24.07.2018 - 09:58 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Tag der virtuellen Liebe: "Es hat gleich geschnackelt"

Am Dienstag (24. Juli) ist "Tag der virtuellen Liebe". Zwei Frauen aus Windischeschenbach und Wurz berichten, wie sie online ihre große Liebe gefunden haben.

Marion und Harald Helgert leben mit Erik, Ida und Merle in Wurz. Sie haben sich über den Chat eines Radiosenders kennengelernt. Bilder: privat
von Sonja Kaute Kontakt Profil

(jak) "Wir haben nur 250 Meter voneinander entfernt gewohnt", erzählt Madeleine Bauriedl. Die gebürtige Georgenbergin hat ihren Ehemann Darko (41) im August 2014 auf einer Plattform für Online-Dating kennengelernt. Ein Radar zeigte Singles im Umkreis, er schrieb sie an. "Und dann ging das los", fasst die 33-Jährige zusammen. Beide wohnten damals in der Christian-Seltmann-Straße in Weiden, doch ihre Wege hatten sich nie gekreuzt. Ohne das Internet hätten sie sich wohl nie gefunden.

"Wir haben rund eineinhalb Wochen geschrieben und uns dann spontan auf eine Zigarette in Eschenbach getroffen, weil wir zufällig beide dort waren", erzählt sie weiter. "Wir haben für abends sofort das erste richtige Date ausgemacht. Da hat es kräftig gefunkt. Ich war schon mittags hin und weg, und bei ihm hat es dann abends auch gefunkt." Zwei Jahre später, am 3. September 2016, folgte die standesamtliche Hochzeit in Weiden. Da der Bräutigam Fernfahrer ist, kam die Braut im geschmückten Lkw eines Freundes angefahren. Madeleine und Darko Bauriedl leben seit Ende 2017 in Windischeschenbach. Die ehemalige Bezirksleiterin bei einem Bäcker und ihr Ehemann erwarten Anfang Dezember ihr erstes Kind.

"Ich habe schon jedem Langzeit-Single Online-Dating empfohlen", sagt die 33-Jährige. "Aber bisher hatte keiner sonst Glück."

Mit Gequietsche ins Netz

Ganz anders sieht das bei Marion und Harald Helgert aus Wurz aus. Ihr Kennenlernen 2004 im Chat eines Radiosenders hatte auch Langzeit-Folgen für andere Menschen im direkten Umfeld: "Meine beste Freundin und der Cousin meines Mannes haben sich durch uns lieben gelernt und hätten sich ohne uns und das Internet nie gefunden", erzählt die 31-Jährige. Das gilt auch für sie und ihren 35-jährigen Ehemann: "Wir hatten keinen gemeinsamen Freundeskreis, keine gemeinsamen Hobbys oder Freizeitaktivitäten. Später haben wir herausgefunden, dass unsere Opas auf dieselbe Schule gegangen sind. Es gibt ein Klassenfoto, wo beide drauf sind. Aber wir hätten uns im echten Leben nie getroffen."

Die gebürtige Weidenerin und Buchhändlerin wurde auf den bei der US-Army Angestellten aufmerksam, weil er im Chat einen Benutzernamen aus einem Buch gewählt hatte. "Deshalb habe ich ihn angeschrieben, und wir fanden uns nett." Wenn sie sich zufällig noch einmal im Chat treffen würden, würden sie sich wieder unterhalten, hatten sie damals abgemacht. "Das ist dann über Wochen intensiver geworden, aber noch ohne große Hintergedanken." Eineinviertel Jahre ging das so. "Damals musste man sich noch mit Gequietsche ins Internet einwählen", erinnert sich Marion Helgert.

Das erste Treffen folgte erst 2005. Beim Spaziergang in Weiden "hat's dann gleich geschnackelt. Ab da waren wir im Dating-Modus. Wir kannten uns ja schon recht lange, aber eben nur übers Internet und nicht persönlich." Im Juni 2008 heiratete das Paar. "Mittlerweile sind wir seit zehn Jahren verheiratet, haben drei Kinder - Erik, Ida und Merle - und sind immer noch glücklich", so die 31-Jährige.

Madeleine und Darko Bauriedl haben nur 250 Meter voneinander entfernt gewohnt, hätten sich ohne das Internet aber wohl nie getroffen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.