Wunsiedel
08.12.2025 - 14:27 Uhr
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So wird das neue Besucherzentrum auf der Luisenburg aussehen

Den Eingang zum Labyrinth und zum Theater auf der Luisenburg soll ein neues Gebäude zieren. Einer von fünf Vorschlägen dafür hat sich nun durchgesetzt.

Von Christian Schilling

Gut vorbedacht – schon halb gemacht, heißt ein deutsches Sprichwort. Entsprechend viel Zeit ließ sich die Jury, die den Siegerentwurf für das neue Besucherzentrum auf der Luisenburg prämierte. Letztlich fiel die Wahl auf einen Turm mit sieben Geschossen, der sich harmonisch in die Topografie im Eingangsbereich des Theaters einfügen und im Bereich des alten Kassenhäuschens entstehen soll.

Fünf Entwürfe standen am Ende zur Auswahl. Wie das Besucherzentrum, das der Naturpark Fichtelgebirge, der Freistaat Bayern und die Stadt Wunsiedel an markanter Stelle bauen wollen, einmal aussehen soll, darüber haben sich Studierende der Technischen Universität (TU) Dortmund in den Studiengängen Massive Baukonstruktionen und Tragkonstruktion bei einem studentischen Wettbewerb Gedanken gemacht.

Beeindruckende Vorschläge

Mehr als eine Stunde hatte die Jury, bestehend aus den beiden Professoren Anne Hangbruch und Christian Hartz sowie Wunsiedels Landrat und Naturparkvorsitzendem Peter Berek, Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Hermann Graser, Präsident des Deutschen Naturwerkstein-Verbandes, und Ronald Ledermüller, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge, beraten, ehe der Sieger feststand.

Den Vorsitz der Jury hatte Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber. Und der, selbst seines Zeichens Architekt, zeigte sich beeindruckt von allen fünf Vorschlägen. Die Studierenden seien tief in das Thema eingestiegen "und haben sich inspirieren lassen, ohne auf die Baukosten zu schauen". Die Studenten hätten mit ihren Entwürfen etwas Neues und Einzigartiges geschaffen, gerade mit Blick auf den Einsatz der heimischen Baustoffe Holz und Naturstein.

Auch Landrat Berek zollte den "fünf starken Entwürfen" seinen Respekt: Man könne alle fünf Ideen nehmen und sagen, das ist das neue Besucherzentrum. Er lobte die Zusammenarbeit mit der TU Dortmund. Nach dem studentischen Wettbewerb für das Steinfachzentrum und Schülerwohnheim in Wunsiedel sei das einmal mehr eine sehr gelungene Kooperation gewesen, um junge, frische und auch komplett neue Ideen für einzigartige Architektur im Fichtelgebirge zu bekommen.

In mehrfacher Sicht nachhaltig

Wunsiedels Stadtoberhaupt Lahovnik wies besonders darauf hin, dass das Besucherzentrum Luisenburg in mehrfacher Hinsicht besonders nachhaltig sei. Es entstehe als Ersatzbau, dies spare Flächen und schone die Natur. In der Kombination als Kartenverkauf für die Luisenburg-Festspiele und Besucherzentrum für das Nationale Naturmonument Luisenburg-Felsenlabyrinth könne es gleichzeitig auch die Funktion eines Infozentrums für den Naturpark mit übernehmen. "Diese Synergien sparen für alle Beteiligten Ressourcen, insbesondere auch finanziell", sagte Lahovnik.

Den ersten Preis verliehen Umweltminister Glauber, Landrat Berek und Bürgermeister Lahovnik nach einstimmigem Votum der Jurorinnen und Juroren an die Studierenden Victoria Scherkamp, Fabian Haase, Maximilian Krauße und Felix Hampel. Ihr Entwurf, ein turmartiges Gebäude, zeichne sich durch die hervorragend gelungene Kombination der beiden heimischen Baustoffe Holz und Granit sowohl in der Gestaltung als auch in der Verwendung zur Ausführung der tragenden Konstruktion aus. Das Gebäude erfülle die vorgegebenen Raumerfordernisse und hebe sich auch in der Innenraumgestaltung durch hohe Flexibilität zur Gestaltung der Ausstellungsräume sowie damit verbundene Ausblicke in die Umgebung, den Wald, das Labyrinth sowie ins innere Fichtelgebirge heraus. Zudem ermögliche es barrierefreie Zugänge zu Bühne und Labyrinth.

Modelle und Pläne entworfen

Für den Wettbewerb entwarfen die angehenden Ingenieure und Architekten Modelle und Pläne. Die besondere Herausforderung bestand dabei im Entwurf einer architektonischen Raumidee, der Verwendung regionaler Materialien, der Konstruktion, der Setzung und Adressbildung des Gebäudes in seinem besonderen Umfeld sowie die Grundrissorganisation nach dem vorgegebenen Raumprogramm an Stelle des Kassenhäuschens, das vor der Umsetzung seine Schuldigkeit getan hat.

Anhand dieser Kriterien bewertete die Jury die fünf vorausgewählten Entwürfe und wählte die Sieger aus. Einhellig war auch die Meinung der Jury zum Sieger. Die Umsetzung des Turms werde eine große Herausforderung – auch finanziell, schreibt der Naturpark Fichtelgebirge dazu in einer Pressemitteilung. Gestaffelte Preisgelder und Urkunden als Auszeichnung für ihre gelungenen Arbeiten durften am alle Studierenden für ihre vorgestellten Entwürfe aus dem kalten Fichtelgebirge mit zurück nach Dortmund nehmen.

Hintergrund:

Nationales Naturmonument

  • Das Felsenlabyrinth Luisenburg bei Wunsiedel ist das älteste Naturschutzgebiet Oberfrankens.
  • Es zählt zu Bayerns schönsten Geotopen und ist mit seinen zwischen 1790 und 1813 angelegten Wegen, Aussichtspunkten, Rastplätzen und Felsinschriften Europas ältester von Bürgern gestalteter Landschaftsgarten.
  • Demnächst soll es nach der "Weltenburger Enge" zum zweiten Nationalen Naturmonument in Bayern werden.
  • Um die jährlich rund 80.000 Besucher des Labyrinths und die rund 120.000 Besucher der Luisenburg-Festspiele über dieses in Europa einzigartige natur- und kulturhistorische Phänomen zu informieren, ist geplant, am Eingangsbereich ein Besucherzentrum zu errichten.
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