(exb) Neue Wege ging dieses Jahr die Schulspielgruppe des Luisenburg-Gymnasiums. Sie führte ihre jüngste Produktion "In 80 Tagen um die Welt" nach Jules Verne in einer Bearbeitung von Stephan Ey, dem letztjährigen Leiter der "Jungen Luisenburg", als Stationentheater auf. Doch der Reihe nach.
Statt reservierter Sitzplätze für die Honoratioren oder gedämpfter Premierenstimmung gab es bei den Gästen im Schulhof gespannte Atmosphäre. Was würde auf sie zukommen bei diesem Mitmach-Theater?
Zunächst einmal Zeitungsjungen (Fabian Klassen, Florian Petrus, Eleonora Scherer), die die hereinströmenden Besucher lautstark mit den neuesten Schlagzeilen überfielen: "Verrückte Millionärin wettet eine Million Dollar!" "Philea Fogg will in 80 Tagen um die Welt reisen!"
Philea Fogg? Ja, Evelyne Groß stellte eine selbstbewusste und emanzipierte junge Frau dar, die mit ihrem manchmal recht über-eifrigen Diener Passepartout (quirlig gespielt von Julia Friedel) sehr ladylike unterwegs war. Verfolgt, behindert und sabotiert wurden die beiden dabei von dem Detektiv Mr. Fix (Anna-Gret Schelter), der Philea Fogg irrtümlich für eine Heiratsschwindlerin hielt. Erst recht, als diese einen Prinzen mit unaussprechlichem Namen (Simon Glofke) vor dem Scheiterhaufen rettete und mit auf ihre Reise nahm.
Passend zum Thema waren Koffer, die die Schulspielgruppe das ganze Jahr über gesammelt hatte, als Leitmotiv immer wieder eingesetzt. Als Gepäck natürlich, aber auch als Scheiterhaufen, als Zirkusarena und sogar als Schiff, das zuletzt noch verbrannt wurde. Jan Ackermann, Johannes Gesell, Sebastian Großkopf, Oliver Pfauntsch, Nicolas Scheibner und Maximilian Schlitter hatten Technik, Beleuchtung und Bühnenbild perfekt im Griff und schufen mit wenigen Mitteln eine chinesische Spelunke, eine Zirkusarena, ein Gefängnis oder eine Beerdigungszeremonie.
Den Damen von der Maske, Elena Glombitza, Regina Lehmann, Josephine Pfauntsch und Celine Völkel, gelang es prächtig, die Schauspieler mittels Frisur und Schminke zu unterstützen.
Mit nur ein paar Mitspielern (Leonie Batschko als Matrose, Ulduz Bayramova als Konsulin und Zirkusdirketor, Hannah Ecker als Kapitän, Dorothe Günther als Elefantenführerin und Beamtin , Sarah Schürer als Chinesin und Fabian Klassen, Florian Petrus und Eleonora Scherer als Zirkusartisten, Wächter und "Leiche") führte die kleine Truppe die Zuschauer "um die Welt" und nahm sie mit auf eine abwechslungs- und temporeiche Jagd gegen die Zeit und durch das Schulgelände. Diese dankten den jungen Darstellern mit Lachen, Eile, wenn geboten, Stille, wenn verlangt, Hilfe, wenn erbeten, und vor allem mit viel Schlussapplaus.
"Das war mal etwas ganz anderes." "Wir sind schon gespannt, was ihr euch nächstes Mal einfallen lasst." "War ja gar nicht so schlimm wie befürchtet, das Mitmachen!" Mit diesen Aussagen trat ein begeistertes Publikum den Heimweg an.
Wunsiedel
17.06.2018 - 10:48 Uhr
Zuschauer müssen Ausdauer beweisen
von Externer Beitrag
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