind keine Rodungen, mögliche Bedenken, dass dabei Gehölze komplett beseitigt werden, sind unbegründet.“

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.