22.08.2019 - 09:13 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Großbaustelle Gemeindehaus

Die Sanierung des Wurzer Gemeindehaus läuft seit zwei Monaten. Von der Elektrik über Heizung und Sanitäranlagen bis zur Fassade und dem Dach wir alles erneuert. Die Komplettsanierung soll innerhalb von fünf Monaten abgeschlossen sein.

Bürgermeister Rudolf Schopper mit den Plänen zur Sanierung des Gemeindehaus in Wurz. Bis Dezember sollen die Baustelle fertig sein. Ein straffer Zeitplan für viele Maßnahmen.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Mithilfe des Kommunalen Investitionsprogramms (KIP) erneuert die Kommune das Gemeindehaus in Wurz. Von Regierung Oberpfalz wurden dafür nur eine Handvoll Projekte ausgewählt. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf 980 000 Euro und wird zu 90 Prozent gefördert. Die Kommune zahlt einen Eigenanteil von rund 100 000 Euro. "Dafür bekommen wir eine Komplettsanierung des Gebäudes. Für unsere Gemeinde ist das ein Glücksgriff", sagt Bürgermeister Rudolf Schopper.

Das Gemeindehaus sei ein zentraler Ort für die Dorfgemeinschaft und habe auch überregional Bedeutung. Nicht nur örtliche Vereine, wie die Feuerwehr, die KLJB, oder der Frauenbund haben darin ihre Räume, auch das Schlossbergtheater nutzt seit Jahren die Bühne, sowie Tanzgruppen die Turnhalle.

Kurz nachdem die Gemeinde 2017 den Bescheid für die Umsetzung erhalten hatte, wurde eine Kinderkrippe im angrenzenden Kindergarten notwendig. "Das hatte Vorrang." Die Sanierung musste warten. Seit Mitte Juli, nach Abschluss der 950-Jahr-Feier, die man nicht mit einer Großbaustelle in der Ortsmitte feiern wollte, haben nun die Bauarbeiten am ehemaligen Schulhaus begonnen. Unterstützt wird die Gemeinde vom Neustädter Architekten Uli Greiner und Ingenieur Daniel Dobmeyer.

Gebäudekomplex im Blick

Im Projekt gefördert werden alle Maßnahmen, die die Energetik des historischen Gebäudes verbessern. Diese beinhalten Heizung, Sanitär, Elektrik und die Isolierung der Fassade bis zum Dach. Die Fenster bleiben unberührt, da sie vor rund zehn Jahren erneuert wurden. Die Gewerke Heizung und Elektro sind bereits bei der Arbeit.

Im Bühnenbereich gibt es ein neues LED-Lichtkonzept, wodurch der Strombedarf reduziert wird. Die Energieversorgung wird auf eine Wärmepumpenanlage umgestellt, weg vom fossilen Brennstoffen. Diese versorgt sowohl Kindergarten als auch Gemeindehaus. Eine dezentrale Belüftung sorgt für ein angenehmes Raumklima. Danach folgen die Sanitärinstallationen. Die Wasserleitungen werden hier auf den neuesten Stand gebracht.

Um das ehemalige Schulhaus an den Außenwänden zu isolieren, erhält es einen 10 Zentimeter dicken Vollwärmeschutz, der auf den Außenputz aufgetragen wird. Die Grundmauern des zum Teil unterkellerten Gebäudes werden trockengelegt und erhalten Drainagen. Auch die Graniteinfassung soll bleiben, allerdings wird ein neuer, heimischer Granit angebracht. "Die Eingangstür stellt ebenfalls eine Kältebrücke dar", ergänzt der Bürgermeister. Es gibt eine neue, die zum Gebäudetyp passt. Den Abschluss der Sanierung bildet das Dach. Diese Maßnahme nimmt mit 200 000 Euro den größten Posten ein. Wegen seiner Form mit den Fledermaus-Gauben ist es eine besondere Herausforderung, erklärt Schopper. Dachkonstruktion, Spenglerarbeiten, Dacheindeckung und Dämmung werden in Angriff genommen. Der Raum über dem großen Saal soll laut Bürgermeister als Lager genutzt werden können und kein Kaltraum mehr bleiben.

In Sachen Brandschutz gebe die Gebäudestruktur auch Grenzen vor. Noch nicht ganz sicher ist, ob auch die Fehlböden und Deckenverkleidungen in den einzelnen Räumen gemacht werden. Schopper gibt sich zuversichtlich. Die Aufträge wurden an größtenteils regionale Firmen vergeben und konnten zum kalkulierten Preis vergeben werden.

Abschluss im Dezember

Die Fertigstellung ist für diesen Dezember vorgesehen. "Ein straffer Zeitplan", ist sich Schopper bewusst. "Aber viele Arbeiten können parallel laufen. Wenn wir alles sauber koordinieren und die Gewerke gut ineinandergreifen, klappt das." Vereine und Bauhof-Mitarbeiter leisteten einige Vorarbeit und entrümpelten den Dachboden sowie ihre Räume. "Über lange Zeit hat sich viel Mobiliar angesammelt", weiß Schopper.

Auch im Innenbereich will die Gemeinde aktiv werden und eine neue Küche installieren sowie eventuell eine Toilette im ersten Stock angliedern. Dazu kommt neues Interieur für den Gemeindesaal. "Damit wir ein voll funktionsfähiges Gebäude haben." Da diese Maßnahme nicht mehr ins KIP-Programm fällt, nimmt die Kommune zusätzlich rund 50 000 bis 70 000 Euro in die Hand. Auch ein behindertengerechter Zugang sei angedacht gewesen. "Das wäre allerdings ein ganz anderer Fördertopf gewesen. Man muss auch die Funktion und Nutzung ganz realistisch im Vergleich zur Investition sehen", gibt Schopper zu bedenken.

Kindergarten ungestört

"Wir wollen den Charakter des Gebäudes erhalten. Das Gemeindehaus soll das Gegenstück zum historischen Pfarrhof gegenüber bleiben." Das Gemeindehaus ist nicht denkmalgeschützt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wieder auf- und als Schulhaus samt Lehrerwohnung ausgebaut. Letztendlich schulterten die Vereine und engagierte Bürger die letzte Sanierung vor rund 25 Jahren selbst.

"Nur diesem Engagement ist es zu verdanken, dass der Funktionszustand bis heute so erhalten ist,", sagt Bürgermeister Schopper. "Es ist ein wichtiges Gebäude für die Dorf- und Vereinsgemeinschaft und unbedingt erhaltenswert. Wir wollen es der Zeit anpassen." Aber: "Eine Altbausanierung ist immer mit Überraschungen verbunden, trotz sorgfältiger Vorplanung."

Den Kindergartenbetrieb versuche man so wenig wie möglich zu stören. "Manche Beeinträchtigungen werden trotzdem nicht vermeidbar sein", hofft Schopper auf Verständnis. Insgesamt wurde der Gebäudekomplex dann über zweieinhalb Jahre mit rund zwei Millionen Euro saniert und umgebaut.

Gemeindehaussanierung in Wurz.
Gemeindehaussanierung Wurz.
In der Küche entsteht ein neuer Not- und Lieferanteneingang.
Vor dem Gemeindehaus steht der Container schon bereit. Gemeinde-Mitarbeiter entrümpelten den Dachboden, Vereine und Gruppe ihre Räume.
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