16.08.2020 - 13:25 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Romantisch-verklärte Klänge schweben durch den Wurzer Marstall

Der kurze Regenguss vor Beginn war schuld, dass das Wurzer Sommerkonzert der vier Streicher im Marstall mit wunderbarer Akustik die Zuhörer verzauberte. Denn gerade das Gewölbe dort bringt Geigenmusik richtig zur Geltung.

Das Moyzes Quartett begeisterte das Publikum bei bester Akustik im Marstall.
von Redaktion ONETZProfil

Sie sind eines der bekanntesten Kammerensembles der Slowakei und spielen seit 45 Jahren zusammen, bis auf die erste Geige. Denn Jozef Horváth kam erst vor fünf Jahren dazu. Das Moyzes Quartett, benannt nach dem slowakischen Komponisten Alexander Moyzes, kommt aus dem „kleinen Wien“, wie man Bratislava manchmal nennt. Auch deshalb, weil wohl ein Slowake die Sachertorte erfunden hat. Diese hatten die vielfach mit Preisen ausgezeichneten Musiker, die bereits zum fünften Mal in Wurz auftraten, nicht im Gepäck. Statt dessen aber musikalische Leckereien dreier Zeitgenossen: Johann Nepomuk Hummel, geboren in Bratislava, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert.

Vom ersten Ton des Streichquartetts an war das Publikum in eine Traumwelt versetzt. Die kräftig jubelnden Töne der ersten Geige in Hummels Komposition wurden durch das Gewölbe im Marstall noch verstärkt. Viele Zuhörer genossen träumend mit geschlossenen Augen die Musik. Nicht minder mitreißend spielten die Musiker Jozef Horváth und Fratinšek Török, Violine, Alexander Lakatoš, Viola, und Ján Slávik, Violoncello, ein Streichquartett von Beethoven. Furios bis sanft, sacht-romantisch bis antreibend-fordernd: das Quartett verstand es, das Beste aus Beethovens Komposition herauszuholen. Lang anhaltender Applaus und "Bravo"-Rufe schickten die Vier, die auf den Bühnen der Welt für ihre einzigartige harmonische Klangkultur gefeiert werden, in die Pause. Diese versüßte sich das Publikum mit leckerem "Pfarrhof-Kir" und angeregten Gesprächen über den Musikgenuss.

Hummel hatte auf die Musik der Romantik großen Einfluss, so auch auf Franz Schubert. Dessen Streichquartett "Rosamunde" läutete den zweiten Teil des Konzerts ein. Nach einem sanft melodiösen Start schwebten das 'Allegro ma non troppo' sowie besonders das 'Andante' in romantisch-verklärten Klängen durch den Marstall. Entsprechend begeistert war der Applaus, der erst nach drei Zugaben - jeweils slowakische Stücke in verschiedenen Tempi - abebbte.

Begeistert und ergriffen lauschte das Publikum.
Am Ende genossen die Musiker den verdienten, anhaltenden Beifall des Publikums.

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