10.03.2019 - 13:59 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Wellness für (Kuh)weit

Ein Scheich aus Kuwait hilft mit, den Traum eines jungen Oberpfälzer Bauern zu erfüllen. Wie das geht, zeigt das Schlossbergtheater Störnstein in „Wellness für (Kuh)weit“ aus der Feder von Toni Lauerer.

Mit seiner Massage weckt Bauer Alois (Rudi Förster) lange verborgene Gefühle bei seiner Gemahlin Fanny (Ulla Kick). Staunend beobachten Scheich Abdul (Josef Schieder), Schulfreund Hans (Marlus Schubert) und Jungbauer Schorschi (Tom Kraus) die Aktion.
von Autor FUEProfil

Jungbauer Schorschi (Tom Kraus) hat eine Idee: Weil er keine Lust mehr auf die 40 Milchkühe hat, möchte er den elterlichen Bauernhof in eine Wellness-Oase verwandeln. Doch mit seiner Vision rennt er bei seinem Vater Alois Hofmeister (Rudi Förster) gegen eine Wand. „Wir geben die 250.000 Euro lieber für einen neuen Stall für die Rindviecher aus“, sagt dieser, gibt bei der adretten Bankerin Frau Müller (Anita Röhrer) gleich ein Darlehen in Auftrag, lässt aber seinem Sohn ein kleines, wie er meint, unaufschließbares Hintertürchen offen: „Wennst einen Damischen findest, der in dein Hirngespinst investiert. Aber so einen Blöden findst ja doch nicht.“

Doch Bauer Alois hat nicht mit dem Einfallsreichtum von Schorschis Schulfreund, dem weitgereisten Ingenieur Hansi (Markus Schubert), gerechnet. Der scheint nämlich die Lösung zu haben: Um Alois vom Projekt seines Sohns zu überzeugen, lässt er den „echt-unechten“ Scheich Abdul (Josef Schieder) aus Kuwait als zahlungskräftigen Investor einfliegen. Abdul sorgt durch sein Erscheinen für reichlich Verwirrung auf dem Hof, die sich schließlich ins reinste Chaos steigert, als plötzlich ein zweiter Scheich auftaucht. Als der immer noch nicht ganz überzeugte Alois bei einer Massagevorführung bei seiner Frau Fanny (Ulla Kick) jahrelang brachliegende Gefühle weckt, wendet sich das Blatt plötzlich.

Die Laienspieler des Schlosstheaters unter der Regie von Herbert Mittelmeier beweisen in diesem Dreiakter von Toni Lauerer geballtes Talent und gewaltiges Humorpotenzial. Ob Jungbauer Schorschi, Bauer Alois, Scheich Abdul, Schulfreund Hansi, der seinen fränkischen Zungenschlag nicht verleugnen kann, oder all die anderen Akteure: Sie spielen ihre Rollen so identisch und real, dass man sich als Zuschauer direkt in die Bauernstube hineinversetzt fühlt.

Die meisten Schenkelklopfer an diesem Abend erntet Erich Nickl als scheinbar einfältiger, aber doch bauernschlauer Knecht Hein. „Dieser ist mein Hein, Appetit und Hirn hat er vom Schwein“, zitiert er einen Spruch seiner Mutter. Und auch wenn Nickl nicht immer der textsicherste unter den Akteuren ist: Mit seinen lustigen Reimen wie „Wenn einer eine Frau verehrt, ist er am Anfang g'schert“ oder „Fragt der Aal die Aalin, wirst meine Gemahlin? Sagt die Aalin, das ist schlecht, ich bin schon schwanger vom Hecht“ sowie durch seine sympatisch-drollige Art verzeiht das begeisterte Publikum Nickls kleine Vergesslichkeiten. Langanhaltender Applaus im brechend vollen Gemeindesaal belohnt die höchst respektablen schauspielerischen Leistungen des Ensembles.

Mehr soll hier nicht verraten werden, nur so viel: Der Besuch einer der Aufführungen des Schlossbergtheaters lohnt sich garantiert: Die nächsten beiden Aufführungen in der „Wellnessoase“ sind bereits am kommenden Wochenende, Freitag, 15. und Samstag, 16. März, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es unter der Telefonnummer 09602/3247.

Plötzlich tauchen zwei Scheichs auf.
Bauer Alois (Rudi Förster) in Aktion.
Ende gut, alles gut.
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