25.02.2020 - 16:18 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Kleines Dorf sammelt 6000 Euro als Spende

Dass aus einer Bierlaune Großes entstehen kann, bewies der Stammtisch im Gasthaus Mois in Wurz. Im Herbst vergangen Jahres beschlossen die Gäste um Gastwirt Özkan Kürkcü, eine Spendenbox aufzustellen.

Wurz hält zusammen und das nicht nur bei Veranstaltungen wie der 950-Jahr-Feier im vergangenen Jahr, sondern auch bei der Spendenaktion, dessen Erlös. Özkan Kürkcü (links vom Scheck) an Günther Lindner übergibt.
von Tom KreuzerProfil

Schnell wurde eine Institution gefunden, wohin das Geld fließen soll. Die Spender einigten sich auf den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern (VKKK). Hintergrund war die Krebserkrankung der zweijährigen Nina aus Wurz. Deren Eltern Patricia und Wolfgang Michl machten schwere Zeiten mit, als ihr Kind in der Uni-Klinik in Regensburg behandelt wurde.

Der VKKK war für sie eine hervorragende Stütze. So stellt der Verein eine Unterkunft für die Angehörigen zur Verfügung. Das ist aber bei Weitem nicht alles, was dieser auf Spendenbasis gegründete Verein für die erkrankten Kinder alles auf die Beine stellt. So werden die Mädchen und Buben mit Spielsachen oder Ausflügen bei Laune gehalten, um zumindest kurzzeitig ihre schwere Krankheit zu vergessen.

Die Gasthaus-Aktion hatte sich in Wurz schnell herumgesprochen und die Spendenfreudigkeit der örtlichen Vereine, Firmen und Privatpersonen war überwältigend. Gleich nach dem Start schlossen sich die Wurzer Vereine mit dreistelligen Summen an. Özkan Kürkcü blieb Antreiber und Geldeintreiber. Keine Chance ließ er ungenutzt, um Unternehmer und Besucher auf die Spendenaktion anzusprechen. Nicht zu vergessen sind deshalb auch Spender aus den benachbarten Städten und Gemeinden.

Die bis Weihnachten geplante Aktion wurde verlängert, um auch andere mögliche Geldgeber zu informieren. Daneben liefen Einnahmen beispielsweise aus der Christbaumversteigerung oder einem Dart-Turnier in die Kasse. In wenigen Monaten kam ein stattliche Betrag von 6000 Euro zusammen.

Wenn ein 500-Seelen-Dorf so eine Summe spendet, ist es gar nicht auszumalen, welche Spende eine Großstadt wie Regensburg erwirtschaften müsste.

Günther Lindner

Der VKKK schickte zur Geldübergabe Vorsitzenden Günther Lindner in die nördliche Oberpfalz. „Wenn ein 500-Seelen-Dorf so eine Summe spendet, ist es gar nicht auszumalen, welche Spende eine Großstadt wie Regensburg erwirtschaften müsste“, betonte Lindner.

Das Elternhaus für betroffene Familien liegt in unmittelbarer Nähe des Universitätsklinikums Regensburg. Die 23 Elternappartements sind ganzjährig belegt. Das Raumangebot wird durch gemeinschaftlich genutzte Räume zum Wohnen, Kochen und Essen sowie für die Kinderbetreuung abgerundet. Des Weiteren werden betroffene Familien auch finanziell unterstützt beispielsweise bei Fahrtkosten. Dazu bietet der VKKK Beratung sowie psychosoziale Betreuung, Musiktherapie oder verbessert die Ausstattung der onkologischen Station der Uni-Kinder-Klinik mit Personal und Geräten. Daneben laufen noch Familienwochenenden mit psychologischer Begleitung, Seminare bis hin zur Begleitung trauernder Familien. Der Verein lebt ausschließlich von Spenden und wird nicht von Stadt, Bezirk oder Regierung gefördert. Sogar für die Uni-Klinik übernimmt der VKKK teilweise Kosten für Ärzte oder Behandlungsgeräte übernommen.

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