Noch liegt der Landkreis Wunsiedel buchstäblich hinter dem Mond - zumindest wenn es um den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) geht. "Die Welt endet in Kirchenlaibach", sagte dazu Wolfgang Kreil (CSU) im Kreisausschuss.
Daher wollen die Kreisräte möglichst schnell Nägel mit Köpfen machen und dem VGN nun doch beitreten. Schon 2015 hatten die Mitglieder des Gremiums über einen Beitritt diskutiert - und davon abgesehen. Damals hatte die Verwaltung ermittelt, dass der Beitritt 1,4 Millionen Euro kosten würde.
Mittlerweile hat in der weiteren Region allerdings ein Umdenken eingesetzt. Die Landkreise Kulmbach, Hof, Kronach und die Städte Hof und Kulmbach beabsichtigen, VGN-Mitglieder zu werden. Auch die Wunsiedler Kreisräte halten einen Beitritt für notwendig. "Wir müssen einfach Geld in die Hand nehmen, da führt kein Weg vorbei", sagte Heinz Martini (SPD). Der Landkreis Wunsiedel dürfe nicht auf Dauer außen vor bleiben. Dies war auch Wolfgang Kreils Meinung. "Die Metropolregion ist ein starker Wirtschaftsraum, und hier müssen wir auch verkehrstechnisch dazugehören."
Der nächstmögliche Beitrittstermin ist laut Landrat Karl Döhler das Jahr 2023. In diesem Jahr enden die Verträge, mit denen der Freistaat die Leistungen bei den Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaften bestellt. "Bis dahin werden auch die Oberfrankenlinien neu ausgeschrieben."
Derzeit können Pendler aus Marktredwitz, Selb oder Wunsiedel, die in den Raum Nürnberg wollen, erst ab Kirchenlaibach (Landkreis Bayreuth) die vergünstigten Tickets kaufen. Wenn der Landkreis Wunsiedel bis in vier Jahren VGN-Mitglied ist, fährt die Eisenbahn wahrscheinlich dennoch drei Haltestellen lang durch ein "Transit-Gebiet": den Landkreis Tirschenreuth. Der liebäugelt mit einem Beitritt zu einem Oberpfalz-Verbund. Wie sich dies auf die Fahrpreise auswirkt, ist noch nicht klar.
Da der Freistaat die Verkehrsverbünde stärken und noch breiter gestalten will, gibt es Förderungen. Das Verkehrsministerium zahlt zum Beispiel für eine Grundlagenstudie über die Beitrittsvoraussetzungen 75 Prozent der Kosten. Im Falle eines Beitritts müssen die Haltestellen umgestaltet werden. Auch die sogenannten Tarifierungsverluste tragen die Mitgliedslandkreise. Diese fallen an, da der VGN die Fahrgäste zu günstigeren Konditionen fahren lässt als es wirtschaftlich ist.













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