Wunsiedel
27.08.2026 - 12:54 Uhr

Tatverdächtiger des Missbrauchs in Untersuchungshaft verstorben

Ein 49-jähriger Tatverdächtiger des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat in der Justizvollzugsanstalt Hof Suizid begangen.

Ein 49-jähriger Tatverdächtiger des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat in der Justizvollzugsanstalt Hof Suizid begangen. Symbolbild: Soeren Stache/dpa
Ein 49-jähriger Tatverdächtiger des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat in der Justizvollzugsanstalt Hof Suizid begangen.

Ein 49-jähriger Mann, der wegen des Verdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Untersuchungshaft saß, hat in der Justizvollzugsanstalt Hof Suizid begangen. Der Tatverdächtige wurde am Abend des 25. August bei einem Kontrollgang tot in seiner Zelle aufgefunden. Dies teilt das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Nach Angaben des Polizeipräsidiums erhängte sich der Mann, Fremdeinwirkung könne ausgeschlossen werden.

Verdächtiger arbeitete in Kinderheim

Der 49-Jährige befand sich seit Anfang März 2026 wegen des dringenden Tatverdachts des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Untersuchungshaft. Wie das Polizeipräsidium mitteilt, ermittelte eine Kommission der Kriminalpolizei Hof unter Leitung der Staatsanwaltschaft seit über sechs Monaten gegen den Mann. Er soll zwischen 2023 und 2025 einen Jungen im Alter von sieben bis neun Jahren sexuell missbraucht haben. Der Verdächtige war bis Dezember 2025 in einem Kinderheim in Wunsiedel tätig.

Hunderte kinderpornographische Dateien

Die Mutter des Kindes erstattete im Herbst 2025 Anzeige gegen den 49-Jährigen, heißt es in der Mitteilung des Polizeipräsidiums. Bei Durchsuchungen im Dezember 2025 und Ende März 2026 am Wohnort, der Arbeitsstelle und weiteren Orten wurde eine Vielzahl an Beweismitteln sichergestellt, darunter zahlreiche Datenträger. Nachdem sich zwischenzeitlich der Tatverdacht erhärtet hatte, befand sich der Mann seit Anfang März 2026 in Untersuchungshaft, informiert das Polizeipräsidium weiter.

Die Ermittler stellten im Rahmen der Untersuchungen fest, dass bereits vor der Festnahme des Beschuldigten mehrere mobile Endgeräte zurückgesetzt worden waren. In kleinteiliger Ermittlungsarbeit werteten die Polizisten tausende von digitalen Spuren aus, und vernahmen mehr als hundert Personen. Die Ermittler fanden eine vierstellige Anzahl an Dateien mit kinder- und jugendpornographischen Inhalten. Der Tatverdächtige stand im Verdacht, eine dreistellige Anzahl dieser Dateien selbst hergestellt zu haben.

Aufgrund der Ermittlungsergebnisse hatte die Staatsanwaltschaft Hof am Montag, 24. August, Anklage gegen den 49-Jährigen beim Landgericht Hof erhoben, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Ihm wurden mehrere Delikte nach dem Sexualstrafrecht, darunter der mehrfache schwere sexuelle Missbrauch und die Vergewaltigung des Kindes sowie der Besitz und das Herstellen kinderpornografischer Inhalte vorgeworfen.

Info:

Anlaufstellen für psychische Krisen in der Oberpfalz

  • Telefonseelsorge Weiden/Nordoberpfalz: rund um die Uhr, kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800/111 0 111 ·und 0800/111 0 222 oder über das Internet auf www.telefonseelsorge.de
  • Krisendienst Oberpfalz: rund um die Uhr, kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800/655 300
  • Sozialpsychiatrischer Dienst "Horizont" in Regensburg: explizite Beratungsstelle bei Suizidgefahr erreichbar unter 0941/58 181
OnetzPlus
Schwandorf18.12.2025
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.